September 2021

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1. September

Im September

Wir wollen in den Nussbusch gehn
und dort einmal zum Rechten sehn.
Das Eichhorn und der Häher
sind arge Nüssespäher,
der Buntspecht und die Haselmaus,
die lieben auch den Nusskernschmaus!
Sie nagen und sie zwicken,
sie hacken und sie picken,
und wer nicht kommt zur rechten Zeit,
geht, wie ihr wisst, der Mahlzeit queit.

Wir wollen in den Garten gehen
und dort einmal zum Rechten sehn.
Zur Nachtzeit war es windig!
Nun seht nur her! Was find ich
im sand'gen Steig, im grünen Gras,
bald hier, bald dort? Was ist denn das?
Äpfel mit roten Stirnen
und goldgestreifte Birnen!
Und dort beim Eierpflaumenbaum ...
O seht nur hin! Man glaubt es kaum!

Wir wollen an den Zaun hin gehn
und dort einmal zum Rechten sehn.
Was steht denn gleich dahinter?
O seht, zwei arme Kinder!
Sie ladet hinter ihrem Haus
kein Garten ein zu frohem Schmaus.
Da sollte man doch denken:
Heut' gibt's was zu verschenken!
Und merkt ihr erst, wie wohl das tut,
da schmeckt es euch noch mal so gut!

Heinrich Seidel

2. September

Der Sack und die Mäuse

Ein dicker Sack voll Weizen stand
auf einem Speicher an der Wand. -
Da kam das schlaue Volk der Mäuse
und pfiff ihn an in dieser Weise:
"Oh, du da in der Ecke,
Großmächtigster der Säcke!
Du bist ja der Gescheitste,
der dickste und der Breitste!
Respekt und Referenz
vor eurer Exzellenz!"
Mit innigem Behagen hört
Der Sack, dass man ihn so verehrt.

Ein Mäuslein hat ihm unterdessen
ganz unbemerkt ein Loch gefressen.
Es rinnt das Korn in leisem Lauf.
Die Mäuse knuspern's emsig auf.
Schon wird er faltig, krumm und matt.
Die Mäuse werden fett und glatt.
Zuletzt, man kennt ihn kaum noch mehr,
ist er kaputt und hohl und leer.
Erst ziehn sie ihn von seinem Thron;
Ein jedes Mäuslein spricht ihm hohn;
Und jedes, wie es geht, so spricht's:
"Empfehle mich, Herr Habenichts!"

Wilhelm Busch

3. Dezember

Kuhsprache

Kühe "reden" nicht, sie muhen, aber wie bei uns Menschen hat auch bei der Kuh jeder Laut eine Bedeutung, davon ist ein Forscher fest überzeugt und hat eine Art Wörterbuch für die Kuh-Sprache erstellt.
Es ist nicht lang, enthält nur zehn verschiedene Laute und Rufe. Mit diesen teilen Kühe Hunger oder Kranksein. Diese Tiere sind wortkarg, da sie keine Laute für Schmerzen kennen, früher vor vielen Tausenden von Jahren frei in der Steppe herumliefen. Bei Verletzungen hätten sie durch Schreie nur Raubtiere angelockt.
Der Forscher besuchte für sein Wörterbuch viele Kuhställe und nahm rund 700 Muh's von 39 Kühen auf Band auf. Aus diesen filterte er die zehn verschiedenen Laute mit ihren Bedeutungen heraus. Anschließend entwickelte er ein Computerprogramm. Will man wissen, was die Kuh gerade muht, muss der neue Laut in den Computer eingegeben werden und das Programm vergleicht dann, zu welcher Bedeutung das Muh passt.
Hungrige und durstige Kühe hat das Programm immer richtig erkannt, allerdings machten die Kühe keinen Unterschied zwischen Hunger und Durst. Auch kranke und hustende Tiere versteht das Programm fast immer, aber Tiere mit übervollem Euter etwas seltener.

4. September

Lumpi

Vater, Mutter und Kinder sitzen ganz still im Zimmer beieinander. Auf einmal rumpelt draußen in der Küche etwas. Fritz rennt hinaus und schaut, was los ist. Er läuft ins Wohnzimmer zurück und bringt vor lauter Lachen kein Wort heraus. Da laufen alle hinaus. Was müssen sie sehen?
In der Küche ist ein Topf mit Milch gestanden. Lumpi war durstig und hat davon ein bisschen trinken wollen. O weh! Da ist sein dicker Kopf in dem Töpfchen steckengeblieben. Nun rennt der Hund in der Küche herum und findet aus dem Töpfchen nicht mehr heraus.
Da erbarmt sich die gute Mutter und hilft ihm aus dem Töpfchen heraus. Aber wie sieht Lumpi aus! Über und über ist er voll Milch. Er saust schnell, schnell hinaus und verkriecht sich in einer Ecke.
Weil die Mutter so ein gutes Herz hat, darf der Vater den Sünder nicht einmal strafen, obwohl er es verdient hat.
Mutter sagt: „Der ist diesmal mit dem Schrecken schon genug gestraft.“
Lumpi hat nie wieder genascht.

Aus meinem alten Lesebuch

5. September

Der Zustand der Gerechtigkeit

Ein Hund, der sonst ein braves Tier,
hob stets sein Bein an Nachbars Tür.
Der Nachbar, dem das nicht gefiel,
Verhielt sich dennoch stumm und kühl.
Er schlich allabendlich hinaus,
"bewässerte" des Nachbarn Haus
und schuf so, ohne allen Streit,
den Zustand der Gerechtigkeit.

Eugen Roth

6. September

Knollen

 

Kartoffel: Vor guten 400 Jahren  brachten spanische Eroberer die Kartoffel nach Europa, unseren Vorfahren über Hungersnöte hinweghelfend. Kartoffeln enthalten 20 Prozent Stärke, zwei Prozent Eiweiß, so gut wie kein Fett, ebenso auch die Mineralstoffe Magnesium und Eisen. Im Winter sind sie eine gute Vitamin-C-Quelle. Mit Kartoffelbrei lässt sich Sodbrennen lindern. Kartoffelsaft hilft gegen Magenkrämpfe. Bei Schlafstörungen abends Pellkartoffeln mit Quark.

Süßkartoffel: genannt Batate, vor allem in Afrika. Zu verdanken den freigelassenen Sklaven, mit denen die Süßkartoffel von Amerika nach Afrika gelangte. Inzwischen ist sie auch hierzulande ein Geheimtipp. Die längliche Knolle schmeckt süßlich. Neben Zucker enthält sie reichlich Stärke, Ballaststoffe, Kalium, Kalzium sowie Vitamin C. In den rotfleischigen Sorten ist besonders viel Betacarotin enthalten - gut für die Augen, die Haut und das Immunsystem. Die Süßkartoffeln werden wie Kartoffeln zubereitet. Besonders gut schmecken sie im Ofen gebacken.

Topinambur: Die Blüten erinnern an Sonnenblumen und die nach dem Indianerstamm Topinambus benannte Erdartischocke sieht aus wie Ingwer und ist sehr gesund, mit den Vitaminen B, C und D, den Mineralstoffen Kalium, Kalzium, Eisen, Phosphor, Silizium und Eiweiß, aber auch einem hohen Anteil an dem Mehrfachzucker Inulin, der als Ballaststoff unverdaulich ist und Blutzuckerspritzen verhindert.

7. September

Kartoffellied

Pasteten hin, Pasteten her,
was kümmern uns Pasteten?
Die Kumme hier ist auch nicht leer
und schmeckt so gut als bonne chere
von Fröschen und von Kröten.

Und viel Pastet und Leckerbrot
verdirbt nur Blut und Magen.
Die Köche kochen lauter Not,
sie kochen uns viel eher tot;
Ihr Herren, lasst Euch sagen!

Schön rötlich die Kartoffeln sind
und weiß wie Alabaster!
Sie däun sich lieblich und geschwind
und sind für Mann und Frau und Kind
ein rechtes Magenpflaster.

Matthias Claudius

8. September

Gedanken beim Kartoffelbuddeln

Der Winzer erntet seine goldnen Trauben
die edle Frucht ist allerwärts begehrt.
Ich denk bescheiden beim Kartoffelklauben:
Ein jeder erntet, was ihm Gott beschert.

Wo die Zitronen blühn im fernen Süden,
reift die Orange voller Herrlichkeit.
Ihr Dichter, lasset mich damit in Frieden,
der Bratkartoffel sei mein Lied geweiht.

Die Kokosnuss erzählt von hohen Palmen
Romanzen aus der Tropenkolonie.
Wenn hier daheim Kartoffelpuffer qualmen
das nenn ich Weihrauch - das ist Poesie.

Ich stütze meine Arme auf den Spaten,
Die Pellkartoffeln sind famos geraten.
Nun noch der Hering
Herz was willst Du mehr.

Frisch auf, ans Werk.
Das Buddeln hat begonnen.
Man buddelt hier,
man buddelt da und dort.
Man buddelt alles an
Das Licht der Sonnen –
Das weiß der Bauer
Verdammt - das Bücken
fällt beim Buddeln schwer
das ahnt der Lord.

Fred Endrikat

9. September

Gladiolen

Allmählich geht die Gladiolenblüte nun zu Ende. Noch sind die Blätter grün, aber oft geht es dann recht schnell, dass sie gelb werden.
Immer wieder stellt man fest, dass Blüten und Blätter vor dem Schneiden vertrocknet sind. Es ist der Gladiolenthrips, ein kleiner Schädling, der oft gar nicht als solcher erkannt wird. Dieser verursacht Saugschäden an Blättern, Knospen und Blüten, die dann wie vom Hagel geschädigt aussehen. Leider gibt es kein wirksames Mittel. Wichtig ist, im Herbst das befallene Laub in den Müll zu befördern. Weil der Schädling auch an den Knollen überwintert, sollte man auch diese wegwerfen oder mit einem Insekten tötenden Mittel einsprühen und erst nachdem sie gut abgetrocknet sind, einlagern.

Wichtig ist, sie vorher sorgfältig von allen Erd- und Wurzelresten zu befreien. Außerdem müssen die Gladiolen unbedingt einen anderen Platz bekommen, am besten im Gemüsegarten, Pflanztiefe 10-15 cm wegen Windbruch. Pflanzstellen wechseln wegen Bodenmüdigkeit, sonst kümmern sie und blühen nur noch weiß.

Aufbewahrung:
Anfang Oktober luftig in gelochten Kartons. Torf/Sand-Gemisch oder Sägemehl bei 10 – 15 Grad Celsius. Nur feste und gesunde Knollen einlagern.

10. September

Weltgeheimnis

Herbstlich sonnige Tage,
mir beschieden zur Lust,
euch mit leiserem Schlage
grüßt die atmende Brust.

O wie waltet die Stunde
nun in seliger Ruh'!
Jede schmerzende Wunde
schließet leise sich zu.

Nur zu rasten, zu lieben,
still an sich selber zu baun,
fühlt sich die Seele getrieben
und mit Liebe zu schaun.

Jedem leisen Verfärben
lausch ich mit stillem Bemühn,
jedem Wachsen und Sterben,
jedem Welken und Blühn.

Was da webet im Ringe,
was da blüht auf der Flur,
Sinnbild ewiger Dinge
ist's dem Schauenden nur.

Jede sprossende Pflanze,
die mit Düften sich füllt,
trägt im Kelche das ganze
Weltgeheimnis verhüllt.

Emanuel Geibel

11. September

Welkes Blatt

Jede Blüte will zur Frucht.
Jeder Morgen Abend werden.
Ewiges ist nicht auf Erden
als der Wandel, als die Flucht.

Auch der schönste Sommer will
einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
wenn der Wind dich will entführen.

Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
lass es still geschehen.
Lass vom Winde, der dich bricht,
dich nach Hause wehen.

Hermann Hesse

12. September

Der Wind

Horch, horch, mein Kind!
Das ist der Wind!
Er hat keinen Mund und kann doch singen.
Er hat keine Flügel und kann sich doch schwingen.
Er hat keine Hände und kann dich doch packen
vorn am Kragen und hinten im Nacken,
dass dir wanken die Beinchen.

Halte dich fest, Kleinchen,
fest an der Mutter Kleid!
Er tut dir kein Leid.
Fort, fort böser Wind!
Die Mutter hält und schützt ihr Kind.

Wolrad Eigenbrodt

13. September

Guten Morgen!

Heraus aus den Betten!
Heraus, heraus!
Die liebe Frau Sonne,
die lacht euch ja aus!

Die geht schon spazieren
durch Felder und Flur
und denkt sich: Wo bleiben
die Kinder heut nur?

Und der Hahn auf dem Hof
und die Spatzen vorm Haus,
die lachen die kleinen
Langschläferchen aus.

Drum schnell in die Strümpfchen,
in Hosen und Kleid –
Guten Morgen, Frau Sonne!
Jetzt sind wir so weit!

Adolf Holst

14. September

15. September

Depressionen - oft wenn es draußen dunkler und die Tage kürzer sind

Forschungen belegen, dass ein durch Folsäuremangel hervorgerufener zu hoher Homocysteinspiegel scheinbar in engerem Zusammenhang steht mit der Entwicklung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen wie auch bei Depressionen.
Das Vitamin Folsäure spielt im menschlichen Körper eine zentrale Rolle bei der Blutbildung und dem Aufbau der Erbsubstanz. Die Folsäure ist zusammen mit den anderen B-Vitaminen B12 und B6 für das Unschädlichmachen des Zellgifts Homocystein zuständig. Wird es nicht schnell wieder abgebaut, kann es die Wände der Blutgefäße angreifen, die Entstehung einer Arterienverkalkung fördern und auf diesem Weg das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen.
Menschen mit niedrigem Folsäurespiegel sprechen schlechter auf antidepressiv wirkende Medikamente an. Ein Mangel an Folsäure und Vitamin B12 sowie ein zu hoher Homocysteinspiegel im Blut, können eindeutig die Neigung zu Depressionen fördern.
Folsäure ist vor allem in grünem Blattgemüse, Brokkoli, Hülsenfrüchten, Leber, Vollkornprodukten, Soja und Eigelb. Da dieses Vitamin äußerst licht-, sauerstoff- und hitzeempfindlich ist, werden bei der Lagerung und beim Kochen große Mengen davon zerstört. Es empfiehlt sich daher die gezielte Einnahme von hochdosierter Folsäure, am besten in Kombinationen mit den Vitaminen B12 und B6. Man sollte aber zuvor vom Hausarzt eine Messung des tatsächlichen Homocysteinspiegels im Blut vornehmen lassen.

16. September

Gott, wo bist du?

Gott, wo bist du,
wenn die halbe Welt in Mord, Totschlag und Krieg verfällt?

Gott, wo bist du,
wenn Menschen ihre Heimat verlieren?

Gott, wo bist du,
wenn unschuldige Kinder in grausamen Verhältnissen leben müssen?

Gott, wo bist du,
wenn vom Satan beherrschte Menschen morden?

Gott, wo bist du,
wenn der Alltag von Hass und Verachtung geprägt ist?

Gott, wo bist du,
wenn Menschen, Menschen quälen?

Unser Frage wo du bist, ist nicht richtig,
du bist immer da, Tag und Nacht.

Du bist bei denen, die sich nicht vom Satan verführen lassen,
die bereit sind, ihre Liebe anderen zu verschenken.

Erlöse diese Welt von dem Bösen,
wir hoffen auf dich.

Lass uns erkennen, dass du trotzdem da bist,
auch wenn wir oft zweifeln.

Behüte und bewahre uns
jeden Tag, jedes Jahr,

Öffne unsere Augen und Herzen,
damit wir nicht mehr fragen, Gott, wo bist du.

Detlef Wolfgang Scholz
August 2015
Vechelde

17. September

Ein Sprecher startete sein Seminar, indem er einen Scheck über 40 EURO hoch hielt und die Leute im Raum fragte: "Wer möchte diesen Scheck haben?" Alle Hände gingen hoch!

Er zerknitterte den Scheck, dann fragte er: "Möchte ihn immer noch einer haben?"

Die Hände waren immer noch alle oben. Also, erwiderte er: "Was ist wenn ich das tue?"

Er warf ihn auf den Boden, rieb den Scheck mit seinen Schuhen am dreckigen Untergrund und hob ihn auf. Er war zerknittert und völlig schmutzig.

"Nun, wer möchte ihn jetzt noch haben?"

Es waren immer noch alle Arme in der Luft.

Dann sagte er: "Liebe Freunde, wir haben soeben eine sehr wertvolle Lektion gelernt. Was auch immer mit dem Scheck geschah, ihr wolltet ihn haben, weil er nie seinen Wert verloren hat. Er war immer noch und stets 40 EURO wert."

Es passiert oft in unserem Leben, dass wir abgestoßen, zu Boden geworfen, zerknittert und in den Dreck geschmissen werden. Dann fühlen wir uns, als ob wir wertlos wären. Aber egal was passiert ist oder was passieren wird, DU wirst niemals an Wert verlieren. Schmutzig oder sauber, zerknittert oder fein gebügelt, DU bist immer noch unbezahlbar für all jene, die Dich über alles lieben.

18. September

Doppelte Freude

Ein Herr warf einem Bettelmann
fünf Groschen in den Felber.
Das tat dem andern wohl, und dann
tat es auch wohl ihm selber.

Der eine, weil er gar so gut,
kann sich von Herzen loben;
der andere trinkt sich frischen Mut
und fühlt sich auch gehoben.

Wilhelm Busch

19. September

Das Lied vom Monde

Wer hat die schönsten Schäfchen?
Die hat der goldne Mond,
der hinter unsern Bäumen
am Himmel droben wohnt.

Er kommt am späten Abend,
wenn alles schlafen will,
hervor aus seinem Hause
zum Himmel leis‘ und still.

Dann weidet er die Schäfchen
auf seiner blauen Flur;
Denn all die weißen Sterne
sind seine Schäfchen nur.

Sie tun sich nichts zuleide,
hat eins das andre gern,
und Schwestern sind und Brüder
da droben Stern an Stern.

Und soll ich dir eins bringen,
so darfst du niemals schrei’n,
musst freundlich wie die Schäfchen
und wie ihr Schäfer sein!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

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