Januar 2022

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1. Januar

Menschen

Schaut einmal bewusst in der Menschen Gesichter,
in jedem steckt eine Seele.

Gefühle bestimmen ihr Leben,
Freude, Angst, Schmerzen und Trauer.

Jeder ist geboren, um auf dieser Erde zu leben,
hier durch Zeiten der Jahre zu gehen.

Jeder hat das Recht auf Freiheit, Geborgenheit und Schutz,
egal wo er herkommt, wie er aussieht und welche Religion er hat.

Wir müssen uns fragen, mit welchem Recht fügen Menschen
anderen Menschen durch Hass
Schmerzen, Gewalt und sogar Tod zu.

Wir sollten uns immer bewusst machen, dass der Mensch gegenüber,
nicht anders ist als wir selber, der das was er fühlt, auch wir fühlen.

Nur wenn wir diese Gedanken ernst nehmen, können wir eine
menschliche Welt schaffen, in der es sich lohnt zu leben

Wenn wir zur Besinnung kommen, ist das die Chance auf ein
menschliches Leben. Nutzen wir diese Chance.

Mögen wir alle die Kraft aufbringen zu mehr Menschlichkeit,
durch Achtung, Mitgefühl und Nächstenliebe.

Gerade im Hinblick auf das kommende neue Jahr,
können wir alle etwas dazu beitragen.

Detlef Wolfgang Scholz

Dezember 2021

2. Januar

Und all das Geld und all das Gut
gewährt zwar viele Sachen;
Gesundheit, Schlaf und guten Mut
kann’s aber doch nicht machen.

Gott gebe mir nur jeden Tag,
so viel ich darf zum Leben.
Er gibt’s dem Sperling auf dem Dach;
Wie sollt’ er’s mir nicht geben.

Matthias Claudius

3. Januar

Nach den üppigen Festtagen sehnt man sich nach was Deftigem.

Winterküche

Gulaschsuppe, Schupfnudeln mit Speck und Sauerkraut, dicke Kartoffel- oder Erbsensuppe mit Würstchen oder cremige Lauchsuppe, Raclette, Bratäpfel – im Winter isst man gern etwas üppiger, denn durch die Kälte braucht der Körper mehr Energie und ich finde, man lechzt auch irgendwie danach. 
Zum Ausgleich gibt es viele vitaminreiche Lebensmittel mit wenigen Kalorien, zum Beispiel Wintersalate wie Endivie, Frisee- und Feldsalat oder Chicoree.

Gut sind auch Gemüsesorten wie Wirsing oder Schwarzwurzel, etwa Sauerkraut oder Weißkraut mit Speck und etwas Kümmel, als Beilage Kartoffeln. Fleisch muss nicht unbedingt sein. Im Winter gibt es fast alle Kohlsorten wie auch Rotkohl, er passt nach dem Garen mit etwas Apfel hervorragend zum Braten.
Auch Rote Bete ist gut lagerfähig. Die rote Knolle ist gut zum Kombinieren mit anderen Aromen geeignet und schmeckt zum Beispiel gut mit Kardamom oder Kreuzkümmel. Oder man würzt die Knolle mit Essig, Öl, Salz und etwas Pfeffer.
Schwarzwurzeln, genannt auch Winterspargel, in Sahnesauce sind lecker und gut schmeckend zu vielen Fleischgerichten.
Gewürze passend zur Jahreszeit sind Kardamon, Gewürznelken, Anis oder Zimt.

4. Januar

Eintöpfe

Resteverwertung, Arme-Leute-Essen, fades, aber deftiges Allerlei - Eintöpfe werden zu Unrecht oft so bezeichnet. Aus knackig frischem Gemüse, den richtigen Gewürzen und Kräutern zubereitet, werden Eintöpfe zu schmackhaften und gesunden Wintergerichten.

Der Mineralstoffreichtum der Zutaten bleibt bei Eintöpfen erhalten, die Nährstoffe der Gemüse, von Fleisch oder Fisch sind in der Flüssigkeit gelöst. Positiv ist der niedrige Fettgehalt und die zusätzliche Flüssigkeitszufuhr. Daher sind Eintöpfe ideale Mahlzeiten. Zudem werden Eintöpfe heiß serviert und dementsprechend langsam gelöffelt, ein figurfreundliches Esstempo wird eingehalten. Schließlich braucht der Körper Zeit, um zu merken, wann er satt wird.

Je frischer und vielfältiger das verwendete Gemüse, desto besser. Gesunde Wintergenüsse bieten Kürbis, Grünkohl, Wirsing und Sauerkraut. Wer es knackig mag, sollte Kohlblätter, Paprika und andere Gemüse erst kurz vor dem Servieren und in feine Streifen geschnitten zufügen.
Hülsenfrüchte wie weiße Bohnen, Linsen oder Kichererbsen liefern pflanzliches Eiweiß und viele Ballaststoffe.
Gewürze wie Lorbeer, Nelken, Fenchelsamen, Sternanis, Chili oder Safran geben Eintöpfen den besonderen Geschmack.

5. Januar

Glück

Glück ist eine stille Stunde,
Glück ist auch ein gutes Buch,
Glück ist Spaß in froher Runde,
Glück ist freundlicher Besuch.

Glück ist niemals ortsgebunden,
Glück kennt keine Jahreszeit,
Glück hat immer der gefunden,
der sich seines Lebens freut.

Verfasser unbekannt

6. Januar

*** Dreikönigstag ***

Das Gedicht zum heutigen 6. Januar

Wisst ihr noch, wie es geschehen?
Immer werden wir's erzählen:
Wie wir einst den Stern gesehen
mitten in der dunklen Nacht.

Stille war um die Herde.
Und auf einmal war ein Leuchten
und ein Singen ob der Erde,
dass das Kind geboren sei!

Eilte jeder, dass er sähe
arm in einer Krippe liegen.
Und wir fühlten Gottes Nähe.
Und wir beteten es an.

Könige aus Morgenlanden
kamen reich und hoch geritten,
dass sie auch das Kindlein fanden.
Und sie beteten es an.

Und es sang aus Himmelshallen:
Ehr sei Gott! Auf Erden Frieden!
Allen Menschen Wohlgefallen,
welche guten Willens sind!

Immer werden wir's erzählen,
wie das Wunder einst geschehen
und wie wir den Stern gesehen
mitten in der dunklen Nacht.

Hermann Claudius

7. Januar

Denkst du an ein Jahr, säe ein Samenkorn.

Denkst du an ein Jahrzehnt, pflanze einen Baum.

Denkst du an ein Jahrhundert,

erziehe einen Menschen.

 

Chinesische Weisheit

8. Januar

Man sehnt sich nach Farben und Düften:

Jasmin

Jasmin heißt Duft, deshalb heißt der Strauch auch so. Es hat sich aus dem arabischen Wort für „wohlriechend“ der botanische Name Jasminum gebildet. Der Echte Jasmin ist nur in flüssiger Form bekannt: Als Parfüm.
Beheimatet ist der Kletterstrauch mit seinen etwa 200 Arten in den Tropen und Subtropen Afrikas, Asiens und Australiens. Die großen, weiß, rosa und gelben Blüten besitzen eine tellergroße Krone. Die Zweige des Strauches sind meist kantig, die gefiederten Blätter gegen- oder wechselständig.
Es gibt sommer- und immergrüne Arten. Man darf ihn nicht mit dem Falschen Jasmin oder Pfeifenstrauch verwechseln.

Der Winterjasmin kommt aus Nordchina und ist ein industriefester und winterharter sommergrüner Strauch. Er blüht schon vor dem Blattaustrieb, bei entsprechender Witterung bereits vor Weihnachten, meist aber zum Jahreswechsel. Wird die erste Blüte vom Frost zerstört, so folgt Wochen später die nächste.
Auch der Echte Jasmin stammt aus China, gedeiht in Südeuropa aber auch im Freien. Im 16. Jahrhundert wurde er über Persien nach Europa gebracht.

Wir hatten einen Strauch mit weißen betörend duftenden Blüten im Garten. Leider bekam er nur allzu gerne Läuse.

9. Januar

Gerüche und ihre Kraft

Seit über 3.000 Jahren setzen Menschen auf die lindernde und wohltuende Wirkung von Düften. Schon im alten Ägypten nutzten Menschen Duftstoffe für rituelle und therapeutische Zwecke. Der französische Chemiker Rene Gattefossé leitete die moderne Aromatherapie ein, als er sich 1910 erstmals mit der Wirkungsweise ätherischer Öle auseinander setzte. Nach einem Unfall im eigenen Labor mit Lavendelöl behandelt, beschäftigte er sich mit den antiseptischen Eigenschaften der Pflanzenöle und nutzte die wohltuende Wirkung von Düften auch für die Entwicklung von Kosmetikprodukten.
Was wir mit der Nase riechen, wirkt sich direkt auf unser Gefühlsleben aus. Es kann also sein, jemanden nicht riechen zu können. Angenehme Düfte mobilisieren unsere Selbstheilungskräfte und stellen das Gleichgewicht zwischen Körper und Seele her. 
Ätherische Öle helfen vor allem bei Schlafstörungen, Nervosität, Verstimmungen und Stress. Lavendel und Melisse beruhigen, Thymian aktiviert, Orangen- und Zitronenöl sind für eine gute Stimmung. Ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf den Schläfen können gegen Kopfschmerzen helfen. Duftlampen, Massageöle, Badezusätze und Kerzen richtig angewendet wirken positiv auf unser Wohlbefinden.

10. Januar

Erster Schreibunterricht

Schreiben willst lernen? Ei, Kindchen, komm her.
Wir lernen das bald, es ist gar nicht schwer!
Nimm Brüderchens Tafel dort von der Bank.
Tauch das Schwämmchen ins Wasser und putze sie blank!
Ist der Schieferstift wohl auch richtig gespitzt?
Nun komm hierher, wo Mutterchen sitzt!
Ich schreibe dir vor, gib nur hübsch acht,
zieh die Striche nach, die ich vorgemacht:

Rauf – runter – rauf!
Tüpfelchen drauf!

Das ist ein „i“ – schau nur, wie grad!
Das kann sich schon zeigen, mit dem machst du Staat.

Nun noch eins – ein drittes – ein viertes, ei,
hübsch wie die Soldaten in einer Reih’!
Fallen nach rechts nicht und nicht nach links,
siehst du wohl, Liebling – noch eins! So ging`s.

Rauf – runter – rauf!
Tüpfelchen drauf!

Nun kannst du das „i „ schon – vielleicht dazu
lernen wir morgen das „a“ und das „u“.
Und bist du recht eifrig und gibst hübsch acht,
so lernst du das Schreiben, eh’ man’s gedacht,
und schreibst einen Brief an die Großmutter dann,
die wundert sich, was das Enkelchen kann.

Hermann Kaulbach

11. Januar

Der Leitz-Ordner

Sein Erfinder Louis Leitz, geboren am 2. Mai 1846, stammt aus Ludwigsburg (Baden-Württemberg). Er war offenbar von robuster Natur, sonst hätte er vermutlich das erste Lebensjahr nicht überlegt, denn im heißen Sommer seines Geburtsjahres starben 130 Kinder an Typhus. Wegen der damaligen Mode hatte er den von seinem Vater ererbten Vornamen ins Französische gewandelt und genoss auch einen erweiterten Unterricht in Naturkunde, Erdbeschreibung und Geschichte, der bis um das Jahr 1850 nur auf Lesen, Schreiben, Rechnen, Religion, Sitten, Reinlichkeit und Memorieren beschränkt war. Vielleicht war das ein Grund für seine spätere Karriere.

Im April 1858 starb seine Mutter, zwei Jahre später der Vater, der sein Geld als Küfer verdient hatte. Es stellte sich heraus, dass die Familie in gesicherten Verhältnissen gelebt hatte. Nach seiner Ausbildung als Dreher und einigen Jahren Berufstätigkeit als Dreher und Mechaniker, gründete er 1871 mit einem Teilhaber in Stuttgart eine "Mechanische Werkstatt und Fakturabücherei". Nachdem sein Kompagnon ausstieg, führte Leitz das Unternehmen mit seinem jüngsten Bruder und einem seiner Arbeiter weiter. Er erkannte, dass mit fortschreitender Industrialisierung und sich wandelnden Bürokratiestrukturen, Berge Ansammlungen loser Blätter entstanden und ein Ordnungssystem her musste. Neuartige Spießordner mit federgespanntem Schnappverschluss auf Nägeln waren überall bekannt, aber die Entwicklung dieser Mechanik im Jahre 1893, bei der ein Hebel fest geschlossen und arretiert werden konnte, ging als „großer Wurf“ in die Firmengeschichte ein. „Die erste Hebelmechanik mit Umlegebügel in Gleitführung“, eingenietet in einen Bucheinband, war die Geburtsstunde des Leitz-Ordners.
Der 1903/04 patentierte Excenterverschluss entspricht der noch heute gängigen Form der Mechanik. 1911 wurde das Griffloch eingeführt, ab da erschien auch der bekannte Schriftzug „Leitz“ auf dem Ordnerrücken.

12. Januar

Nach der Schulstunde

„Eins, zwei drei, die Schule ist vorbei!“, trällert der Blondkopf vor sich hin und springt eilig heimwärts. Da warten vor dem Hause schon die beiden Kleinen, Mini und Tini, auf den großen Bruder; der aber stürmt an ihnen vorbei und läuft durch den Hausflur in die Küche, wo ein riesiges Butterbrot auf dem Tisch liegt. O, ist das groß und dick! Das hat die liebe Mutter selbst zurechtgemacht für ihren Ältesten, dessen hungrigen Magen sie kennt. So hat er’s gern, da braucht man die gehörige Zeit zum Aufessen und ist nicht so schnell damit fertig, wie mit den Butterbroten, welche die Großmutter streicht. Die sagt immer: „Der Bub darf sich den Magen nicht so ausweiten, sonst wird er im Leben nimmer satt!“ oder: „Du denkst wohl, dein Magen ist eine Scheune, in die man ein paar Fuder einfahren kann!“
Ach was weiß die Großmutter vom rechtschaffenen Hunger eines wilden Buben! Solche Brotschnitte mit brauner Kruste und frischer Butter, die Mutter selbst geschlagen hat, ei, das schmeckt! Da vergisst er den Schulranzen abzulegen und duldet’s, dass die Kleinen auf den Stuhl klettern und darin herumwühlen. Die ganze Weisheit auf dem Rücken ist im Augenblick höchst gleichgültig. Mag Tini noch ein paar Eselsohren mehr in Schreib- und Rechenbücher machen, Mini ihre Künste auf der Schiefertafel versuchen, ihm ist’s einerlei. Jetzt wirft Tini ein Buch nach dem andern auf die Erde, lass sie fallen – und Mini sagt: „Mach, dass du mit dem Butterbrot fertig wirst, du musst Schularbeiten machen!“ Lass sie reden, die dumme Kleine! – Noch ein bissen – so, nun hat die liebe Seele Ruh’; auch das dickste Butterbrot nimmt unter scharfen Zähnen bald ein Ende. Jetzt ist Friedl satt. Wirklich? Was nun zuerst vornehmen? Gleich die Schularbeiten machen oder sich zuvor noch ein paar Zwetschgen vom Baum schütteln? Schnell wirft er den Ranzen ab, der ist so leicht. Er dreht sich um, da liegt der ganze Inhalt wie Kraut und Rüben auf der Erde. „Na wartet, ihr unnütziges Volk!“, ruft er drohend und hascht nach den Röckchen der beiden Kleinen, die schnell davonlaufen. Er jagt hinter ihnen her; warum soll er nicht auch erst noch ein Weilchen in den Garten? –
Nach einer Stunde etwa kommt unser Friedl wieder ins Haus zurück. Er hat sich heiß getollt mit den Schwestern und noch ein gut Teil gegessen von den reifen süßen Zwetschgen; jetzt sollen aber die Schularbeiten recht sauber und gut gemacht werden, damit ihn der Lehrer einmal wieder loben kann. Sein Gewissen ist nämlich nicht ganz leicht, wenn er an die Zensur für das Sommerhalbjahr denkt.
Aber was ist das? Die Katzenfamilie hat sich über seine Bücher gemacht, die noch an der Erde liegen; Mutter Miez kratzt grade am Schreibheft herum und eins ihrer Kleinen leckt mit spitzem Zünglein die Ziffern von der Schiefertafel fort, während das andere mit dem Schwamm Ball spielt.
Friedl, Friedl, was wird morgen der Herr Lehrer sagen?

Hermann Kaulbach

13. Januar

Der Schneemann

Seht den Mann, o große Not!
Wie er mit dem Stocke droht,
gestern schon und heute noch!
Aber niemals schlägt er doch.
Schneemann, bist ein armer Wicht,
hast den Stock und wehrst dich nicht.

Freilich ist's ein gar armer Mann,
der nicht schlagen, noch laufen kann,
schleierweiß ist sein Gesicht.
Liebe Sonne, scheine nur nicht,
sonst wird er gar wie Butter weich
und zerfließt zu Wasser gleich.

Wilhelm Hey

14. Januar

Winterfreuden

Warum nur alle Kinder jubeln, wenn die ersten Schneeflocken gegen die Scheiben tanzen? So freudig begrüßen sie doch nicht einmal im Frühling die ersten weißen Gänseblümchen auf der Wiese oder die lieben blauen Veilchen. Freilich sieht sich’s lustig mir an, wenn die zarten Sternlein dicht und dichter fallen, der Zaunpfahl allmählich eine weiße Kappe bekommt und das Hausdach einen dicken Pelzmantel.
„Frau Holle schüttelt die Betten tüchtig!“, sagt die Mutter und die Kinder jubeln in Erwartung der kommenden Winterfreuden. Sie denken an Schlittenfahren und Schlittschuhlaufen, an Schneeballgefechte und an das Bauen eines riesigen Schneemanns.
Wie schön ist’s nun gar, wenn der heilige Christ großen und kleinen Leuten draußen die blitzende Winterherrlichkeit aufbaut und den kleinen dazu drinnen im Stübchen unter dem Lichterbaum beschert, was sie zu rechter Winterlust brauchen und schon lange ersehnten: den kleinen Schlitten und die blanken Schlittschuhe. O welche herrlichen Festtage gibt das! Die Wolken haben genug Schnee herabgeschüttelt, weiß und weich liegt die weite Fläche um das Haus her und Maxl zieht die Pelzmütze über die Ohren und die Fausthandschuhe an die Hände, um mit dem neuen Weihnachtsschlitten die erste Fahrt zu versuchen. Freilich will auch das Dahinsausen über die weiche Schneedecke erst gelernt sein, aber der Bub kann’s schnell. Er ist sein eigenes Rösslein und sein eigener Kutscher; mit geschickten, kräftigen Fußstößen treibt er sein Fahrzeug vorwärts.
Das Mariele aber, sein dreijähriges Schwesterchen, das vom Fenster aus zuschaut, bekommt auch Lust aufs Schlittenfahren: „Is will auch!“, sagt es und bettelt so lange, bis der gute Bruder es in sein warmes Tuch wickelt und in seinen Schlitten setzt. Das Kunststück aber, sich selbst zu fahren, bringt das Mädele noch nicht fertig, deshalb bindet Maxl einen Strick ums Fußbrett und spannt sich als Pferd davor. Hurra, welche lustige Schlittenfahrt! Erst ist’s wonnig und Mariele jauchzt vor Freude, bald aber wird’s still und wie der Bub sich nach ihm umschaut, sieht er ein paar helle Tränen in den Augen der Kleinen.
„Was ist denn, Mariele?“, fragt er, sich zu ihr niederkauernd.
„Hu, is so talt!“, antwortet ein klägliches Stimmchen.
Maxl lacht: „Bist eben noch zu klein Schwesterl! Da, schau mich mal an, mir ist so warm, so warm!“ Dabei leuchten seine Augen in heller Winterlust aus dem rosigen Gesicht.
„So sind die Mädeles“, denkt der Sechsjährige überlegen, sein Schwesterchen in die warme Stube zurückbringend. Und: „Wir Buben sind doch ganz anders!“, denkt er weiter, als er hinter dem Hause auf dem Teich sein vierjähriges Brüderchen sieht, das die ersten Versuche in der Kunst des Eislaufs macht. Es hat die Schlittschuhe angeschnallt, die ihm das Christkind gebracht und die Maxl wohl kennt, denn es sind seine alten, die ihm zu klein wurden. Das Christkind hat sie mit seinem Freudenglanz so blank geputzt, dass sie dem Loisl funkelnagelneu in die Augen strahlten. Nun versucht er damit sein Glück auf der blanken Eisfläche. Es steht sich schlecht, es geht sich schlecht auf den schmalen Eisen – mit dem schnellen Dahinfliegen, das er an den andern Buben bewundert, ist’s noch nichts, aber – aller Anfang ist schwer und: Jeder tapfre kleine Mann versucht’s so lange, bis er’s kann!

Hermann Kaulbach

15. Januar

Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen
und dass es regnet, hagelt, friert und schneit.

Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
Dass Amseln flöten und dass Immen summen,
dass Mücken stechen und dass Brummer brummen.

Dass rote Luftballons ins Blaue steigen.
Dass Spatzen schwatzen. Und dass Fische schweigen.
Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht
und dass die Sonne täglich neu aufgeht.

Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,
wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht seh’n.
Man kann nicht alles mit dem Kopf versteh’n!

Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, dass ich bin.
In mir ist alles aufgeräumt und heiter:
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.

An solchem Tag erklettert man die Leiter,
die von der Erde in den Himmel führt.
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
weil er sich selber liebt - den Nächsten lieben.

Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne
und an das Wunder niemals ganz gewöhne.
Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu!
Ich freu mich, dass ich ... dass ich mich freu.

Mascha Kaléko

16. Januar

Azalee

Der Name Azalee stammt aus dem Griechischen und heißt eigentlich dürr, trocken. Das ist komisch, denn Azaleen brauchen viel Feuchtigkeit. Noch einen Widerspruch gibt es: Botanisch gesehen heißt die Pflanze nicht mehr Azalee, sondern Rhododendron. Da sich aber der falsche Name mittlerweile eingebürgert hat, bleibt es bei Azalee.
In vielen Farben und Formen gibt es die Azaleen, speziell fürs Zimmer gezüchtet. Sie brauchen nicht viel Licht und wenn sie kühl stehen blühen sie sehr lange.

17. Januar

Vögelchen im Winter

Am Fenster macht es: „pick – pick – pick“
Soll sicher heißen „gib – gib – gib“
Gerne, liebes Vögelchen,
fülle ich dein Schnäbelchen.
Freue mich schon auf den Frühling,
wenn du mir ein Liedlein singst.

18. Januar

Vogelkekse

Man benötigt:
Frittierfett z.B. von Palmin in Portionsstücken (ein Stück reicht für etwa einen Keks),
gemischte Vogelfutterkerne,
Strohhalme,
Backformen (Sterne und Herzen mit einem Durchmesser von mindestens 6 cm),
Bindfaden,
Backpapier
und einen Kochtopf.

Zubereitung:
Ein Stück Frittierfett bei geringer Hitze im Topf schmelzen. Dann so viel Vogelfutter dazu streuen, dass eine dicke Körnermasse entsteht. Die Backförmchen auf ein Stück Backpapier legen und eine dünne Schicht der Vogelfuttermasse hineinfüllen. Damit man die Vogelkekse später aufhängen kann, schneidet man von einem Strohhalm ein etwa 5 cm langes Stück ab und drückt es in das untere Drittel, z.B. in einen Zacken, zwischen die Körner. Den Halm festhalten und warten bis die Masse etwas abgekühlt ist. Dann kommt die nächste Schicht drauf und muss ebenfalls hart werden. So geht es weiter, bis die Keksform ganz gefüllt ist. Danach das Fett aushärten lassen, evtl. im Kühlschrank.
Zum Schluss die „Plätzchen“ vorsichtig aus der Form lösen und den Strohhalm herausziehen. Durch das Loch ein Stück Bindfaden zum Aufhängen fädeln.

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