Juli 2021

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1. Juli

Julikinder

Kinder im Juli geboren
lieben den Duft des weißen Jasmin,
wir wandern an blühenden Gärten hin
still und in schwere Träume verloren.

Unser Bruder ist der scharlachene Mohn,
der brennt in flackernden roten Schauern
im Ährenfeld und auf den heißen Mauern,
dann treibt seine Blätter der Wind davon.

Wie eine Julinacht will unser Leben
Traum beladen seinen Reigen vollenden,
Träumen und heißen Erntefesten ergeben,
Kränze von Ähren und rotem Mohn in den Händen.

Hermann Hesse

2. Juli

Kirschblüte in Japan

Die Blüte der Kirschbäume im Frühling ist in Japan eine besondere Zeit, denn dort gibt es nicht nur ein paar Kirschbäume. Schon vor Jahrhunderten wurden viele dieser Bäume in den Städten und auf dem Land gepflanzt und wenn sie blühen, sehen viele Gegenden richtig hellrosa aus. Manchmal stehen so viele Bäume nebeneinander, ein wahres Blütenmeer. Die Menschen sind begeistert, strömen nach draußen und fotografieren die Bäume, gehen spazieren und bewundern die Parks. An den Wochenenden und abends suchen sich die Japaner ein Plätzchen und verbringen dann oft die ganze Nacht dort, denn Parks und Bäume werden abends mit roten Lampions beleuchtet.
Für dieses Anschauen der Kirschblüten gibt es im Japanischen sogar ein Wort: Hanami, das heißt übersetzt Blüten betrachten.

3. Juli

Die Amseln und die Kirschen

Prall und rund mit roten Bäckchen hängen die Kirschen in den Zweigen. Wenn die liebe Sonne hinter den Wolken hervorlacht, leuchten sie verführerisch.
Den Staren und Amseln läuft das Wasser im Schnabel zusammen. Aber leider ist es für sie nicht ohne Gefahr, von den Kirschen zu naschen. Vater Star äugt lange herum, bis er einen Anflug wagt. Hm, die schmecken gut! Bald sitzt die ganze Familie Star auf dem Baum und labt sich an Nachbars Kirschen. Ihnen folgen die Amseln zum Festessen.
Am anderen Morgen sitzt ein schreckliches Ungeheuer im Baum. Es hat einen langen schwarzen Gehrock an, trägt einen steifen Hut und flattert mit seinen langen Armen furchterregend im Wind.
Ein alter erfahrener Star hat das Ungeheuer bald durchschaut. "Habt doch keine Angst vor dem da", brummt er verächtlich, "das ist doch bloß eine harmlose Vogelscheuche, die kann euch gar nichts tun!" Da werden die Stare wieder mutiger, und bald sitzen sie alle schmatzend in den Ästen. Auch die Amseln lassen sich nicht schrecken. Sie gehen beim Kirschenstehlen sogar ganz hinterlistig zu Werk. Während der Amselpapa auf einer Telefonleitung sitzt und ein Sommerlied flötet, pirscht sich Frau Amsel mit ihren gefiederten Kindern lautlos an den Baum heran. Teils im Flug, teils im Gebüsch hüpfend, nutzen sie jede Deckung aus. Auf ein Zeichen von Papa Amsel preschen sie plötzlich alle aus dem Gebüsch hervor und fliegen auf den Kirschbaum. Dort machen sie sich über die schönsten und reifsten Kirschen her. Dann gesellt sich auch Papa Amsel zur Tischgesellschaft. Darauf schnabulieren sie nach Herzens Lust.
Plötzlich aber tritt der Bauer aus dem Haus und sieht, wie Familie Amsel und einige Stare seine besten Kirschen anpicken. Er klatscht in die Hände. Kurz nur unterbrechen die fliegenden Feinschmecker ihre leckere Mahlzeit und wechseln hinüber auf die Telefonleitung. Kaum aber hat der Bauer die Haustür hinter sich zugemacht, hocken sie alle wieder auf dem Baum. "Ich kann doch nicht andauernd unter der Tür stehen und in die Hände klatschen", sagt der Bauer, der besorgt aus dem Fenster dem frechen Treiben zusieht.
An Nachbars Zaun aber steht der kleine Kurt. "Die Amseln dürfen sich aus Nachbars Garten Kirschen holen", sagt er, "mir aber hat es der Vater verboten!" Wie gern möchte er jetzt auch eine Amsel sein!

Nacherzählt

4. Juli

 

Kirschen

 

Am besten schmecken sie direkt vom Baum, aber auch in Desserts, Soßen, Marmelade und als Saft. Sie enthalten viel Vitamin C und Knochen stärkende Mineralien, wirken auch entzündungshemmend. Der Mineralstoffgehalt ist bei Süß- und Sauerkirschen in etwa gleich, aber Sauerkirschen enthalten mehr Eisen. Kirschen liefern Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Kieselsäure. Größer sind die Unterschiede bei den jeweiligen Sorten.

Je dunkler die Kirsche, desto wertvollere Inhaltsstoffe.
Auch für die Muskulatur gut, denn Kirschsaft hilft nachweislich bei der Vorbeugung und Behandlung von Muskelkater, durch die im Obst enthaltenen entzündungshemmenden Substanzen.
Wegen Madenbefall frühe Sorten bevorzugen. Bei Verdacht die Kirschen etwa 15 Minuten in lauwarmes Wasser legen. Dann kommen die Maden heraus.

Sauerkirschen lassen sich gut eindünsten und einfrieren, aber nach dem Auftauen nicht aufkochen, sondern nur in heißem Wasser ziehen lassen.

5. Juli

Herrgottschäfel

Herrgottschäfel kleines,
liebes, buntes, feines,
meinen Finger auf und ab
machst du leise kribbelkrabb.

Käferlein, wie bist du schön
und gar lustig anzusehn!
Wie ein Feuerfünkchen
mit sechs schwarzen Pünktchen.

Ei, du hebst die Flügel nun,
willst nicht länger bei mir ruhn.
Flieg zu deinem Mütterlein,
Herrgottschäfel, grüß es fein!

Reinhold Braun

6. Juli

Marienkäferchen

Am Rande des Ährenfeldes setzen sich Mädchen nieder und wickeln Kränze. Da, in einer leuchtend blauen Kornblumenkrone, liegt weich im Grunde eine rote Perle mit sieben schwarzen Pünktchen: ein niedliches Marienwürmchen.
Lottchen nimmt den Käfer in die hohle Hand und hat ihre stille Freude dran. Aber der ist ein Schlaumeier. Er kugelt sich auf den Rücken, zieht die Beine dicht an den Leib und stellt sich tot. Lottchen bläst und haucht ihn an, damit er wieder zum Bewusstsein kommt. Und richtig, der Scheintote regt plötzlich die Beine, wirft sich auf den Bauch und breitet die Flügeldecken aus.

Lottchen singt:

Marienwürmchen,
setze dich auf meine Hand, auf meine Hand,
ich tu dir nichts zuleide.
Es soll dir nichts zu Leid geschehn,
will nur deine bunten Flügel sehn,
bunte Flügel meine Freude.

Und alle kleinen Mädchen stecken dicht die Köpfe zusammen, im Haar die blauen Blumen, und schauen mit großen Augen das rote Käferlein wie ein Wunderding an.

Und alle singen:

Marienwürmchen,
fliege hin zu Nachbars Kind, zu Nachbars Kind,
sie tun dir nichts zuleide.
Es soll dir kein Leid geschehn,
sie wollen deine bunten Flügel sehn,
und grüß sie alle beide.

Und siehe, nun hebt er auch die dünnen Unterflügel und segelt los. Die Mädchen sehen ihm nach, bis er wieder zu seiner geliebten blauen Blume heimkehrt und sich dort wie in ein weiches Bettchen niederlässt.
Die Mädchen aber wickeln weiter an ihren Kränzen.

Paul Maede - aus meinem alten Lesebuch von 1945

7. Juli

Leuchtzeichen in der Nacht

In Deutschland leuchten zwei verschiedene Arten von Glühwürmchen: das Große und das Kleine.
Glühwürmchen sind nur in warmen Nächten aktiv, das Kleine Glühwürmchen im Juni und Juli, das Große Glühwürmchen von Juli bis Anfang/September.
Obwohl es der Name vermuten lässt, sind es keine Würmer, sondern Käfer, der Familie der Leuchtkäfer. Weltweit sind rund 2000 Arten bekannt.
Glühwürmchen fühlen sich ganz kühl an, erzeugen beim Verbrennen der körpereigenen Stoffe somit kaum Wärme, sondern wandeln 95 Prozent in Licht um. Die chemische Reaktion spielt sich im Hinterleib der Tiere in Zellen ab, verstärkt durch einen durchsichtigen Chitinpanzer an der Leuchtstelle.
Die Weibchen haben keine Flügel und sitzen auf dem Boden, machen die fliegenden Männchen durch ihren leuchtenden Hinterleib auf sich aufmerksam. Doch das Licht zeigt auch an, dass die Tierchen gefährlich sind, denn Frösche oder Eidechsen sterben, wenn sie ein oder zwei Glühwürmchen gefressen haben.
Im Garten sind die Leuchtkäfer nützlich, denn schlüpft eine Glühwürmchenlarve aus ihrem Ei, ernährt sie sich drei Jahre lang von Schnecken.
Im Ersten Weltkrieg sollen Soldaten im Schein von Glühwürmchen ihre Feldpost gelesen haben und der Naturforscher Alexander von Humboldt nutzte bei seinen Amerika-Expeditionen dieses Licht als Leselampe. Dazu höhlte er einen Kürbis aus und sperrte Glühwürmchen hinein. In der Karibik verpacken Frauen für ein Rendezvous die Käfer in Gazesäckchen und stecken sie sich ins Haar.
Heute dagegen ist für wissenschaftliche Forschungen vor allem ein Stoff aus den Glühwürmchen interessant: das Enzym Luciferase. Es ist das Protein, das den Käfer oder besser den Stoff Luciferin zum Leuchten bringt.

Vor mehreren Jahren leuchtete es bei uns auch noch wunderschön ums Haus herum. Leider kann man heutzutage nur noch vereinzelte Glühwürmchen entdecken.

8. Juli

Abendlied

Augen, meine lieben Fensterlein,
gebt mir schon so lange holden Schein,
lasset freundlich Bild um Bild herein:
Einmal werdet ihr verdunkelt sein!

Fallen einst die müden Lider zu,
löscht ihr aus, dann hat die Seele Ruh;
Tastend streift sie ab die Wanderschuh’,
legt sich auch in finstre Truh’.

Noch zwei Fünklein sieht sie glimmend stehn,
wie zwei Sternlein, innerlich zu sehn,
bis sie schwanken, und dann auch vergehn,
wie von eines Falters Flügelwehn.

Doch noch wandl’ ich auf dem Abendfeld,
nur dem sinkenden Gestirn gesellt;
Trinkt, o Augen, was die Wimper hält,
von dem goldnen Überfluss der Welt.

Gottfried Keller

9. Juli

Das Märchen vom Mann im Mond

Vor langen, langen Zeiten ging einmal ein Mann am lieben Sonntagmorgen in den Wald, haute sich Brennholz ab, ein großes Bündel, band es, steckte einen Staffelstock hinein, huckte das Bündel auf und trug es nach Hause.
Da begegnete ihm unterwegs ein hübscher Mann in Sonntagskleidern, der wollte wohl in die Kirche gehen, blieb stehen, redete den Holzträger an und sagte: „Weißt du nicht, dass auf Erden Sonntag ist, an welchem Tag Gott ruhte, als er die Welt und alle Tiere und Menschen erschaffen hatte? Weißt du nicht, dass geschrieben steht im dritten Gebot, du sollst den Feiertag heiligen?“ Der Fragende aber war der liebe Gott selbst. Jener Holzhauer jedoch war ganz verstockt und antwortete: „Sonntag auf Erden oder Mondtag im Himmel, was geht das mich an, und was geht es dich an?“
„So sollst du deine Reisigbündel tragen ewiglich!“, sprach der liebe Gott. „Und weil der Sonntag auf Erden dir gar so unwert ist, so sollst du in alle Zukunft ewigen Mondtag haben und im Mond stehen als ein Warnungsbild für die, die den Sonntag mit Arbeit schänden!“
Von der Zeit an steht im Mond immer noch der Mann mit dem Holzbündel, und er wird wohl auch so stehenbleiben bis in alle Ewigkeit.
Wenn ihr es nicht glaubt, so schaut doch einmal hinauf in den nächtlichen Himmel. Aber nur, wenn Vollmond ist, könnt ihr den Mann im Mond sehen.

überliefert

10. Juli

Engeltraum

Ein Engel erschien mir im Traum heut' Nacht
ich blickte zu ihm und sah, dass er lacht.
"Lachst du mich aus?", fragte ich erstaunt.
"Nein, ich bin immer so gut gelaunt."

Ich unterhielt mich mit ihm auf seltsame Weise,
denn er berichtete von einer sehr langen Reise.
Er reiste durch Träume, Nacht für Nacht,
er war der Engel, der Verliebte bewacht.

"Verliebt war ich doch schon so oft bisher,
warum kamst du denn nicht früher hierher?"
"Ich bin nicht der Engel der Einsamkeit!
Ich sehe nicht gerne Kummer und Leid.

Ich hoffte so sehr dich glücklich zu sehn
und nun darf ich endlich vor dir steh'n.
Dein Herz ist nun frei von jeglichen Schmerzen
denn du wirst geliebt, von ganzem Herzen!"

unbekannt

11. Juli

Eine nachdenkliche Geschichte

Andi schaute kurz noch einmal auf das Tachometer, wieder war er viel zu schnell.

Der Polizist, der ihn angehalten hatte, stieg aus seinem Auto aus und es war Christian, den er kannte. Peinlich! Als er aus dem Auto sprang, erblickte er den Polizisten, den er jeden Sonntag in der Kirche sah - einen christlichen Bullen. Schlimm!

Kein Lächeln des Polizisten, der nur meinte: Hast es eilig heimzukommen zu Frau und Kindern?

Andi war nervös und meinte: Ja, so ist es.

Christian, der Polizist, schien unsicher zu sein und sagte: Ich weiß, was du meinst, aber du hast soeben ein Gesetz gebrochen. Du bist 70 gefahren, viel zu schnell. Bitte, setz dich wieder ins Auto.

Genervt quetschte Andi sich durch die noch immer offene Tür und schloss sie. Christian war fleißig am Schreiben auf seinem Notizblock. Warum wollte er nicht Führerschein und Papiere sehen?

Christian klopfte an die Tür. Er hatte einen Zettel in der Hand. Andi öffnete das Fenster gerade genug, um den Zettel an sich zu nehmen und konnte seine Enttäuschung nicht verbergen, denn er vermutete, dass Christian ihm den Führerschein abnehmen würde. Dann faltete er den Zettel auf. Was würde ihn dieser Spaß wieder kosten?

Es war kein Strafzettel! Er las: Lieber Andi, ich hatte einmal eine kleine Tochter. Als sie sechs Jahre alt war starb sie bei einem Verkehrsunfall. Richtig geraten, der Typ ist zu schnell gefahren. Einen Strafzettel, eine Gebühr und drei Monate Knast und der Mann war wieder frei. Frei um seine Töchter wieder in den Arm nehmen zu dürfen. Alle drei konnte er wieder lieb haben. Ich hatte nur eine und ich werde warten müssen, bis ich in den Himmel komme, bevor ich sie wieder in den Arm nehmen kann. Tausendmal habe ich versucht diesem Mann zu vergeben. Tausendmal habe ich gedacht, ich hätte es geschafft. Vielleicht habe ich es geschafft, aber ich muss immer wieder an sie denken. Auch jetzt. Bete bitte für mich. Und sei bitte vorsichtig, Andi. Mein Sohn ist alles was ich noch habe. Gruß Christian!

Andi drehte sich um und sah Christians Auto wegfahren. Er fuhr die Straße wieder runter. Andi schaute bis er nicht mehr zu sehen war. Erst ganze 15 Minuten später fuhr er langsam nach Hause. Er betete um Verzeihung und zu Hause angekommen nahm er seine überraschte Frau und Kinder in den Arm und drückte sie ganz fest.

12. Juli

Wende dich der Sonne zu,

dann lässt du den Schatten hinter dir.

Chinesische Weisheit

13. Juli

Schlafmohn

Ist eine der bekanntesten Mohnarten und es ist auch der einzige Mohn, der als Nahrungspflanze verwendet werden kann, denn mit seinen fettreichen, nahrhaften Samen liefert er den beliebten Backmohn.
Bereits seit Jahrtausenden wird aus dem eingedickten Milchsaft unreifer Mohnkapseln Opium gewonnen. Dieser Milchsaft enthält zahlreiche Alkaloide wie das Hustenreiz stillende Codein oder Morphin, eines der bekanntesten und wichtigsten Schmerzmittel. Aufgrund seiner berauschenden und süchtig machenden Wirkung unterliegt sein Anbau seit 1978 in Deutschland der Erlaubnispflicht.

Es ist erwiesen,  Mohn wurde bereits vor über 6.000 Jahren kultiviert und aufgrund seiner Eigenschaften in der griechischen Mythologie verschiedenen Gottheiten zugeordnet. Er galt als Sinnbild des Schlafes, der Träume und des Todes und wegen seiner unzähligen Samen als Symbol für Liebe, Fruchtbarkeit und Reichtum.
Dieses Nahrungs- und Schmerzmittel wurde immer schon als Droge verwendet. So war es im Mittelalter üblich, dass Kinder den Samen in kleine Säckchen gefüllt, als Beruhigungsmittel zum Kauen bekamen, damit ihre Eltern die Feldarbeit verrichten konnten. Die größte Bedeutung gewann Opium in China, wo es zum Narkotikum der breiten Masse wurde. 1839 kam es wegen der von China verweigerten englischen Opiumeinfuhr zum "Opiumkrieg", der mit der Unterwerfung Chinas durch England und Abtretung Hongkongs endete.

14. Juli

Schlummerlied

Schlaf, ach schlafe, liebes Bübchen,
silberklar der Mondenschein
leuchtet hell ins Stübchen,
schlaf, mein Bübchen, schlafe ein!

Flieder duftet, Brunnen rauschen,
und der Nachtwind wehet lind;
Draußen auch die Englein lauschen,
ob nun schläft mein liebes Kind?

Schlaf, ach schlafe, liebes Bübchen,
Mutter deckt dich leise zu.
Schließ die Äuglein schnell, mein Liebchen,
schlafe nun in süßer Ruh!

Nachtigall, die singt im Busche,
vor der Tür das Englein wacht,
Mäuslein wispert, kommt im Husche,
sagt dem Kindlein "Gute Nacht!“

Schlaf, ach schlafe, Bübchen mein,
träum von schönen Dingen,
wach auf beim hellen Morgenschein
mit Lachen und mit Singen.

Josephine Siebe

15. Juli

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben:

Sterne, Blumen und Kinder.

Dante Alighieri

16. Juli

Die Ehre Gottes aus der Natur

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,
ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.
Ihn rühmt der Erdkreis,
Ihn preisen die Meere;
vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort!

Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?
Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt?
Sie kommt und leuchtet
und lacht uns von ferne
und läuft den Weg, gleich als ein Held.

Vernimm's und siehe die Wunder der Werke
die die Natur dir aufgestellt
Verkündigt Weisheit
und Ordnung und Stärke
dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt?

Kannst du der Wesen unzählbare Heere,
den kleinsten Staub fühllos beschau'n?
Durch wen ist alles?
O gib ihm die Ehre!
Mir, ruft der Herr, sollst du vertrau'n.

Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte,
ein Gott der Ordnung und dein Heil;
Ich bin‘s! Mich liebe von ganzem Gemüte
und nimm an meiner Gnade teil!

Christian Fürchtegott Gellert

17. Juli

Frühstück

Über Nacht sind die Energiespeicher des Körpers leer und müssen morgens wieder aufgefüllt werden. Damit der Kreislauf richtig funktioniert, braucht er Nährstoffe. Ein vollwertiges Frühstück bringt den Stoffwechsel in Schwung und macht uns fit. Lässt man das Frühstück aus, riskiert man unerwünschte Heißhungerattacken, Kopfschmerzen und ein Mittagstief.
Wie jeder Mensch isst, hängt auch davon ab, in welchem Land er lebt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht das Frühstück hauptsächlich aus einem heißen Getränk wie Kaffee, Tee, Milch oder Kakao, dazu Brot oder Brötchen, verschiedene Beläge und Aufstriche, Eier, Obst und Müsli.
In Polen und Russland gehört etwa ein heißer Milchbrei zum Frühstück dazu, die Amerikaner bevorzugen Pancakes und gebratenen Speck, während Engländer gerne Porridge, Würstchen, gebackene Bohnen und Tomaten essen. Außerdem wird in Großbritannien, genauso wie in Japan, Schweden oder Vietnam, gerne Fisch aufgetischt. Asiaten mögen es morgens herzhaft, die Chinesen essen gerne Reissuppe, Nudelsuppe, Salzgemüse und andere warme Speisen.
Egal was wir Menschen auch bevorzugen, gefrühstückt wird überall auf der Welt, ob herzhaft oder süß. Hat man das Gefühl, morgens keinen Bissen hinunter zu bekommen, mit einem Glas Milch, etwas Obst oder Jogurt versuchen.
Die besten Energielieferanten für den den Tag sind Kohlenhydrate, auch Vitamine und Kalzium, am besten in Kombination mit VolIwertprodukten, wie etwa Vollkornbrot oder -flocken, Obst oder zum Knabbern geeignetes Gemüse wie Paprika, Möhren oder Radieschen und Jogurt, Quark, Käse und natürlich Milch.

18. Juli

Der starke Kaffee
Eugen Roth

Ein Mensch, der viel Kaffee getrunken,
ist nachts in keinen Schlaf gesunken.
Nun muss er zwischen Tod und Leben
hoch überm Schlummerabgrund schweben
und sich mit flatterflinken Nerven
von einer Angst zur andern werfen
und wie ein Affe auf dem schwanken
Gezweige turnen der Gedanken,
muss über die geheimsten Wurzeln
des vielverschlung´nen Daseins purzeln
und hat verlaufen sich alsbald
im höllischen Gehirn-Urwald.
In einer Schlucht von tausend Dämpfen
muss er mit Spukgestalten kämpfen,
muss, von Gespenstern blöd geäfft,
an Weiher, Schule, Krieg, Geschäft
in tollster Überblendung denken
und dann sich nicht ins Nichts versenken.
Der Mensch in selber Nacht beschließt,
dass er Kaffee nie mehr genießt.
Doch ist vergessen alles Weh
am andern Morgen - beim Kaffee.

19. Juli

Geschichte zur DANKBARKEIT

An einem sehr stürmischen Oktobertag rettete sich ein älteres Ehepaar durchnässt und frierend in ein kleines Hotel in Philadelphia.
"Wir hätten gerne ein Doppelzimmer für diese Nacht."
"Tut mir schrecklich leid, aber zur Zeit finden einige Kongresse statt - wir sind bis auf den letzten Platz ausgebucht."
Man konnte dem Rezeptionisten ansehen, dass es ihm wirklich leid tat, dem lieben Herrn diese Auskunft geben zu müssen.
Er überlegte kurz und fügte dann hinzu: "Ich kann doch so ein nettes Ehepaar wir Sie nicht wieder in dieses Wetter schicken - nehmen Sie doch mein Zimmer! Es ist entspricht zwar bestimmt nicht Ihren Vorstellungen, aber es ist warm und trocken."

Als das Ehepaar das Angebot nicht annehmen wollte gab der Rezeptionist nicht auf. Schließlich willigten die beiden Herrschaften ein.

Als sie am nächsten Tag das Hotel verließen, verabschiedete sich der Herr mit den Worten: "Sie sollten der Manager des besten Hotels der Vereinigten Staaten sein! Vielleicht werde ich dieses Hotel eines Tages bauen - dann hole ich Sie zu mir!"
Alle drei lachten über diese Vorstellung und bald schon hatte der Rezeptionist die Angelegenheit vergessen.

Deshalb war er auch äußerst erstaunt, als er Jahre später von eben diesem Herrn eine Einladung nach New York erhielt. Treffpunkt war ein neues, imposantes Gebäude an der Ecke Fifth Avenue und 34. Straße.
"Das ist das Hotel, das ich für Sie gebaut habe!" Der ältere Herr war nämlich William Waldorf Astor und er machte George C. Boldt, den netten Rezeptionisten aus Philadelphia, zum ersten Manager des Waldorf-Astoria Hotels.

Was im Leben zählt, ist nicht Reichtum, Ruhm oder Macht, sondern deine Fähigkeit, die Seele anderer zu berühren!

20. Juli

Geh aus mein Herz

Geh aus, mein Herz und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben.
Schau an der schönen Garten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.

Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide,
Narzissen und Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide.

Die Lerche schwingt sich in die Luft,
das Täublein fliegt aus der Kluft
und macht sich in die Wälder,
die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.

Ich selbsten kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen.
Ich singe mit, wenn alles singt
und lasse, was dem Höchsten klingt
aus meinem Herzen rinnen.

Paul Gerhardt - 1607 - 1676

21. Juli

Nur eine Stunde im grünen Wald

Nur eine Stunde im grünen Wald,
nur eine Stunde von Menschen fern,
nur eine einzige Stunde!
Statt der tönenden Worte des Waldes Schweigen,
statt der leuchtenden Kerzen den Abendstern,
nur eine Stunde von Menschen fern.

Nur eine Stunde im grünen Wald,
nur eine einzige Stunde!
Auf dem schwellenden Rasen umhaucht von Düften,
gekühlt von den reinen balsamischen Lüften,
wo von ferne leise das Echo schallt,
nur eine Stunde im grünen Wald!

Nur eine Stunde im grünen Wald,
nur eine einzige Stunde!
Wo die Halme und Blumen sich flüsternd neigen,
wo die Vögel sich wiegen auf schwankenden Zweigen,
wo die Quelle rauscht aus dem Felsenspalt,
nur eine Stunde im grünen Wald!

Auguste Kurs

22. Juli

Auch bei Pflanzen gibt es Sinneswahrnehmungen

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich auch in der Pflanzenwelt Kommunikationsprozesse wie bei Menschen und Tieren abspielen. Pflanzen erkennen Wind, Schallwellen, Berührungen, Bodenstruktur und Licht.

Streichelt man Sonnenblumenkeimlinge, haben sie dickere und kürzere Stiele, durch die sogenannten Touch-Gene.
Spielt man Reben regelmäßig klassische Musik vor, werden sie weniger von Schadinsekten geplagt und bekommen größere und süßere Früchte, da ihre Wurzeln in Richtung einer Tonquelle schneller wachsen. Frequenzen beeinflussen scheinbar das Wachstum.
Nicht nur das Vorhandensein von Licht, sondern auch dessen Richtung, Qualität und Intensität, also die Spektralfarben, können Pflanzen messen. Sie können dadurch die Tages- und Jahreszeiten unterscheiden, um sich darauf einzustellen. Bei direkter Sonnenstrahlung reagieren oder im Herbst durch das Einleiten der Laubfärbung.
Selbst im Dunkeln oder nach einem Umlegen der Pflanze wächst der Spross nach oben und die Wurzel nach unten, durch den Sinn für Schwerkraft, für den stärkegefüllte Zellen zuständig sind. Auch schmecken können Pflanzen, Beispiel Mais, bei dem weder ein Schnitt mit dem Messer noch das Bestreichen der Schnittstelle mit Raupenkot eine Reaktion auslöst, erst durch Raupen-Speichel setzt das Notfallprogramm der Pflanze ein.

Von verschiedenen Pflanzenarten weiß man, dass diese sich bei Insektenfraß durch das Verströmen von Duftstoffen schützen, mit denen sie die Feinde ihrer Feinde anlocken. Das funktioniert nicht nur durch die Luft, sondern auch im Boden.

23. Juli

Der Rose süßer Duft genügt,
man braucht sie nicht zu brechen -
Und wer sich mit dem Duft begnügt,
den wird ihr Dorn nicht stechen.

Friedrich von Bodenstedt

24. Juli

Wie romantisch und verspielt doch Rosenbäumchen sind. Sie erinnern mich immer an das Märchen: Schneeweißchen und Rosenrot.

Im 18. Jahrhundert hatten Rosenstämmchen ihre große Blütezeit. Die modisch weiten Reifröcke der Damen machten es ihnen damals unmöglich, an den normalen Rosenbüschen zu schnuppern. Also erfanden Gärtner Rosenbäumchen, denn dort störten unten weder Stacheln noch Zweige, und der Duft befand sich genau in Nasenhöhe.

25. Juli

Der Rosenbusch

Es haben meine wilden Rosen
- erschauernd vor dem Hauch der Nacht -
die windeleichten, dichten, losen
Blüten behutsam zugemacht.

Doch sind sie so voll Licht gesogen,
dass es wie Schleier sie umweht,
und dass die Nacht im scheuen Bogen
am Rosenbusch vorübergeht.

Hermann Claudius

26. Juli

Ich wünsche dir ein warmes Herz und darin eine Nachtigall.

Ich wünsche dir einen Himmel voller Sonne und singender Vögel.

Ich wünsche dir starke Hände, um zu tragen,
und offene Arme, um zu lieben.

Ich wünsche dir einen guten Gott, der dich jeden Tag segnet.

Ich wünsche dir von Zeit zu Zeit einen weichen Sessel, um einzuschlafen.

Ich wünsche dir ein Jahr, von dem du sagen wirst: Es möge Jahre dauern.

Phil Bosmans

27. Juli

Gibt es Engel? Haben wir alle einen persönlichen Engel, unseren Schutzengel?
Fragen, die wir uns stellen und die wir nicht beantwortet bekommen.
 
Der Gedanke dass dort ein Engel mich gerade bewacht und mir ein Licht hält, damit ich aus meiner inneren Dunkelheit herausfinde, dieser Gedanke hat etwas Beruhigendes.

Vielleicht sind sie uns näher als wir vermuten.
                             
Entspanne Dich und finde Ruhe in Dir. Lass Deine Sorgen und Ängste für einen Augenblick  ruhen. Werde ganz still und fühle ...
 
Fühle die Wellen von sanfter Liebe und grenzenlosem Verstehen, die dir entgegenströmen.
Eine zärtliche Berührung in deinem Herzen, einen sanften Windhauch auf deiner Haut. 
Lasse dich fallen, frei und ohne Angst, denn alles was du jetzt fühlst, ist ein liebendes Zeichen deines persönliche Engels.
Er ist einfach da für dich. Er lacht mir dir und er weint mit dir.
Dein Engel ist überall, er ist im blauen Himmel über dir, er ist im Gesang der Vögel und im Rauschen der Fichten,
in den Farben des Regenbogens, in den Irrlichtern die über dem Moor tanzen und im bernsteinfarbenen Licht der tief stehenden Sonne.

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