Lieder über das Jahr
Monate - Jahreszeiten - zum Morgen und Abend - zur Guten Nacht - Neujahr - und noch vieles mehr
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Frühling | Sommer | Herbst | Winter |
Jahr u. Monate | Morgen und Tag | Abend und Nacht |
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Ich beginne mit dem Herbst, da er sich zur Zeit vergoldet zeigt
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Frühlingslieder |
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Sommerlieder |
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Herbst- und Erntelieder |
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Winterlieder |
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Das Jahr und die Monate |
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Frühlingslieder
Jetzt fängt das schöne Frühjahr an
Zizibe, zizibe, d’Sonn verschluckt
den letzten Schnee.
Nun scheint die Sonne, so hell
sie kann,
vor dem Walde, vor dem Walde!
Da fängt der Schneemann zu schwitzen an.
Vor dem Walde, vor dem Walde!
Vor Wut wird er schon ganz gelb und grau,
und immer glänzt der Himmel klar und blau,
vor dem Walde, vor dem Walde.
Ach, armer Schneemann, was wird aus
dir?
„Lauter Wasser, lauter Wasser!
Von Hals und Nase schon rinnt es hier
Immer nasser, immer nasser!“
Die Zeit vergeht, kommt der Frühling her;
Die Lerche singt: „Hier ist kein Schneemann mehr,
lauter Wasser, lauter Wasser.“
Die Schwalbe ruft: „Er ist nicht mehr
dort
Vor dem Walde, vor dem Walde!“
Der Rabe schreit: „Er ist endlich fort
Vor dem Walde, vor dem Walde!“
Der Bach, der fließt durch das helle Land,
die Blumen blühen, wo der Schneemann stand,
vor dem Walde, vor dem Walde.
Aus Norwegen
Jetzt fängt das
schöne Frühjahr an
und alles fängt zu blühen an,
auf grüner Heid und überall.
Es blühen Blümlein
auf dem Feld,
sie blühen weiß, blau, rot und gelb,
es gibt nichts Schöners auf der Welt.
Jetzt leg ich mich
in’n grünen Klee,
da singt das Vöglein auf der Höh,
weil ich zu mein’m Feinstliebchen geh.
Jetzt geh ich über
Berg und Tal,
da hört man schon die Nachtigall
auf grüner Heid und überall.
Jetzt geh ich in den
grünen Wald,
da such ich meinen Aufenthalt,
weil mir mein Schatz nicht mehr gefallt.
Aus dem Rheinland
Es tönen die Lieder,
der Frühling kehrt wieder,
es flötet der Hirte auf seiner Schalmei:
la la la la la la la la la la la la la la la la la.
Volkstümlich
Alle Vögel sind schon
da,
alle Vögel, alle!
Welch ein Singen, Musiziern,
Pfeifen, Zwitschern, Tiriliern!
Frühling will nun einmarschiern,
kommt mit Sang und Schalle.
Wie sie
alle lustig sind, flink und froh sich regen! Amsel, Drossel, Fink und Star Und die ganze Vogelschar Wünschen uns ein frohes Jahr, lauter Heil und Segen. |
Was sie
uns verkünden nun, nehmen wir zu Herzen: Wir auch wollen lustig sein, lustig wie die Vögelein, hier und dort, feldaus, feldein, singen, springen, scherzen. |
Willkommen im Grünen!
Der Himmel ist blau und blumig die Au.
Der Lenz ist erschienen!
Er spiegelt sich hell am lustigen Quell im Grünen.
Willkommen im Grünen.
Willkommen im Grünen!
Das Vögelchen springt auf Sprossen und singt:
Der Lenz ist erschienen!
Ihm säuselt der West ums heimliche Nest im Grünen!
Willkommen im Grünen!
Johann Heinrich Voß
1751-1826
Johann Abraham Peter Schulz 1747-1800
Wenn wir hinaus in
die Frühlingswälder ziehen,
all unsre Sorgen und Nöte entfliehen.
Dum, dum, dudel, dudel dum!
Ei das ist ein wahres, ein wahres Gaudium!
Heissa juchheissa,
wir tanzen im Kreise,
Spielmann, nun spiel uns die neueste Weise!
Dum …
Ziehn wir nach Hause,
dann leuchten die Sterne,
klingt unser Liedlein noch einmal von ferne.
Dum …
E Mandyszewski 1857-1929
Singt ein Vogel,
singt ein Vogel, singt im Märzenwald;
Kommt der helle, der helle Frühling, kommt der Frühling bald.
Komm doch lieber Frühling, lieber Frühling,
komm doch bald herbei,
jag den Winter, jag den Winter fort
und mach das Leben frei.
Blüht ein Blümlein … blüht im Märzenwald …
Scheint die Sonne … scheint im Märzenwald …
Aus Fritz Jöde „Die Singstunde)
Glück, Glück auf zur
Frühlingsfahrt, der Wind gibt uns Geleit,
das Fähnlein flattert hoch im Blau, s’ist wieder Wanderzeit,
s’ist Wanderzeit.
Wie sich im blanken
Morgenstrahl der Weg ins Weite schwingt,
uns grüßen fernste Berg und Tal und alles ringsum klingt.
Noch blinkt der Tau
an Busch und Baum wie lauter Edelstein,
die Lerche jauchzt ihr Lied ins Blau und heißt uns fröhlich
sein.
Wort und Weise H. Schumann
Wenn der Frühling
kommt, von den Bergen schaut,
wenn der Schnee im Tal und von den Hügeln taut,
wenn die Finken schlagen und zu Neste tragen,
dann beginnt die liebe, goldne Zeit.
Wenn der Weichselbaum
duft’ge Blüten schneit,
wenn die Störche kommen und der Kuckuck schreit,
wenn die Bächlein quellen und die Knospen schwellen,
dann beginnt die liebe, goldne Zeit.
Aus Westfalen
Die ganze Welt, Herr Jesu Christ
Die ganze Welt, Herr
Jesu Christ, alleluja, alleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist, alleluja, alleluja!
Der Engel Lob im
Himmel klingt …
Die Christenheit auf Erden singt, …
Jetzt grünet, was nur
grünen kann …
Die Bäum zu blühen fangen an …
Wacht auf, stimmt an,
ihr Vögel all …
Singt Gottes Lob durch Berg und Tal …
Die Sonne kommt jetzt
frisch herein …
Und füllt die Welt mit neuem Schein …
Das ist wahre
Frühlingszeit …
Ein Frühling für die Ewigkeit …
Leise zieht durch
mein Gemüt liebliches Geläute,
klinge kleines Frühlingslied, kling hinaus ins Weite.
Zieh hinaus bis an
das Haus, wo die Veilchen sprießen,
wenn du eine Rose schaust, sag, ich lass sie grüßen
Heinrich Heine
1797-1856
Felix Mendelsohn-Bartholdy 1809-1847
Nun will der Lenz uns
grüßen, von Mittag weht es lau,
aus allen Ecken sprießen die Blumen rot und blau;
draus wob die braune Heide sich ein Gewand gar fein
und lädt im Festtagskleide zum Maientanze ein.
Waldvöglein Lieder
singen, wie ihr sie nur begehrt;
Drum auf zum frohen Springen, die Rais ist Goldes wert!
Hei unter grünen Linden, da leuchten weiße Kleid’!
Heija, nun hat uns Kindern ein End all Wintersleid!
Altes Reigenlied
Von Neithardt von Reuenthal (?) um 1230
Wir pflügen und
streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht nicht in unserer Hand.
Es tut mit leisem Wehen der Himmel mild sich auf
Und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!
Er sendet Tau und
Regen und Sonn und Mondenschein,
er wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behände in unser Feld und Brot:
Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.
…
Er lässt die Sonn
aufgehen, er stellt des Mondes Lauf,
er lässt die Winde wehen, er tut den Himmel auf.
Er schenkt uns soviel Freude, er macht uns frisch und rot,
er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot.
…
Matthias Claudius 1740-1815 – Um 1800
Lasset uns schlingen dem Frühling
Blümelein zum Kranz,
lasset uns springen, heißa zum Tanz!
Blumenpracht, Laubesduft,
reges Gewimmel, Sang und Klang, Sonnenschein heiterer Himmel!
Hat er doch wieder ein neues Leben
angefacht,
Frohsinn und Lieder wiedergebracht,
Blumenpracht …
Lasset uns weilen nun auch nicht
länger mehr zu Haus!
Lasset uns eilen, eilen hinaus!
Blumenpracht …
Hoffmann von Fallersleben 1798-1874
Studentenlied 1750
So sei gegrüßt viel tausendmal,
holder, holder Frühling!
Willkommen hier in unserem Tal, holder, holder Frühling!
Holder Frühling überall grüßen wir dich froh mit Sang und
Schall,
mit Sang und Schall.
Du kommst, und froh ist alle Welt,
holder, holder Frühling!
Es freut sich Wiese, Wald und Feld, holder, holder Frühling!
Jubel tönt dir überall, dich begrüßen Lerch und Nachtigall, und
Nachtigall.
So sei gegrüßt viel tausendmal,
holder, holder Frühling!
O bleib recht lang in unserm Tal, holder, holder Frühling!
Kehr in alle Herzen ein, lass doch alle mit uns fröhlich sein,
ja fröhlich sein!
August Heinrich Hoffmann von
Fallersleben 1798-1874
Robert Schumann 1810-1856
Die Luft ist blau, das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn
und Schlüsselblumen drunter,
der Wiesengrund ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter,
und malt sich täglich bunter.
Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vergüte,
die solche Pracht hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte,
den Baum und seine Blüte
Franz Schubert 1797-1828
Im Märzen der Bauer die Rösslein
einspannt;
Er setzt seine Felder und Wiesen instand.
Er pflüget den Boden, er egget und sät
Und rührt seine Hände frühmorgens und spät.
Die Bäurin, die Mägde, sie dürfen
nicht ruhn;
Sie haben im Haus und im Garten zu tun.
Sie graben und rechen und singen ein Lied;
Sie freun sich, wenn alles schön grünet und blüht.
So geht unter Arbeit das Frühjahr
vorbei;
Da erntet der Bauer das duftende Heu.
Er mäht das Getreide, dann drischt er es aus;
Im Winter, da gibt es manch fröhlichen Schmaus.
Aus Walther Hensel „Der singende Quell“
Rums di-del dums di-del Dudelsack,
Heute treiben wir Schabernack;
Heute wird Musik gemacht,
einmal nur ist Fasenacht.
Rums didel dums didel Fiedelbogen,
heute wird durchs Dorf gezogen;
keiner soll uns Narren kennen
und bei unsrem Namen nennen.
Rums didel dums didel Paukenschlag,
ab morgen zähln wir jeden Tag,
bis das alte Jahr verklingt
und die neue Fastnacht bringt.
Worte Karola Wilke
Weise Wolfgang Stumme aus „der große Wagen“
Gelobt sei Gott im höchsten Thron
samt seinem eingebornen Sohn,
der für uns hat genug getan.
Halleluja. Halleluja, Halleluja.
Des Morgens früh am dritten Tag,
da noch der Stein am Grabe lag,
erstund er frei ohn alle Klag …
Nun bitten wir dich, Jesus Christ,
weil du vom Tod erstanden bist,
verleihe, was uns selig ist …
damit von Sünden wir befreit,
den Namen dein gebenedeit,
frei mögen singen allezeit:
Halleluja.
Michael Weiße 1534
Es sungen drei Engel ein süßen
Gesang,
der in dem hohen Himmel klang.
Sie sungen, sie sungen alles so
wohl,
den lieben Gott wir loben solln.
Wir heben an, wir loben Gott,
wir rufen ihn an, es tut uns not.
Herr Jesus Christ, wir suchen dich,
am Heiligen Kreuz, da finden wir dich.
Ostern
Has, Has, Osterhas, wir möchten nicht mehr warten, Der Krokus und das Tausendschön, Vergissmeinnicht und Tulpe stehn, schon lang in unserm Garten.
Has, Has, Osterhas, mit deinen bunten Eiern! Der Star lugt aus dem Kasten raus. Blühkätzchen sitzen um sein Haus. Wann kommst du Frühling feiern?
Has, Has, Osterhas, ich wünsche mir das Beste: ein großes Ei, ein kleines Ei, dazu ein lustig Dideldumdei. Und alles in dem Neste.
Richard Rudolf Klein Aus dem Schulwerk „Kinder musizieren“
Mai, Mai, Sommergrün,
die Engel singen im Himmel schön,
sie singen über die Maßen,
Gott wird euch nicht verlassen!
Nach sudetendeutschen Rufen gestaltet von Gottfried Wolter fürs „Das singende Jahr“.
Alles neu macht der Mai,
macht die Seele frisch und frei.
Lasst das Haus, kommt hinaus!
Windet einen Strauß!
Rings erglänzet Sonnenschein,
duftend prangen Flur und Hain:
Vögelsang, Hörnerklang
tönt den Wald entlang.
Wir durchziehen Saaten grün,
Haine, die ergötzend blüh’n,
Waldespracht, neu gemacht
nach des Winters Nacht.
Dort im Schatten an dem Quell
Rieselnd munter silberhell
Klein und Groß ruht im Moos,
wie im weichen Schoß.
Hier und dort, fort und fort,
wo wir ziehen, Ort für Ort,
alles freut sich der Zeit,
die verschönt erneut.
Widerschein der Schöpfung blüht
uns erneuernd im Gemüt.
Alles neu, frisch und Freitag
macht der holde Mai.
1818 entstanden aus einer alten
Volksweise
Text von H. von Kamp
Der Mai ist gekommen,
die Bäume schlagen aus,
da bleibe, wer Lust hat,
mit Sorgen zu Haus.
Wie die Wolken dort wandern
Am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn
in die weite, weite Welt.
Herr Vater, Frau Mutter,
dass Gott euch behüt!
Wer weiß, wo in der Ferne
mein Glück mir noch blüht.
Es gibt so manche Straße,
da nimmer ich marschiert,
es gibt so manchen Wein,
den ich nimmer noch probiert.
Frisch auf drum, frisch auf drum
Im hellen Sonnenstrahl,
wohl über die Berge,
wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen,
die Bäume rauschen all;
mein Herz ist wie’ne Lerche
und stimmet ein mit Schall.
Und abends im Städtchen,
da kehr ich durstig ein.
„Herr Wirt, mein Herr Wirt,
eine Kanne blanken Wein!
Ergreife die Fiedel,
du lust’ger Spielmann, du!
Von meinem Schatz das Liedel,
das singe ich dazu.
Und find ich keine Herberg,
so lieg ich zur Nacht
wohl unterm blauen Himmel,
die Sterne halten Wacht;
im Winde die Linde,
die rauscht mich ein gemach,
es küsset in der Frühe
das Morgenrot mich wach.
O wandern, o wandern,
du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem
so frisch in der Brust;
da singet und jauchzet
das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön,
o du weite, weite Welt!
Emanuel Geibel
Melodie Wilhelm Lyra in Anlehnung an eine böhmische Volksweise
Der Mai, der Mai,
der lustige Mai, der kommt heran gerauschet.
Ich ging in den Busch und brach mir einen Mai,
und der war grüne.
Tra-la-la, tra-la-la-la-la-la, der Mai, und der war grüne.
Der Mai, der Mai, der lustige Mai
erfreuet jedes Herze.
Ich spring in den Reih’n und freue mich dabei
Und sing und spring und scherze
Der Maien ist kommen,
und das ist ja wahr!
Es grünet jetzt alles in Laub und in Gras.
In Laub und in Gras sind der Blumen so viel;
Drum tanzet Mareili zum Saitenspiel.
Nun tanz, nun tanz, Mareieli tanz!
Du hast ja gewonnen den Rosenkranz.
Wir hauen den Maien, wir tun ihn in
Tau,
wir singen dem Bauern, seiner freundlichen Frau.
Der freundlichen Frau und dem ehrlichen Mann,
der uns so reichbelohnen kann.
Die Bäurin ist lieb, und sie gibt uns so gern
Schöne Äpfel und Birnen mit braunen Kern.
Der Winter ist vergangen, ich seh
des Maien Schein.
Ich seh die Blümlein prangen, des ist mein Herz erfreut.
So fern in jenem Tale, da ist gar lustig sein,
da singt Frau Nachtigalle und manch Waldvögelein.
Der Storch ist wieder kommen, dazu
die Schwälmelein,
ja, man hat auch vernommen die Turtelbäubelein,
sowohl die Gäns und Spechte, Wildhof und Kranich fein,
und allerlei Geschlechte der lieben Vögelein.
Die Lerch sich hoch erhebet und
flieget über sich,
mit ihren Flügeln webet und singet säuberlich.
Der Schall erklinget ferne und lautet mächtig wohl,
die Menschen hören’s gerne und seind der Freuden voll.
Weimarer Handschrift 1537
Grüß Gott, du schöner
Maien,
da bist du wiedrum hier,
tust jung und alt erfreuen
mit deiner Blumen Zier.
Die liegen Vöglein alle,
sie singen also hell;
Frau Nachtigall mit Schalle
hat die fürnehmste Stell.
Die kalten Wind verstummen,
der Himmel ist gar blau;
die lieben Bienlein summen
daher auf grüner Au.
O holde Lust im Maien,
da alles neu erblüht;
du kannst mich sehr erfreuen,
mein Herz und mein Gemüt.
Aus Norwegen
Aus dem 16. Jahrhundert
Komm, lieber Mai, und mache die
Bäume wieder grün,
und lass uns an dem Bache die kleinen Veilchen blühn!
Wie möchten wir so gerne ein Veilchen sehn,
ach, lieber Mai, wie gerne einmal spazieren gehen.
Zwar Wintertage haben wohl auch der
Freuden viel:
Man kann im Schnee eins traben und treibt manch Abendspiel
Baut Häuserchen von Karten, spielt Blindekuh und Pfand:
Auch gibt’s wohl Schlittenfahrten auf’s liebe freie Land;
Doch wenn die Vöglein singen und wir
dann froh und flink
Auf grünem Rasen springen, das ist ein ander Ding!
Jetzt muss mein Steckenpferdchen dort in dem Winkel stehn,
denn draußen in dem Gärtchen kann man vor Schmutz nicht gehen.
Am meisten aber dauert mich
Lottchens Herzeleid:
Das arme Mädchen lauert recht auf die Blumenzeit;
Umsonst hol ich ihr Spielchen zum Zeitvertreib herbei;
Sie sitzt auf ihrem Stühlchen wie’s Hühnchen auf dem Ei.
Wie herrlich leuchtet mir die Natur,
wie glänzt die Sonne, wie lacht die Flur!
Es dringen Blüten aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen aus dem Gesträuch.
Und Freud und Wonne aus jeder Brust!
O Erd, o Sonne, o Glück, o Lust!
O Lieb, o Liebe, so golden schön
Wie Morgenwolken auf jenen Höhn.
Du segnest herrlich das frische
Feld,
im Blütendampfe die volle Welt.
O Mädchen, Mädchen, wie lieb ich dich!
Wie blinkt dein Auge, wie liebst du mich!
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832
Chr. A. Gabler 1798
Der Mai, der Mai, der lustige Mai,
der kommt herangerauschet.
Ich ging in den Busch und brach mir einen Mai,
der Mai und der war grüne,
tralara, tralala, lalala, der Mai und der war grüne.
Ich stecke mir den Maien an den Hut
und zieh hinaus ins Weite.
Ich hab einen frischen freien Mut,
der Mai ist meine Freude.
Tralara …
Hei, hei, jetzt ist die helle, hohe
Zeit wo alle Bäche schwellen.
Ihr Wellen, nehmt den grünen Maien mit
Und grüßt die schöne Ferne.
Tralara …
Alter Maientanz aus dem Siebengebirge um 1847
Komm, lieber Mai, und mache die
Bäume wieder grün,
und lass mir an dem Bache, die kleinen Veilchen blühn.
Wie möchte ich doch so gerne ein Veilchen wiedersehn,
ach lieber Mai wie gerne einmal spazieren gehen.
Ach, wenn’s doch erst gelinder und
grüner draußen wär.
Komm, lieber Mai, wir Kinder, wir bitten dich gar sehr.
O komm und bring vor allem uns viele Veilchen mit,
bring auch viel Nachtigallen und schöne Kuckuck mit!
Christian Adolf Overbeck 1755-1821
Wolfgang Amadeus Mozart 1756-1791
Der Schnee zerrinnt, der Mai
beginnt,
die Blüten keimen den Gartenbäumen,
und Vogelschall tönt überall,
und Vogelschall tönt überall.
Pflückt einen Kranz und haltet Tanz
Auf grünen Auen, ihr schönen Frauen!
Pflückt einen Kranz und haltet Tanz,
pflückt einen Kranz und haltet Tanz!
Wer weiß wie bald die Glocke
schallt,
da wir des Maien uns nicht mehr freuen.
Wer weiß, wie bald die Glocke schallt,
wer weiß, wie bald die Glocke schallt.
Drum werdet froh! Gott will es so,
der uns dies Leben zur Lust gegeben.
Genießt der Zeit, die Gott verleiht,
genießt der Zeit, die Gott verleiht!
Ludwig Hölty 1748-1776
Franz Schubert, 1815 aus den Duetten für Singstimmen oder
Waldhörner
Wie schön blüht uns der Maien,
der Sommer fährt dahin.
Mir ist ein schön Jungfräulein
Gefallen in meinen Sinn.
Bei ihr, da ist mir wohl,
wenn ich an sie gedenke,
mein Herz ist freudevoll.
Bei ihr, da wär ich gerne,
bei ihr, da wär mir’s wohl;
sie ist mein Morgensterne,
strahlt mir ins Herz so voll.
Sie hat ein roten Mund;
Sollt ich sie darauf küssen,
mein Herz würd mir gesund.
Wollt Gott, ich fänd im Garten
Drei Rosen auf einem Zweig,
ich wollt auf sie warten,
ein Zeichen wär mir’s gleich.
Das Morgenrot ist weit,
es streut schon seine Rosen;
Ade, mein schöne Maid!
Anfang des 16. Jahrhunderts.
Melodie aus dem Lautenbuch, das 1619 gedruckt wurde
Willkommen, lieber schöner Mai,
der unsre Flur verjüngt,
dass ringsum Laub und Blumen neu
aus vollen Knospen dringt.
Dir tönt der Vögel Lobgesang.
Der ganze Buchenhain
am Blumental ist Silverklang,
und Bäche murmeln drein.
Rot stehn die Blumen, weiß und blau,
und Mädchen pflücken sie
und tanzen auf der grünen Au:
Ahi, Herr Mai, ahi!
Ludwig Hölty 1748-1776
Sommerlieder
Herzlich tut mich erfreuen die
fröhlich Sommerzeit,
all mein Geblüt erneuen, der Mai viel Wollust geit.
Die Lech tut sich erschwingen mit ihrem hellen Schall,
lieblich die Vöglein singen, voraus die Nachtigall.
Der Kuckuck mit seim Schreien macht
fröhlich jedermann,
des Abends fröhlich reihen die Maidlein wohlgetan,
spazieren zu den Bronnen pflegt man zu dieser Zeit,
all Welt sucht Freud und Wonnen mit Reisen fern und weit.
Es grünet in den Wäldern, die Bäume
blühen frei,
die Röslein auf den Feldern von Farben mancherlei.
Ein Blümlein steht im Garten, das heißt Vergissnichtmein,
das edle Kraut Wegwarten macht guten Augenschein.
Darum lob ich den Sommer, dazu den
Maien gut,
der wendt uns allen Kummer und bringt uns frohen Mut.
Der Zeit will ich genießen, die weil ich Pfennig hab,
und wen tut es verdrießen, der fall die Stiegen ab.
Wort, Weise und Satz in Georg Rhaw „Bicinia“ 1545
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
In dieser lieben Sommerzeit
An deines Gottes Gaben.
Schau an der schönen Gärten Zier
Und siehe, wie sie mir und dir
Sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.
Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide,
Narzissen und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide.
…
Die Lerche schwingt sich in die
Luft,
das Täublein fliegt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder,
die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hübel, Tal und Felder.
…
Ich selbsten kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen.
Ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.
…
Paul Gerhardt 1607-1676
Hör, Frau Wirtin, höre:
Sommer steht vorm Tore!
Soll der Sommer fruchtbar sein,
tu was in den Korb hinein:
Grünender Mai, Kuchen und Ei!
Schau, Frau Wirtin, schaue:
Sommer färbt die Aue!
Soll der Sommer fröhlich sein,
tu was in den Korb hinein:
Pfannkuchen rund, Eier bunt!
Aus Polen
Lachend, lachend, lachend kommt
der Sommer über das Feld,
über das Feld kommt er lachend, ha, ha, ha! Lachend übers Feld.
Cesar Bresgens aus „Das Jahresrad“
Kommt, ihr Gespielen, wir wolln uns
kühlen bei diesem frischen Taue.
Werdet ihr singen, wird es erklingen fern in dieser Aue.
Hört, Ihr Gesellen, die Hündlein
bellen, was wollen wir beginnen?
Lasset uns kriegen, lasset uns siegen, Sommerlust gewinnen.
Auf, ihr Brüder, singt hoch und
nieder, den Sommer zu gewinnen!
Ist es nicht Schande weit in dem Lande, wenn wir uns besinnen!
Kommt, ihr alle, mit großem Schale,
wir wolln den Sommer grüßen:
Wenn wir recht singen, wird es erklingen, uns die Zeit versüßen.
Aus Thüringen
Melchior Franck 1573-1639
Tra-ri-ra, der
Sommer, der ist da!
Wir wollen in den Garten
Und wolln des Sommers warten.
Ja, ja, ja, der Sommer, der ist da
Tra-ri-ra …
Wir wollen hinter die Hecken
Und wolln den Sommer wecken.
Tra-ri-ra …
Der Sommer hat gewonnen,
der Winter ist zerronnen.
Gesprochen:
Wir wünschen dem Herrn einen goldenen Tisch,
auf jeder Eck einen gebackenen Fisch
und mitten hinein drei Kannen voll Wein,
dass er dabei kann fröhlich sein.
Aus der Pfalz
Melodie Carl Maria von Weber
Heut ist ein freudenreicher Tag,
dass man den Sommer gewinnen mag.
Ihr Herren mein, der Sommer ist fein.
Ich bin der Winter mit allem Fleiß,
zu meiner Zeit liegen die Felder schneeweiß.
…
So bin ich der Sommer also kühn,
zu meiner Zeit werden die Felder grün.
…
So komm ich aus dem Gebirg geschwind
Und bring mit mir den kühlen Wind.
…
Wohlan, wohlan, Johannistag
mäh ich mein Gras auf der Wiese ab.
Mähst du es ab, so heb ich’s auf
Und mach ein gutes Futter draus.
…
Wohlan, wohlan Jakobitag
Schneid ich mein Korn und Weizen ab.
…
Schneidst du es ab, so dresch ich’s
aus
Und mach mir gute Kuchen draus.
…
Wohlan, wohlan, Michaelitag,
schüttel ich mein Äpfel und Birnen herab.
…
Schüttelst du sie herab, so klaub
ich sie auf,
mach mir gute Hutzel draus.
…
O Winter, du darfst jetzt nicht viel
sagn,
bald wird ich dich aus dem Sommerland jagn.
…
Mein lieber Sommer, jetzt geb ich
dir recht,
du bist mein Herr und ich dein Knecht.
…
Ei, Bruder, gib mir deine Hand
Wir reisen mitsammen ins Sommerland!
Ihr Herren mein, der Sommer fein.
Joseph von Eichendorff 1788-1857
Auch als Kanon – ohne 2. Stimme
Theodor Fröhlich 1803-1836
Herbst- und Erntelieder
Kommt ein Reiflein in der Nacht,
nimmt den Rosen ihre Pracht,
fallen ab, fallen ab,
sinken in das kühle Grab.
Deine Schönheit wird
vergehn, wie die Rosen im Garten stehn, fallen ab, fallen ab, sinken in das kühle Grab. |
In der Erde schläft
nun still, was im Frühling blühen will. Ruhe aus, ruhe aus, schlafe still im dunklen Haus. |
Worte und Weise aus Lothringen
Wir pflügen und streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht nicht in unserer Hand.
Es tut mit leisem Wehen der Himmel mild sich auf
Und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!
Er sendet Tau und Regen und Sonn und
Mondenschein,
er wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behände in unser Feld und Brot:
Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.
…
Er lässt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes
Lauf,
er lässt die Winde wehen, er tut den Himmel auf.
Er schenkt uns soviel Freude, er macht uns frisch und rot,
er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot.
…
Matthias Claudius 1740-1815 – Um 1800
Wir bringen mit
Gesang und Tanz dir diesen blanken Erntekranz durch Bräutigam und Braut. Die Fiedel und Oboe schallt, die Glocken gehen, und jung und alt springt hoch und jauchzet laut, springt hoch und jauchzet laut. |
Hoch oben hängt der
blanke Kranz, beginnt, ihr Schnitter, Reihentanz und singt mit frohem Mut: Es lebe unser Vater hoch, und seine Frau und Kinder hoch! Juchheißa, schwingt den Hut, juchheißa, schwingt den Hut! |
Johann Heinrich Voss 1751-1826
Johann Abraham Peter Schulz 1747-1800
Erntelied - Es ist ein Schnitter ...
Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,
hat Gewalt vom höchsten Gott,
heut wetzt er das Messer,
es schneidt schon viel besser,
bald wird er dreinschneiden,
wir müssens’s nur leiden.
Hüte dich, schöns Blümelein!
Was heut noch grün und frisch dasteht,
wird morgen schon hinweggemäht:
die edlen Narzissen,
die Zierden der Wiesen,
die schön Hyazinthen,
die türkischen Binden.
Hüte dich, schöns Blümelein!
Das himmelfarbene Ehrenpreis,
die Tulipanen gelb und weiß,
die silbernen Glocken,
die goldenen Flocken,
sinkt alles zur Erden,
was wird daraus werden?
Hüte dich, schöns Blümelein!
Ihr hübsch Lavendel, Rosmarein,
ihr vielfärbige Röselein,
ihr stolze Schwertlilien,
ihr krause Basilien,
ihr zarte Violen,
man wird euch bald holen.
Hüte dich, schöns Blümelein!
Trutz, Tod! Komm her, ich fürcht dich nit.
Trutz, komm und tu ein’ Schnitt.
Wird ich auch verletzet,
so wird ich versetzet
in den himmlischen Garten,
auf den wir alle warten.
Freue dich, schöns Blümelein!
Volkslied
Mit lautem Jubel bringen wir den schönsten
Erntekranz
mit seiner Ähren lichten Pracht, viel mehr als Goldesglanz.
Das Brot, es schmeckt uns doppelt gut, was das
heißt,
wenn man es selbst verdienen muss, mit vieler Müh und Fleiß.
Wir danken Gott für seine Gnad und weihen ihm
die Kron,
für alle Fülle, die er gab, ist dies nur ein kleiner Lohn.
So wünschen wir dem Haus viel Glück und schenken
ihm den Kranz.
Das ist der Schnitter Meisterstück, wiegt mehr als Goldesglanz.
Erntelied 1800
Herbst - bunt sind schon die Wälder
Bunt sind schon die Wälder, gelb die
Stoppelfelder, und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen, graue Nebel wallen, kühler weht der Wind.
Flinke Träger springen, und die Mädchen singen,
alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben zwischen hohen Reben auf dem Hut von Stroh.
Geige tönt und Flöte bei der Abendröte und im
Mondesglanz.
Junge Winzerinnen winken und beginnen ihren Ringeltanz.
J.G.v. Salis-Seewis 1762-1834
Joh. Friedr. Reichardt 1752-1814
Klipp und klapp, dreschet auf und ab!
Hochgehäuft zum Dache
Liegt das Korn im Fache
Und ein Schober steht
Vor der Scheun erhöht.
Klipp und klapp, dreschet auf und ab!
Weizen, Gerst und Roggen
Stand in langen Hocken,
dass die Achse fast brach
von der Legenslast.
J.H. Voss 1751-1826
Nach J.A.P. Schulz, als Kanon von A. Lechler
Ein Kerl, der sich zu wehren weiß, will was zu
beißen haben.
Es mögen sich an süßer Speis die Kinder und Mummelgreis
Und alle Tanten laben.
Die rechte Kraft gibt schwarzes Brot, ob
trocken, ob mit Butter.
Wer’s isst, der kriegt die Wangen rot, und keiner isst sich daran tot,
es ist gesundes Futter.
Wer fleißig seine Arbeit schafft, der braucht
gern seine Zähne.
Im Schwarzbrot steckt der Erde Saft, die warme Sonne gab ihm Kraft,
damit der Mensch sie nehme.
Und Vieler Händ am Werke sind. Der Bauer pflügt
die Äcker.
Des Müllers Rad dreht sich geschwind, es helfen Wasser und Wind,
das Mehl bekommt der Bäcker.
Wir essen, was er bäckt. Sein Brot nährt Alt’
und Junge.
Und was an Müh’ hineingesteckt, als neue Kraft wird’s aufgeweckt,
mein Freund, auf deiner Zunge.
Was Mensch und Erde, Sonn und Wind mit ihrer
Kraft bereiten,
sättigt Bauer und Gesind, es nähret Mann und Weib und Kind
für heut und alle Zeiten.
Worte und Weise: Wilhelm Twittenhoff
Herbei, herbei zu meinem Sang,
Hansjörgel, Michel, Stoffel,
und singt mit mir das frohe Lied dem Stifter der Kartoffel.
Heidi, heida, Kartoffeln aus Amerika
Heidi, heida, Kartoffeln in der Schal.
Franz Drake hieß der brave Mann, der
vor zweihundert Jahren
Von England nach Amerika als Kapitän gefahren.
Heidi, heida …
Salat davon, gut angemacht, mit
Feldsalat durchschossen,
der wird mit großem Appetit von jedermann genossen.
Heidi, heida …
Gebraten schmecken sie recht gut,
gesotten nicht viel minder,
Kartoffelklöße essen gern die Eltern und die Kinder.
Heidi, heida …
Von Straßburg bis nach Amsterdam, von
Stockholm bis nach Brüssel
Kommt Johann zur Abendsupp mit der Kartoffelschüssel.
Heidi, heida …
Friedrich Sauter 1766-1846
Weise in der schwäbischen Fassung
Feldeinwärts flog ein Vögelein und
sang im hellen Sonnenschein
mit süßem, wunderbarem Ton:
„Ade, ich fliege nun davon, weit, weit, weit, weit,
weit, weit, weit, weit, weit reis’ ich noch heut, weit, weit, weit, weit.
Ich horchte auf den Feldgesang, mir
ward so wohl und doch so bang,
mit frohem Schmerz und trüber Lust stieg wechselnd bald und sank die Brust.
Herz, Herz (Herz, Herz) Herz, Herz, (Herz, Herz) ist’s Wonne oder Schmerz?
Mein Herz, mein Herz.
Doch als ich Blätter fallen sah, da
dacht ich. „Ach, der Herbst ist da!
Der Sommer geht, die Schwalbe flieht, vielleicht so Lieb’ und Sehnsucht flieht
Weit, weit (weit, weit) weit, weit, (weit, weit)
Weit, weit. Rasch mit der Zeit, weit, weit, weit, weit.
Doch rückwärts kam der Sonnenschein,
dicht zu mir drauf das Vögelein,
es sah mein tränend Angesicht und sang: „Die Liebe wintert nicht,
nein, nein (nein, nein) es ist und bleibet Frühlingsschein!
Nein, nein, nein, nein!“
Ludwig Tieck 1773-1853
Karl Maria v. Weber 1786-1826
Lass regnen, wenn es regnen will, dem
Wetter seinen Lauf!
Denn wenn es nicht mehr regnen will, so hört’s von selber auf.
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832
Stoffel! Stoffel!
Obst und Kartoffel, Kartoffel und Obst,
Obst und Kartoffel. Schafft ins Haus, ins Haus.
Kraut und Rüben, wo sind sie
geblieben?
Sauerkraut muss rein!
Hol schnell den Hobel, hobel das Kraut uns ein!
Most in die Fässer, Wein schmeckt
noch besser,
Wein muss es sein! Fülle die Fässer, die Fässer
Mit Most und Wein!
Holz und Kohlen muss der Stoffel
holen.
Das Feuer ist aus. Stoffel trag das Holz und die Kohlen,
die Kohlen ins Haus.
Aus „Musikalischer Hausfreund“ 1822
Angeblich Josef Haydn 1732-1809
Heut soll das große Flachsernten
sein, den wollen wir hecheln, spinnen gar fein.
Dann nähen wir uns Hemd und auch Rock, schwingen uns froh zum Tanze.
Dum, dum, dum, dum, dum.
Webstuhl schnell geht, Spule sich dreht, schwinget euch froh zum Tanze.
Heut soll das große Flachshecheln
sein, den raufen wir und hecheln gar fein.
Dann nähen wir …
Heut soll das große Flachsspinnen
sein, den spinnen wir und weben gar fein.
Dann nähen wir …
Heut soll das große Leinewegen sein,
weil wir den Flachs gesponnen so fein.
Dann nähen wir …
Heut soll für uns ein Freudentag
sein, weil uns gelang die Arbeit so fein.
Heut soll für uns ein Freudentag sein, weil uns gelang die Arbeit so fein.
…
Nach einem Tanzlied aus Schweden.
He, ho! Spann den Wagen an!
Sieh, der Wind treibt Regen übers Land.
Hol die goldnen Garben,
hol die goldnen Garben!
Volkstümlich
Im Walde da wachsen die Beer’n,
drum lieb ich den Wald auch so gern.
Hali, hali, halo!
Tratralalala, tratralalala, tratralala, lalatratralalala.
Im Walde, da wachsen die Schwämm’,
wenn’s kein’ gibt, da bleib’n wir derhäm.
…
Im Walde, da gibt’s lust’ge Leut,
und Beeren und Schwämme such’n wir heut.
…
Thüringen
Erde, die uns dies
gebracht, Sonne, die es reif gemacht.
Liebe Sonne, liebe Erde, euer nicht vergessen werde!
Worte: Christian Morgenstern
Danket dem Herrn für seine Gaben.
Amen, Amen.
Ging ein Weiblein
Nüsse schütteln, Nüsse schütteln, Nüsse schütteln,
alle Burschen halfen rütteln, halfen rütteln, rums!
Ging ein Weiblein Himbeen pflücken …
Riss die Krinolin in Stücken, sie in Stücken, rums!
Hat nicht nur den Rock zerrissen …
Wird die Schuh auch flicken müssen … rums!
Nebel, Nebel!
Nebel, Nebel, weißer Hauch, walle über Baum und Strauch!
Nebel, Nebel, weiße Wand, fliege hin ins weite Land,
fliege über Tal und Höhn, lass die goldne Sonne sehn!
Nebel!
Worte A. Blume
Weise: Walther Pudelko aus „Musikanten die kommen“
Herbst - Spannenlanger Hansel ...
Spannenlanger
Hansel, nudeldicke Dirn,
gehen wir in den Garten, schütteln wir die Birn’.
Schüttel ich die großen, schüttelst du die klein’,
wenn das Säckel voll ist, gehen wir wieder heim.
„Lauf doch nicht so närrisch,
spannenlanger Hans!
Ich verlier die Birnen und die Schuh noch ganz.“
„Trägst ja nur die kleinen, nudeldicke Dirn,
und ich schlepp den schweren Sack mit den großen Birn’.“
Leer sind die
Felder und voll ist die Scheune,
heut lasst uns schütteln die allerletzten Bäume,
und der Müller in der Mühle mahlt das Korn zu Mehl,
darum sind die Burschen und Mädchen so fidel.
Recht die Felder ab, aber nicht zu knapp!
Vögelein und Mäuschen kriegen auch noch etwas ab.
Aus Dänemark
Winterlieder
Endlich ist es nun soweit,
seht nur, wie es lustig schneit!
Weiße Dächer, weiße Straßen,
watteweißes Winterbild,
rote Wangen, rote Nasen,
und die Flocken wirbeln wild.
Endlich ist es nun soweit,
alle Welt ist weiß verschneit.
Hurtig, holt heraus den Schlitten,
hurtig geht’s hinab den Hang,
auf der Eisbahn wird gelitten,
hei, die glatte Spur entlang!
Endlich ist es nun soweit,
weiß ist alles weit und breit.
Ja, der gute, alte Winter
Hält uns Freuden rings bereit,
denn er ist ein Freund der Kinder,
es schneit und schneit und schneit.
Worte Rudolf Habetin
Weise: Karl Marx
Juchhe, juchhe, juchhe, der erste
Schnee!
In großen weißen Flocken, so kam er über Nacht
Und will uns alle locken, hinaus in Winterpracht.
Juchhe, juchhe, erstarrt sind Bach
und See!
Herbei von allen Seiten aufs glitzerblanke Eis,
dahin, dahin zu gleiten nach alter, froher Weis!
Juchhe, juchhe, jetzt locken Eis und
Schnee!
Der Winter kam gezogen mit Freuden mannigfalt,
spannt seinen weißen Bogen weit über Feld und Wald.
Karl Marx
Es ist ein Schnee gefallen,
wann es ist noch nit Zeit;
Ich wollt zu meinem Buhlen gan,
der Weg ist mir verschneit.
Es gingen drei Gesellen Spazieren um das Haus; Das Mädchen war behände, es lugt zum Laden aus. Der ein der war ein Reiter |
Er tät dem Maidlein
kromen Von Seiden ein Haarschnur; Es gab demselben Maidlein: „Bind du dein Haar mit zu!“ „Ich will mein Haar nit binden, |
Aus dem 16. Jahrhundert
Oh, wie ist es kalt geworden
und so traurig öd und leer!
Raue Winde wehn von Norden
und die Sonne scheint nicht mehr.
Auf die Berge möchte ich fliegen,
möchte sehn ein grünes Tal;
möchte in Gras und Blumen liegen
und mich freun am Sonnenstrahl.
Möchte hören die Schalmeien
und der Herden Glockenklang;
möchte freuen mich im Freien
an der Vögel süßem Sang.
Schöner Frühling, komm’ doch wieder!
Lieber Frühling, komm doch bald!
Bring uns Blumen, Laub und Lieder,
schmücke wieder Feld und Wald.
Hoffmann von Fallersleben
Text und Melodie
Ach bittrer Winter, wie bist du kalt!
Du hast entlaubet den grünen Walt.
Du hast verblühet die Blümelein auf der Heiden,
die Blümelein auf der Heiden.
Die bunten Blümelein sind worden
fahl,
entflogen ist uns Frau Nachtigall.
Sie ist entflogen, wird sie wieder singen?
Wird sie wieder singen?
Du hältst gefangen des Lichtes Schein
Und lässt die Tage uns dunkel sein.
O lass doch wieder die goldne Sonne leuchten,
die goldne Sonne leuchten!
Volkslied 1640
Nach grüner Farb mein Herz verlangt
in dieser trüben Zeit,
der grimmig Winter währt so lang,
der Weg ist mir verschneit.
Die süßen Vöglein jung und alt,
die hört man lang nit meh,
das tut des argen Winters Gwalt,
der treibt die Vöglein aus dem Wald
mit Reif und kaltem Schnee.
Er macht die bunten Blümlein
fahl im Wald und auf der Heid.
Dem Laub und Gras allüberall,
dem hat er widerseit.
All Freud und Lust wird jetzo feil,
die uns der Sommer bringt.
Gott geb dem Sommer Glück und Heil,
der zieht nach Mittentag am Seil,
dass er den Winter zwingt.
Weise Michael Praetorius 1610
Der Winter ist ein rechter Mann,
kernfest und auf der Dauer,
sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an
und scheut nicht süß und sauer.
Er zieht sein Hemd im
Freien an Aus Blumen und aus
Vogelsang Doch wenn die Füchse
bellen sehr, |
Wenn Stein und Bein von
Frost zerbricht Sein Schloss von Eis
liegt ganz hinaus Da ist er denn bald dort,
bald hier, |
Text Matthias Claudius – Melodie Friedrich Reichardt
Es ist für uns eine Zeit angekommen,
die bringt uns eine große Freud.
Übers schneebeglänzte Feld
Wandern wir, wandern wir,
durch die weite, weite Welt.
Es schlafen Büchlein und See unterm
Eise,
es träumt der Wald einen tiefen Traum.
Durch den Schnee, der leise fällt,
wandern wir …
Vom hohen Himmel ein leuchtendes
Schweigen
erfüllt die Herzen mit Seligkeit.
Unterm sternbeglänzten Zelt
wandern wir …
Weise aus der Schweiz
Nicht lange mehr ist Winter,
schon glänzt der Sonne Schein,
dann kehrt mit neuen Liedern
der Frühling bei uns ein.
Im Felde singt die Lerche,
der Kuckuck ruft im Hain:
Kuckuck, Kuckuck,
da wollen wir uns freun.
Volkstümlich
So treiben wir den Winter aus
durch unsre Stadt zum Tor hinaus
und jagen ihn zu Schanden,
hinweg aus unsern Landen.
Wir stürzen ihn von Berg und Tal,
damit er sich zu Tode fall
und uns nicht mehr betrüge
durch seine späten Züge.
Nun haben den Winter wir
ausgetrieben,
so bringen wir den Sommer herwieder,
den Sommer und den Maien,
die Blümlein mancherleien.
Aus dem 16. Jahrhundert
Hei, so treiben wir
den Winter aus,
jagen ihn aus unserm Land hinaus!
Wir jagen ihn zuschanden,
hinweg aus unsern Landen.
Hei, so treiben wir den Winter aus!
Wir schlagen in das alte Stroh,
da brennt der Winter lichterloh.
…
Wir stürzen ihn vom Berg zu Tal,
auf dass er sich zu Tode fall.
…
Cesar Bresgen aus „Trariro“
Winter, ade! Scheiden tut weh.
Aber dein Scheiden macht,
dass uns das Herze lacht.
Winter, ade!
Scheiden tut weh!
Winter, ade! Scheiden tut weh.
Gerne vergess ich dein,
kannst immer ferne sein.
Winter, ade! Scheiden tut weh.
Winter, ade! Scheiden tut weh!
Gehst du nicht bald nach Haus,
lacht dich der Kuckuck aus.
Winter, ade! Scheiden tut weh!
Hoffmann von Fallersleben
Das Jahr und die Monate
Das alte ist vergangen, das neue
angefangen.
Glück zu, Glück zu zum neuen Jahr!
Glück zu zum neuen Jahr, zum neuen Jahr!
Es bring dir Heil und Segen, viel Freuden allerwegen!
Frisch auf zu neuen Tagen, helf Gott, es wird geraten!
Aus Westfalen
Gar fröhlich zu singen, so heben wir
an.
Wir wollen dir wünschen zum neuen Jahr:
Viel Glück, Heil und Segen und Arbeit fürwahr.
Burgenland: Neujahrslied und
Geburtstagslied
Volkstümlich
Wie heimlicher Weise ein Engelein
leise mit rosigen Füßen die Erde betritt,
so nahte der Morgen. Jauchzt ihm, ihr Frommen, ein heilig Willkommen,
ein heilig Willkommen! Herz, jauchze du mit!
In ihm sei’s begonnen, der Monde und
Sonnen an blauen Gezelten des Himmels bewegt.
Du Vater, du rate, lenke du und wende! Herr, dir in die Hände sei Anfang und
Ende, sei alles gelegt.
Eduard Mörike 1804-1875
Karl Marx
Das neue Jahr ist kommen,
habt ihr es nicht vernommen?
Drum Heil und Segen zum Neuen Jahr!
Weise: Walter Rein, aus dem „Kanonbüchlein!
Wir hassen die Sorgen und jagen sie
gar!
Der Himmel verspricht uns ein fröhliches Jahr.
Der Januar von Norden die Erde
zerspalt!,
der Winter wird kräftig, das Wasser wird kalt.
Der Februar, der bringt uns die
Fastnacht heraus,
da halten wir all einen fröhlichen Schmaus.
Im Märzen der Bauer die Ochsen
einspannt.
Er pflüget, er egget und dünget das Land.
April dann bekleidet die Erde mit
Klee,
bald bringt er uns Regen, bald bringt er uns Schnee.
Der Mai alle Wiesen mit Blumen
prächtig schmückt.
Der Bursch seinem Liebchen ein Sträußchen zuschickt.
Im Juni, da stehet die Sonn im
höchsten Stand,
da dürsten die Menschen, das Vieh und das Land.
Der Juli wird wärmer, die Sonne
erhitzt.
Darinnen entstehet viel Donner und Blitz.
August nun lässt sammeln in Scheunen
die Frucht,
da werden die Pilze im Walde gesucht.
September durchstreifet der Jäger den
Wald.
Die Rehe erjagt er, sein Horn laut erschallt.
Oktober muss geben dem Wein seine
Kraft,
daraus man dann keltert den fröhlichen Saft.
November hat Gänse und Schweine
gemäst’,
da essen und trinken wir alle aufs best.
Dezember macht Felder und Fluren
schneeweiß.
Das Jahr ist zu Ende. Gott ewig sei Preis!
Liederbuch der Kinder
Ich bin das ganze
Jahr vergnügt;
Im Frühling wird das Feld gepflügt.
Dann steigt die Lerche hoch empor
Und singt ihr frohes Lied mir vor
Und singt ihr frohes Lied mir vor.
Und kommt die liebe Sommerzeit;
Wie hoch ist da mein Herz erfreut,
wenn ich vor meinem Acker steh
und soviel tausend Ähren seh!
Und soviel …
Rückt endlich Erntezeit heran,
dann muss die blanke Sense dran;
dann zieh ich in das Feld hinaus
und schneid und fahr die Frucht nach Haus!
Und schneid …
Im Herbst schau ich die Bäume an,
seh Äpfel, Birnen, Pflaumen dran.
Und sind sie reif, so schüttl ich sie
So lohnt Gott des Menschen Müh!
So lohnt …
Und kommt die kalte Winterszeit,
dann ist mein Häuschen überschneit;
das ganze Feld ist kreideweiß
und auf der Wiese nichts als Eis.
Und auf der …
So geht’s jahraus, jahrein mit mir;
Ich danke meinem Gott dafür
Und habe immer frohen Mut
Und denke: Gott macht alles gut.
Und denke …
Worte nach Chr.F.D. Schubart
Du hast, o Gott,
des Jahres Lauf
gekrönt in deiner Macht:
Der Felder Samen gingen auf,
es glänzt der Erde Pracht.
Du hast das ganze Land erfreut,
du ließt den Regen fließen,
dass aus der dunklen Erd erneut
die Halme konnten sprießen.
Nun wogt das reife Korn im Tal,
nun gibt es keine Not;
nun jauchzt und singt man überall;
denn du gabst uns Brot.
Worte Elisabeth Gräfin Vithhum
Weise Richard Rudolf Klein aus dem Schulwerk „Kinder musizieren“
Du liebe, liebe
Sonne, bescheine mich,
lass Gutes in mir wachsen, das bitt ich dich.
Gott hat dich angewiesen, du darfst
nicht ruhn,
du musst nach seinem Willen nun immer tun.
Und wenn wir’s nicht verstehen, du
nicht und ich,
so wird es doch geschehen, das tröstet mich.
Das lässt mich ruhig schlafen die
lange Nacht,
ich weiß, du wirst mich wecken mit deiner Pracht.
Du liebe, liebe Sonne, Gott ist wohl
gut.
Bescheine mich, mach wachsen meinen kleinen Mut!
Worte: Hermann Claudius
Weise: Gottfried Wolters
Aus Gottfried Wolters „Das singende Jahr“
Liederbuch der Kinder
Es war eine Mutter, die hatte vier
Kinder,
den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter.
Der Frühling bringt Blumen, der
Sommer den Klee,
der Herbst, der bringt Trauben, der Winter den Schnee.
Und wie sie sich schwingen im
lustigen Reihn,
so tanzen und singen wir fröhlich darein.
Liederbuch der Kinder
Ich gebe mir die
Ehre
und sing ein Liedlein fein,
ich bin ein stolzer Herre,
die ganze Welt ist mein.
Ti-ra-la-la-la – la-la-la, ti –
ra – la-la – la – la-la-la, la – la.
Der Landmann, der mag säen
Und ernten Korn und Wein,
des Feldes Blühn und Wehen
zur Maienzeit ist mein.
Wie lustig ist das Wandern,
die Sorgen, die sind klein,
die schwere Welt lasst andern,
die schöne Welt ist mein.
Peter Rosegger
Ei wohl eine schöne Zeit bei so
holder Frühlingszeit.
Die Vöglein hört man singen, in den Lüften herum sich schwingen.
Ei wohl eine schöne Zeit bei so holder Frühlingszeit!
Ei wohl eine Schöne Zier, wenn die
Bäume blühen hier.
In Wiesen und in Auen, da kann man mit Wollust schauen.
Es ist die ganze Welt so fröhlich hergestellt.
Jetzt kommt eine andere Zeit, wo man
den Weizen schneidt,
den Weizen in die Scheuer, das Unkraut in das Feuer.
Der Kuckuck schweiget still, kein Vöglein mehr singen will.
Jetzt geht’s uns allen gleich im
kalten Todesreich:
Die Blüt sind abgefallen, der Mensch hört auf vom Prahlen,
die Blätter fallen ab, der Mensch muss in das Grab.
Wort und Weise aus Tirol und Schwaben
Der Sommer, der
Sommer, ach Gott was fang ich an?
Man sieht nicht Korn noch Blumen mehr, und alle Felder stehen leer.
Ach Sommer, ach Sommer, ach Sommer, du musst gahn.
Was gestern grün, vergeht geschwind,
und durch die Wälder fährt der Wind.
Der Herbstwind hat sich eingestellt,
er jagt die Blätter übers Feld.
Die Welt will weißes Kleid anziehn,
die Sonn darf nicht mehr früh aufstehn.
Aus dem Rheinland