Februar 2021

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1. Februar

Das ist der liebe Februar

Das ist der liebe Februar,
der nicht mit einunddreißig quält,
der einz'ge Mond im langen Jahr,
der richt'ge achtundzwanzig zählt.

Ich brauch' nur achtundzwanzigmal
zu meinem teuren Simpson gehen
und kann den Boy und mein Gemahl
drei Tage früher wiedersehn.

Theodor Fontane

2. Februar

Verkehrte Welt

Dunkel war's der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzesschnelle
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschoss'ner Hase
über'n Sandberg Schlittschuh lief.

Und der Wagen fuhr im Trabe
rückwärts einen Berg hinauf.
Droben zog ein alter Rabe
grade eine Turmuhr auf.

Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
und mit fürchterlichem Krach
spielen in des Grases Zweigen
zwei Kamele lautlos Schach.

Und auf einer roten Banke,
die blau angestrichen war,
saß ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar.

Neben ihm 'ne alte Schachtel,
zählte kaum erst sechzehn Jahr',
und sie aß ein Butterbrot,
das mit Schmalz bestrichen war.

Droben auf dem Apfelbaume,
der sehr süße Birnen trug,
hing des Frühlings letzte Pflaume
und an Nüssen noch genug.

Von der regennassen Straße
wirbelte der Staub empor.
und ein Junge bei der Hitze
mächtig an den Ohren fror.

Beide Hände in den Taschen
hielt er sich die Augen zu.
denn er konnte nicht ertragen,
wie nach Veilchen roch die Kuh.

Und zwei Fische liefen munter
durch das blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter
und der graue Tag erschien.

Und das alles dichtet Goethe
als er in der Morgenröte
liegend auf dem Nachttopf saß
und dabei die Zeitung las.

Christian Morgenstern

3. Februar

Der Uhu

Im Volksmund ist der Uhu mit seinen rund 20 Unterarten mal ein Glücksvogel, mal die Todesbotin, denn hört man nachts seinen Ruf, stirbt ein Mensch, heißt es.
Weil Eulen mit ihren großen, von Federringen betonten Augen irgendwie klug aussehen, gelten sie als weise.
Das Gefieder ist gelbbraun und dunkelbraun längsgefleckt und -gestrichelt, die großen Augen schimmern orangerot, die Ohrfedern sind pinselartig spitz. Das Weibchen ist mit oft 67 bis 70 Zentimetern Länge etwa sechs Zentimeter größer als das Männchen. Mit durchschnittlich 2600 Gramm wiegt es auch 700 Gramm mehr. Zwei bis drei Eier, manchmal auch vier, selten fünf werden gelegt. Nach 31 bis 37 Tagen schlüpfen die Küken. In der Wildnis kann ein Uhu 27 Jahre alt werden, in Gefangenschaft soll ein Vogel schon 68 geworden sein.
Die meisten europäischen Eulen leben in Finnland, Norwegen und Kroatien. Beim nächtlichen Beutezügen ist der Uhu überhaupt nicht wählerisch. Er frisst Käfer, Frösche und Spitzmäuse, erbeutet im lautlosen Flug Fische, Schlangen und lehnt auch Igel, Feldhasen und Murmeltiere nicht ab. Sogar andere Räuber wie Wiesel, Marder und Wildkatzen sowie Bussarde, Falken und kleinere Eulen müssen sich vor ihm in Acht nehmen.

4. Februar

Die polyglotte Katze

Die Katze sitzt vorm Mauseloch,
in das die Maus vor kurzem kroch,
und denkt: "Da wart nicht lang ich,
die Maus, die fang ich!"

Die Maus jedoch spricht in dem Bau:
"Ich bin zwar klein, doch bin ich schlau!
Ich rühr mich nicht von hinnen,
ich bleibe drinnen!"

Da plötzlich hört sie - statt "miau" -
ein laut vernehmliches "wau-wau"
und lacht: "Die arme Katze,
der Hund, der hat'se!

Jetzt muss sie aber schleunigst flitzen,
anstatt vor meinem Loch zu sitzen! "

Doch leider - nun, man ahnt's bereits -
war das ein Irrtum ihrerseits,
denn als die Maus vors Loch hintritt -
es war nur ein ganz kleiner Schritt -
wird sie durch Katzenpfotenkraft
hinweggerafft ! - - -

Danach wäscht sich die Katz die Pfote
und spricht mit der ihr eignen Note:

"Wie nützlich ist es dann und wann,
wenn man 'ne fremde Sprache kann ... "

Heinz Ehrhardt

5. Februar

                

Es saß ein klein wild Vögelein auf einem grünen Ästchen,
es sang die ganze Winternacht, die Stimme musst ihm klingen.

Sing du mir mehr, sing du mir mehr, du kleines wildes Vöglein!
Ich will um deine Federlein dir Gold und Seide winden.

„Behalt dein Gold, behalt dein Seid, ich will dir nimmer singen,
ich bin ein klein wild Vögelein, und niemand kann mich zwingen.“

Geh du heraus aus diesem Tal, der Reif wird dich auch drücken!
„Drückt mich der Reif, der Reif so kalt, Frau Sonn wird mich erquicken.“

Aus Siebenbürgen

6. Februar

Der Vogel am Fenster

An das Fenster klopft es: Pick, pick!
Macht mir doch auf einen Augenblick!

Dick fällt der Schnee, der Wind geht kalt;
Habe kein Futter; erfriere bald.
Liebe Leute, o lasst mich ein,
will auch immer recht artig sein!

Sie ließen ihn ein in seiner Not,
er suchte sich manches Krümchen Brot,
blieb fröhlich manche Woche da.
Doch als die Sonne durchs Fenster sah,
da saß er immer so traurig dort;
sie machten ihm auf – husch – war er fort.

Wilhelm Hey

7. Februar

Hund und Katze

Miezel, eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
wohnhaft an demselben Platze,
hassten sich aus Herzensgrund.

Schon der Ausdruck ihrer Mienen
bei gesträubter Haarfrisur
zeigt es deutlich: Zwischen ihnen
ist von Liebe keine Spur.

Doch wenn Miezel in dem Baume,
wo sie meistens hin entwich,
friedlich dasitzt wie im Traume,
dann ist Molly außer sich.

Beide lebten in der Scheune,
die gefüllt mit frischem Heu.
Alle beide hatten Kleine,
Molly zwei und Miezel drei.

Einst zur Jagd ging Miezel wieder
auf das Feld: Da geht es bumm.
Der Herr Förster schoss sie nieder,
ihre Lebenszeit ist um.

Oh, wie jämmerlich miauen
die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt, sie zu beschauen,
und ihr Herz geht aus dem Leim.

Und sie trägt sie kurz entschlossen
zu der eignen Lagerstatt,
wo sie nunmehr fünf Genossen
an der Brust zu Gaste hat.

Mensch, mit traurigem Gesichte,
sprich nicht nur von Leid und Streit.
Selbst in Brehms Naturgeschichte
findet sich Barmherzigkeit.

Wilhelm Busch

8. Februar

Der glückliche Fund

Das Glück liegt auf der Straße, sagt ein Sprichwort.

Ein sechsjähriger Junge fand mitten auf dem Schnee des Bürgersteiges eine kleine schwarze Geldbörse. Obwohl schon alt und abgegriffen, ließ der Inhalt den Jungen einen Jauchzer ausstoßen, denn es waren drei Zehnmarkscheine und etwas Silbergeld drinnen.
Es würde bald Weihnachten sein und er wusste nicht, was er Mutter schenken sollte, doch nun war es einfach, was Schönes zu kaufen.
Aber durfte er das? Plötzlich fiel ihm ein, dass die Eltern mehr als einmal gesagt hatten, man dürfe Gefundenes nicht behalten, müsse es bei der Polizei abgeben. Eigentlich war das dumm, denn wer wusste denn schon, dass er die Börse gefunden hatte? Ein böser und ein guter Geist kämpften in dem Jungen. Der böse rief: Behalte das Geld und der gute: Bleib ehrlich! Die Ehrlichkeit siegte, nach einem harten Ringen in der Seele des kleinen Buben und er brachte den Fund zur Polizei.

Dort traf eine alte Frau ein, die weinend den Beamten berichtete, dass sie ihr ganzes Geld verloren hätte. Als Trost meinte der Beamte: Vielleicht findet sich ein ehrlicher Finder und bringt das Geld hierher. 
Ich habe es gefunden! rief der Junge glücklich und holte die Geldbörse aus seiner Hosentasche. Die Freude der alten Frau war riesig. Sie umarmte den Bub mit Tränen in den Augen. Ergriffen meinte sie: Du bist mein guter Engel und der Beamte lächelte: Sehen Sie, es gibt doch noch ehrliche Menschen.

Auch der Junge war glücklich, im Innern schämte er sich aber doch ein wenig, weil er mit dem Gedanken gespielt hatte, das Geld zu behalten. Wie unglücklich wäre die alte Frau oder irgendein anderer Mensch geworden, wenn nicht das Gute in ihm gesiegt hätte.

nach Lotte Auerbach

9. Februar

Gold und Silber

Gold und Silber lieb’ ich sehr,
kann’s auch gut gebrauchen,
hätt’ ich nur ein ganzes Meer,
mich hineinzutauchen;
s’braucht nicht grad geprägt zu sein,
hab’s auch so ganz gerne
sei’s des Mondes Silberschein,
sei’s das Gold der Sterne.

Doch viel schöner als das Gold,
das vom Lockenköpfchen
meines Liebchens niederrollt
in zwei blonden Zöpfchen.
Darum, du, mein liebes Kind,
lass uns herzen, küssen,
bis die Locken silbern sind,
und wir scheiden müssen.

Seht, wie blinkt der goldne Wein
hier in meinem Becher,
horcht, wie klingt so silberrein
froher Sang der Zecher;
dass die Zeit einst golden war,
will ich nicht bestreiten,
denk’ ich doch im Silberhaar
gern vergangner Zeiten ...

August Schnezler

10. Februar

Blumenzwiebeltreiberei

Sie ist kein Kunststück und gerade jetzt macht die "Arbeit" viel Spaß, denn es ist schön, endlich wieder Farbe und Blüten zu sehen. Der Winter ist ja noch nicht vorbei, und so können wir uns die Zeit bis zum Frühling verschönen.
Das Vortreiben von Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Krokussen ist einfach. Die Zwiebeln müssen im Herbst in Pflanzgefäße gesetzt und zur Wurzelbildung kalt gestellt werden. Hat man keinen Keller, kann man sie im Garten eingraben oder auf den Balkon stellen, dort aber abdecken, damit sie nicht schutzlos der Sonne ausgesetzt sind. Die vertragen sie nämlich überhaupt nicht.
In der Regel haben die Zwiebeln nach Weihnachten ausreichend Wurzeln gebildet und können etwa ab Neujahr nach und nach zum Treiben in wärmere Räume gebracht werden. Es muss immer auf eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit geachtet werden. Außerdem sollte man sie nur langsam an die höheren Temperaturen gewöhnen. Je kühler sie stehen, umso länger kann man sich an ihren Blüten erfreuen.

11. Februar

Die Sprache der Blumen

Vermutlich stammt sie aus dem persischen Raum, verfeinert an europäischen Höfen im Rokoko, kommt sie einem raffinierten Zeichensystem gleich. Heute wird die ohnehin uneinheitliche Symbolik nur noch bei wenigen Blumen allgemein verstanden: bei roten Rosen, Vergissmeinnicht oder beim Veilchen.
Den Satz "Lass Blumen sprechen" kennen viele, aber nur wenige wissen, welche Signale mit welcher Blüte ausgesendet werden können.

Enzian: Deine Schönheit ist überwältigend.
Glockenblume: Unsere Herzen schlagen im gleichen Takt.
Ranunkel: Du bist bezaubernd.
Krokus: Ich brauche Bedenkzeit.
Lavendel: Ich werde mein Ziel bestimmt erreichen.
Myrte: Venus und Amor werden dich bald mit dem Brautkranz umwinden.
Nelke: in der Farbe Rot: Ich liebe dich heiß; in der Farbe Weiß: Ich bin noch zu haben.
Primel: Zufriedenheit ist das höchste Glück.
Schlüsselblume: Gib mir den Schlüssel zu deinem Herzen
Schwertlilie: Ich werde um dich kämpfen.
Veilchen: Du bist so unschuldig süß.
Vergissmeinnicht: Du sollst an mich denken.
Azaleen: Glückssymbol für ein langes Leben.
Dahlie: Ich bin schon vergeben.
Efeu: bringt Glück ins Haus und prophezeit Kraft und Stärke in allen Lebenslagen
Federnelke: Du bist mir zu leichtsinnig.
Flieder: Ich bin mir nicht sicher: wirst du auch treu sein?
Jasmin: Meine Liebe ist so treu wie deine.
Aster: Von deiner Treue bin ich nicht überzeugt.
Rose: in der Farbe Rot: Ich liebe dich! Du hast mein Herz gewonnen.
Tulpen: in Rot: Du bist unwiderstehlich, in Gelb: unser Glück ist wie ein Märchen.
Klee: Unter das Kopfkissen gelegt soll "Glücksklee" sagenhaft schöne Träume bringen.
Chrysantheme: Mein Herz ist frei für dich.
Eibe: Ich werde dich ewig lieben.
Margerite: Durch Zupfen der Blätter kann ein jeder sein Glück auf die Probe stellen: "Sie liebt mich, sie liebt mich nicht".
Gladiole: Du bist zu stolz.
Mohn: 'Deine Trägheit behindert die Entscheidung deines Herzens.
Kornblume: Ich gebe die Hoffnung nicht auf!
Orchidee: Du bist mir zu verspielt.
Ranunkel: Du bist einfach zauberhaft.
Löwenmäulchen: Du bringst meine Vorsätze ins Wanken.
Hyazinthe: Deine Kälte quält mich.

12. Februar

Wer sie gefunden hat, möchte sie nicht mehr missen;
wer sie verloren hat, ist auf der Suche nach ihr … der Liebe!

Sind wir verliebt, schweben wir wie auf Wolken, Schmetterlinge im Bauch, das Herz voller Liebe schneller klopfend, wenn die geliebte Person in der Nähe ist.
Die Wissenschaft beweist, dass Liebe im Gehirn entsteht. Trotzdem ist sie das schönste auf der Welt.
Medizinisch betrachtet kommt Verliebtheit einer Zwangsstörung nahe, denn Verliebten fehlt das Glückshormon Serotonin, wie bei psychisch Kranken. Man befindet sich in einem Zustand fast völliger Unzurechnungsfähigkeit, zu irrationalen Handlungen hingerissen. Der Körper setzt durch das Verliebtsein zudem noch Rauschmittel wie Endorphine frei, die für tiefes Wohlbefinden und Euphorie sorgen.

13. Februar

Hintergrund des morgigen Valentinstages:

Die Römer der Antike feierten am 14. Februar das Fest des Hirtengottes Lupercus. Junge Männer und Frauen wurden unter der Schutzherrschaft des Liebesgottes Amor, einander durch eine Liebes-Lotterie zugewürfelt. Das änderte die katholische Kirche: Anstatt der Lose mit den Namen der Liebsten zogen Jugendliche den Namen christlicher Heiliger, die ihnen als persönliches Vorbild für ein tugendhaftes Leben dienen sollten.

Als Schutzpatron der Liebenden und Namensgeber des Valentinstages gilt der Mönch und Bischof Valentin, der bereits im dritten Jahrhundert jungen Leuten, die am Klostergarten vorbeigingen, Blumen schenkte. Der Legende nach, traute Valentin auch junge Paare, damit die Männer der Einberufung zum Militär entgingen. Für diese Taten kam Valentin in den Kerker und wurde am 14. Februar 269 enthauptet. Vor seiner Hinrichtung soll er Gedichte und Briefe an seine Geliebte geschrieben haben, unterschrieben mit Von Deinem Valentin. Nach seinem Martyrertod sprach ihn die katholische Kirche  heilig.

Ende des 15. Jahrhunderts soll sich sein Namenstag zunächst in England zum Tag der Liebenden entwickelt haben: Junge Leute wurden am Valentinstag durch Wahl oder Los zu einer Ehe auf Probe mindestens für einen Sommer zusammengegeben. Sie durften dadurch bei Veranstaltungen als Paar auftreten, ohne sich zu Weiterem verpflichtet zu sein. Spätere Heirat aber möglich.

In England brach vor allem im 18. und 19. Jahrhundert mit dem Versenden schön verzierter Liebesbotschaften ein richtiger Valentins-Boom aus. Es wurde aber nur mit Yours Valentine unterschrieben und es blieb somit dem Empfänger überlassen, sich zu überlegen, von wem die Botschaft kam.

In Europa ist der Valentinstag erst seit 1948 bekannt, und zwar durch den Blumenhandel in der französischen Schweiz. Ein Jahr später folgten die Floristen der übrigen Schweiz und die deutschen. Bald stieß die Süßwarenindustrie dazu. Heutzutage wird dieser Tag vor allem in den USA zelebriert, aber auch im Rest der Welt freuen sich viele über den Tag der Liebenden.

14. Februar

Valentinstag

Wo Verliebte sich ansehen,
erhält das Feuer der Liebe
neue Nahrung.

Gottfried von Straßburg

15. Februar

*** Rosenmontag ***

Fasching, Fastnacht Karneval ...
Die Jecken sind los
mit Radau und Getos!
Ob Mann oder Frau, 
ob Alaaf oder Helau,
ob Fasching, Fasnet oder Fastnacht
es wird getanzt und gelacht.
16. Februar

         

Helau, Alaaf und Ahoi!

Bereits 1822 wurde in Köln das erste Karnevalskomitee gegründet, das die Aufgabe hatte, einen bunten Umzug zu organisieren. Heute wird die Saison traditionell am 11.11. eingeläutet und der klassische Startschuss zum Straßenkarneval fällt an Weiberfastnacht. Auf den Straßen sieht man verkleidete, geschminkte Menschenmassen und bunt geschmückte Wagen, sowie kostümierte Gruppen. 

Schmutziger Donnerstag wird die Weiberfastnacht auch genannt und hat ihren Ursprung in Bonn-Beuel. Ärmere Frauen, die viele Kinder und den Haushalt zu versorgen hatten, verdienten etwas Geld damit, die Wäsche der reichen Leute zu waschen. Transportiert wurde die Wäsche von den Männern, die 1823 auf der Fahrt von Bonn nach Köln den ersten organisierten Straßenkarneval erlebten, während die Frauen daheim schufteten. Das Jahr darauf beschlossen die Frauen, auch mal selbst zu feiern und trafen sich jeden Donnerstag vor dem Karnevalswochenende zum Kaffeeklatsch, ließen die Dreckwäsche sein. Es wurde Tradition, den Männern an diesem Tag die Krawatten - Symbol der Männlichkeit - abzuschneiden.

Der Rosenmontag ist der Höhepunkt der Karnevalszeit mit großen Feiern und Umzügen. Dabei landen Tonnen von Bonbons (Kamelle), Hunderte von Schokoladentafeln und vieles mehr bei den Kindern und Erwachsenen am Straßenrand. Der Name Rosenmontag führt wohl zurück auf den so genannten Rosensonntag, der seit dem 11. Jahrhundert den vierten Sonntag im Kirchenjahr benennt.

Der Aschermittwoch beendet traditionell die fünfte Jahreszeit. Ursprünglich wurden während der Karnevalszeit die Reste der Ernte und die Vorräte verbraucht und es folgte nun die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern. Auch heutzutage wird von manchen Menschen auf sämtliche Genussmittel verzichtet und meistens mit einem Fischessen begonnen.


17. Februar

Passend zum gegenwärtigen Wetter, der derzeitigen Lage und auch als Trost zum Aschermittwoch:

Schokolade und Süßigkeiten,
Stressbewältigung in harten Zeiten.

Doch hüte dich vor allzu viel,
denn schlank bleiben als Ziel,
wird dir dann nicht gelingen.
Das Süße dir im Körper drinnen,
wird vergrößern deinen Po
und den Bauch sowieso.

Wegzukriegen diesen Speck
von jedem unerwünschten Fleck,
ist dann mehr als schwer,
dann welcher Bauch bleibt schon gerne leer?

???

18. Februar

Süßes

Warum liebt man Süßes?
Diese Vorliebe ist dem Menschen angeboren und das ist biologisch betrachtet sinnvoll, da es kaum süße Nahrungsmittel gibt, die giftig sind.
Süßes gibt es nicht nur als Schokolade, Kekse oder Kuchen – auch viele Früchte schmecken süß, Brot nach längerem Kauen ebenfalls.

Die angeborene Vorliebe ist aber nicht gut. Vor allem im Kindesalter sind Süßigkeiten ein hausgemachtes Problem, da sie oft als Trost und Belohnung dienen und damit psychisch aufgeladen werden. Verbote machen es noch interessanter.

Doch auch Obst gewinnt an Attraktivität, wenn man es limitiert. Das zeigte eine Studie mit fünf- bis siebenjährigen Kindern.

Bei Erwachsenen führen zu große Einschränkungen oft zu Heißhungerattacken. Es gibt als gesunde Ernährung keine verbotenen Lebensmittel – nur falsche Mengen.

19. Februar

Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
ewig still steht die Vergangenheit.

Keine Ungeduld beflügelt
ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifel zügelt
ihren Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu, kein Zaubersegen
kann die stehende bewegen.

Möchtest du beglückt und weise
endigen des Lebens Reise,
nimm die zögernde zum Rat,
nicht zum Werkzeug deiner Tat.
Wähle nicht die fliehende zum Freund,
nicht die bleibende zum Feind.

Sprüche des Konfuzius

20. Februar

Glück

Eigentlich ist „Glück“ kein glückliches Wort unserer deutschen Sprache, denn dahinter verbergen sich verschiedene Gefühle.
Im Englischen gibt es drei Begriffe „luck“, „pleasure“ und „happiness“.
Auch im Deutschen unterscheidet man, denn man kann es in jede Richtung finden: nach innen und außen, nach oben und unten.

Die Hälfte der Deutschen sagt - lt. einer Umfrage - dass sie glücklich oder sogar sehr glücklich sind.

Es ist klar, dass man Glück nicht kaufen kann, umso wichtiger sind gemeinsame Erlebnisse und große Gefühle. Etwa die Geburt eines Kindes, ein Treffen mit Freunden. Ein überraschender Geldsegen scheint nicht so wichtig oder man will nicht zugeben, dass Geld zwar nicht glücklich macht, aber ungemein beruhigt.

Als wir das Thema mal in meiner Selbsthilfegruppe ansprachen, fanden wir, dass die Zufriedenheit die erste große Stufe zum Glück ist.

21. Februar

Ist es nicht seltsam?
… dass wir vom Glück glauben, wir hätten es verdient;
aber vom Unglück denken, es wäre nicht gerecht?

… dass Erfahrungen, die wir vergessen wollen, uns am längsten in Erinnerung bleiben;
aber Momente, die wir festhalten möchten, so schnell an Deutlichkeit verlieren?

… dass wir darauf bestehen, für eine Sache kämpfen zu dürfen;
es aber als lästig empfinden, um etwas kämpfen zu müssen?

... dass wir in guten Zeiten so voller Optimismus sind;
in schlechten Zeiten uns aber jegliche Zuversicht fehlt?

… dass das Gegenteil von Liebe die Gleichgültigkeit ist;
das Gegenteil der Gleichgültigkeit aber auch der Hass sein kann?

… dass wir ein Leben lang das Glück in der Liebe suchen;
anstatt das Leben zu lieben und darin unser Glück zu erkennen?

… dass Freudentränen genauso schmecken, wie die aus Schmerz und Kummer;
sie unserem Leben aber einen völlig anderen Geschmack verleihen?

… dass wir es genießen, wenn wir alleine sein können;
aber daran verzweifeln, wenn wir alleine sein müssen?

… dass wir von angenehmen Dingen nie genug bekommen können;
aber beim Unangenehmen sofort die Grenze erreicht ist?

… dass ALLES gegeben zu haben immer noch zu wenig sein kann;
und NICHTS zu bekommen einem irgendwann zuviel wird?

… dass wir viele Dinge erst richtig sehen, wenn wir unsere Augen verschließen;
und manchmal ein dunkler Schatten etwas erst ins rechte Licht rückt?

Ist es nicht seltsam?
… dass man etwas finden kann ohne danach gesucht zu haben
und dass all diese Fragen eigentlich auch Antworten sind?

???

22. Februar

Auch die Zeit der Wüste,
das Leiden am Mangel
und das Gefühl der Trostlosigkeit
haben ihren Sinn.
Der Weg führt
– durch die Wüste hindurch –
In ein neues Land,
wo jeder satt wird
in seinem Lebenshunger
und jede Sehnsucht gestillt wird.
Auch du bist auf dem Weg dorthin.

Christa-Spilling-Nöker

23. Februar

Der, der Geld verliert, verliert einiges;
der, der einen Freund verliert, verliert viel mehr;
der, der das Vertrauen verliert, verliert alles.

Eleanor Roosevelt

24. Februar

Schicksalstage

Wenn die trüben Tage grauen,
kalt und feindlich blickt die Welt,
findet scheu sich dein Vertrauen
ganz auf dich allein gestellt.

Aber in dich selbst verwiesen
aus der alten Freuden Land,
siehst du neuen Paradiesen
deinen Glauben zugewandt.

Als dein Eigenstes erkennst du,
was dir fremd und feind erschien,
und mit neuem Namen nennst du
dein Geschick und nimmst es hin.

Was dich zu erdrücken drohte,
zeigt sich freundlich, atmet Geist,
ist ein Führer, ist ein Bote,
der dich hoch und höher weist.

Hermann Hesse

25. Februar

Das Würfelspiel

Mein Zug nach Haus ging erst um neun.
Im Wartesaal saß ganz allein
ein alter Mann mit gleichem Ziel.
Er lud mich ein zu einem Würfelspiel.
Ich sagte ihm, ich spiele nie.
Draußen fiel Schnee, ein D-Zug schrie.
Er sagte mir, es geht um viel.
Es geht um dich, in diesem Würfelspiel.
Niemand ahnt es, wie der Würfel fällt.
Nichts geschieht durch Zufall auf der Welt.
Was ich auch warf, er hatte mehr.
Ich dreimal sechs, und neunzehn er.
War wie in Trance vom Spiel erfasst und
hab dabei den Zug nach Haus verpasst.
Plötzlich Alarm, Signal auf Rot.
Der Zug entgleist, zehn Menschen tot.
Der Mann war fort, der Schleier fiel
in der Hand hielt ich das Würfelspiel.

Juliane Werding

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