September 2020

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1. September

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.

Eduard Mörike

2. September

Der Rosenelf 

 Inmitten eines Gartens wuchs ein Rosenstrauch, der war ganz voller Rosen, und in einer davon, der schönsten von allen, wohnte ein Elf; er war so winzig klein, dass kein menschliches Auge ihn sehen konnte.
Hinter jedem Blatt in der Rose hatte er eine Schlafkammer. Er war so wohlgestalt und hübsch, wie ein Kind nur sein konnte, und hatte Flügel an den Schultern, hinab bis zu den Füßen.
Oh, es war ein Duft in seinen Zimmern, und wie hell und schön waren die Wände!
Sie waren ja die feinen hellrosa Rosenblätter.

Hans Christian Andersen

3. September

Ursprung der Rose

Den Rosenzweig benagt ein Lämmchen auf der Weide,
es tut’s nur sich zur Lust, es tut’s nicht ihm zuleide.
Dafür hat Rosendorn dem Lämmchen abgezwackt
ein Flöckchen Wolle nur; es ward davon nicht nackt.
Das Flöckchen hielt der Dorn in scharfen Fingern fest;
Da kam die Nachtigall und wollte bau’n ihr Nest.
Sie sprach: „Tu auf die Hand und gib das Flöckchen mir,
und ist mein Nest gebaut, sing ich zum Danke dir.“
Er gab, sie nahm und baut, und als sie nun gesungen,
da ist am Rosendorn vor Lust die Ros entsprungen!

Friedrich Rückert

4. September

Bei einem Wirte wundermild, da war ich jüngst zu Gaste 
ein goldner Apfel war sein Schild an einem langen Aste.

Es war der gute Apfelbaum bei dem ich eingekehret,
mit süßer Kost und frischem Schaum hat er mich wohlgenähret.

Es kamen in sein grünes Haus viel leicht beschwingte Gäste,
sie sprangen frei und hielten Schmaus und sangen auf das Beste.

Ich fand ein Bett zu süßer Ruh auf weichen, grünen Matten,
der Wirt, er deckte selbst mich zu mit seinem kühlen Schatten.

Nun fragt ich nach der Schuldigkeit, da schüttelt er die Wipfel,
Gesegnet sei er allezeit von der Wurzel bis zum Gipfel!

Ludwig Uhland

5. September

 

Vom schlafenden Apfel

 

Im Baum im grünen Bettchen
hoch oben sich ein Apfel wiegt;
der hat so rote Bäckchen,
man sieht's, dass er im Schlafe liegt.

Ein Kind steht unterm Baume
das schaut und schaut und ruft hinauf:
„Ach Apfel, komm herunter!
Hör endlich mit dem Schlafen auf!"

Es hat ihn so gebeten;
glaubt ihr, er wäre aufgewacht?
Er rührt sich nicht im Bette,
sieht aus, als ob im Schlaf er lacht.

Da kommt die liebe Sonne
am Himmel hoch daherspaziert.
„Ach Sonne, liebe Sonne,
mach du, dass sich der Apfel rührt!"

Die Sonne spricht: „Warum nicht?"
Und wirft ihm Strahlen ins Gesicht,
küsst ihn dazu so freundlich;
der Apfel aber rührt sich nicht.

Nun schau, da kommt ein Vogel
und setzt sich auf den Baum hinauf.
„Ei, Vogel du musst singen;
gewiss, gewiss, das weckt ihn auf!"

Der Vogel wetzt den Schnabel
und singt ein Lied so wundernett
und singt aus voller Kehle;
der Apfel rührt sich aber nicht im Bett.

Und wer kam nun gegangen?
Es war der Wind; den kenn ich schon,
der küsst nicht und der singt nicht;
der pfeift aus einem andern Ton.

Er stemmt in beide Seiten
die Arme, bläst die Backen auf
und bläst und bläst und richtig,
der Apfel wacht erschrocken auf.

Und springt vom Baum herunter
grad in die Schürze von dem Kind;
das hebt ihn auf und freut sich
und ruft: „Ich danke schön, Herr Wind!"

Robert Reinick

6. September

Pflaumen und Zwetschgen

Sie fördern die Verdauung, sind Stressbremser und machen schlank. Das wurde bereits im 1. Jahrhundert nach Christus schriftlich niedergelegt. Die Pektinen und der hohe Anteil an Sorbit, ein Ersatzsüßstoff, sind dafür verantwortlich.
Der hohe Kaliumgehalt regt den Stoffwechsel an und den Fettabbau. Überschüssiges Kalium wird über die Niere ausgeschieden, was harntreibend wirkt und die Entschlackung fördert. Wegen der großen Bandbreite an B-Vitaminen sind Zwetschgen als nervenstärkend bekannt, helfen bei Stress und Leistungsförderung, zählen aber kalorienmäßig zu den Leichtgewichten unter den Obstarten. Durch die sekundären Pflanzenstoffe sind sie ein gesunder Schlankmacher, der krebserregende Stoffe vernichten kann. Da diese Stoffe vermehrt in der Schale sind, sollte man die Früchte im Ganzen verzehren und nicht lange kochen, wobei das Tiefkühlen nicht schadet.

7. September

Pflaumenschütteln

Dort oben auf dem Baume – gebt acht!
da sitzt versteckt die Pflaume und lacht.
Nun stellt euch alle unter
den Baum und rüttelt munter
und schüttelt sie herunter.

Und fällt sie auf den Rasen, so tappt;
Fällt sie euch auf die Nasen, so schnappt;
Fällt sie euch in die Taschen,
braucht ihr sie nicht zu haschen
und könnte nach Lust sie naschen.

Friedrich Güll

8. September

Spätes Erkennen

Siehst du den Stern am Himmel stehn?
Dich freut’s, wenn er dich anblickt mild;
Doch musst’ er lang herniedersehn,
eh’ deinen Blick erreicht sein Bild.

So ging auch mancher Seele auf
ein Stern des Glücks, sie wüsst’ es nicht,
und erst nach vieler Jahre Lauf
empfindet sie sein Segenslicht.

Julius Hammer

9. September

Nimm an, was dieser Tag dir gibt:
das Licht dieses Tages,
die Luft und das Leben,
das Lachen dieses Tages,
das Weinen und das Spielen,
das Wunder dieses Tages.
Nimm dir Zeit, um glücklich zu sein.

Phil Bosmans

10. September

Kürbisse und Sonnenblumen

Eigentlich haben sie nichts gemeinsam, bis auf ... den Stolz, die Angabe, der Gärtner. Als Vorzeigeprodukte werden sie fotografiert, gewogen, vermessen und ausgestellt.

Mittlerweile sind auch Riesenzwiebeln und Riesenkohlrabi dazu gekommen und vor allem die ellenlangen weißen Rettiche.

Aber für derartige Erfolge ist als erstes das Saatgut wichtig und dann der Grüne Daumen, denn Fachkenntnisse alleine reichen nicht aus.

11. September

Soll der September den Gärtner erfreu’n,
so muss er gleich dem Märze sein.

Wetterregel im September

12. September

Friede auf Erden ...
ob in den Familien oder auf der ganzen Welt,
dies wäre der Grundstein, der alle Herzen erhellt ...

Millionen Tränen fließen Tag und Nacht
auf unsere nackte, wundgebrannte Erde.
Und tausend Kriege werden neu entfacht,
von uns, der ignoranten Menschenherde.

Millionen Kinder finden nicht ihr Täglich Brot.
Unschuldig müssen sie für Sünden zahlen.
Ohnmächtig schließen wir die Augen ob der Not,
denn keiner will sie sehen, ihre Qualen.

Millionen Frauen werden tot gequält,
in gottverdammten Männerkriegen.
Der Teufel hat sich aus dem Ei geschält
und ruft: "Seid Männer, ihr müsst siegen!"

Ich frage euch, wie soll das weitergeh’n?
Was die hier tun, ist doch der bare Graus.
Warum lässt dies der Alte Gott gescheh’n?
Wir rotten uns ja selber aus.

Bekam ich vor sehr langer Zeit von einer Mail-Freundin geschickt  - ist ach so wahr - weiß aber nicht von wem es ist, dabei ist es zur Zeit wieder sehr aktuell - leider.

13. September

Bald ist es bei uns wieder soweit:

Zur Schule!

Wer nicht in die Schule geht,
lernt auch nie das Alphabet.
Kann nicht lesen, rechnen, schreiben
und wird stets ein Dummkopf bleiben.
Darum höret immerfort
aufmerksam des Lehrers Wort.

Franz Pocci

14. September

Heiner im Storchennest

Es ist einmal ein kleiner Junge gewesen, Heiner hat er geheißen; der ist gleich aus dem Storchennest in die Schule gekommen und das ging so zu.
An einem wunderschönen Frühlingstag sagt die Mutter morgens zu ihm: „Heiner, heut’ geht’s zum ersten Male nach der Schule.“
„Das weiß ich“, sagt Klein Heiner, „das Ränzel hab’ ich schon auf dem Rücken; Tafel und Fibel sind darin.“
„Ist noch viel zu früh. Wart ein bisschen, dann bring’ ich dich hin!“
„Kenn’ den Weg allein, Mutter, ade!“, und weg geht der kleine Bursch und die Mutter denkt: „Lasst ihn nur! Morgen hat er sicher nicht mehr solche Eile.“
Klein Heiner geht zur Schule.
„Wo willst du hin?“, fragt ihn der Ochs auf der Weide.
„Zur Schule, lernen. Unsereiner kommt nicht so leicht durch die Welt wie du.“
Und Klein Heiner geht weiter und pfeift und singt, dass der Buchfink denkt: „Der kann’s beinah’ so gut wie ich.“
Als Heiner nun vor die Schultür kommt, ist sie noch verschlossen; es ist wirklich noch viel zu früh. Aber dicht bei der Tür steht eine lange Leiter – der Dachdecker will kommen den Tag - die reicht weit das moosige Strohdach hinauf.
„Tür zu?“, denkt Klein Heiner. „Geht der Weg da ‚rauf? Na, mir recht!“, und fängt an zu steigen und steigt, solange er steigen kann. Und dann klettert er auf das Dach hinauf; oh, wie ein Eichhörnchen kann er klettern und hat immer das Ränzel auf dem Rücken. Und nicht lange dauert es, da kann er nicht weiter als auf der anderen Seite wieder herunter.
„Halt“, denkt der Heiner, „da geht’s die Nase voran bergab und das mag ich nicht; aber reiten mag ich!“, setzt sich auf den Dachfirst und ruft: „Was für ein großes Ross ich hab’! Nun bin ich gleich der Oberste in der Schule.“

Aber bald macht ihm das Reiten keinen Spaß mehr und da will er Seiltänzer werden. Er spaziert auf dem First herum und guckt in den Schornstein hinein; aber der raucht gerade und der Rauch beißt den Heiner ins Auge.
„Pfui!“, sagt er, „das ist aber schlechter Tabak!“, und geht den Weg zurück und kommt an das andere Ende und da hat ein Storch sein Nest gebaut.
„Darf man eintreten?“, fragt Heiner; aber der Storch ist nicht zu Hause und da geht der Heiner so hinein. Das Nest ist gerade groß genug für den kleinen Jungen, und weil er müde ist von all dem Steigen und Gehen, macht er ein wenig die Augen zu und merkt es gar nicht, dass er mit einem Male eingeschlafen ist.
Unterdessen ist die Schultür aufgeschlossen worden und all die anderen Kinder kommen, auch die Kleinen, die heute zum ersten Male da sein müssen, und der Lehrer sagt: „So, nun wollen wir anfangen. Sind alle da?“
„Nein“, sagen die großen Kinder, „Klein Heiner ist noch nicht da. Heute Morgen ist er ganz früh an unserm Hause vorbeigegangen; er wollte der erste sein.“
„Oh, da müssen wir aber schnell suchen“, sagt der Lehrer.
Da suchten sie ihn zuerst hinter der Hecke, aber Klein Heiner ist nicht da; dann im Bach, aber darin schwimmt er auch nicht, und dann im kleinen Tannenbusch, aber auch dort hat er sich nicht versteckt. Oh, da ist Klein Heiner sicher wieder nach Hause gegangen und einer läuft hin und fragt nach.
Ach, erschrecken da Vater und Mutter! Nein, Klein Heiner ist nicht im Hause und nun gehen sie mit nach der Schule; sie wollen doch wissen, wo der Junge ist.
Derweil ist der Storch wiedergekommen von der Wiese und will Eier legen, kann aber nicht; denn in seinem Neste liegt ein kleiner Junge und schläft. Da stellt sich der Storch hin und schlägt mit den Flügeln und klappert mit dem Schnabel: „Ihr Leute, ihr Leute!“
„Was ist denn los, du alter Klapperstorch?“, fragen die Kinder.
„Was los ist? Das ist eine schöne Geschichte! Da liegt ein kleiner Junge in meinem Nest; der ist für mich viel zu groß, und nun kann ich keine Eier legen.“
„Ein Junge? Was für ein Junge ist das denn?“
Ein rotbraunes Ränzel hat er auf dem Rücken und eine graue Mütze auf dem Kopfe.“
„Das ist unser Junge“, rufen Vater und Mutter, „das ist Klein Heiner!“
Da steigt der Vater die Leiter hinauf und klettert auf das Dach, setzt sich auf den Frist und guckt in das Nest hinein. Ja, das ist sein Junge und er schläft ganz fest.
Dann zieht er ihm die Mütze vom Kopf und ruft: „Klein Heiner, Klein Heiner!“
Der erwacht und sagt: „Ja, Vater, gleich! Ist schon Zeit, nach der Schule zu gehen?“
„Junge, du bist ja schon ganz oben drauf!“
Nun weiß Klein Heiner, wo er ist und klettert mit seinem Vater herunter auf die Erde.
Da lachen all die andern Kinder und rufen: „Guten Tag, Klein Heiner aus dem Storchennest!“

Georg Ruseler

15. September

Die Schule ist aus!

Die Schule ist aus!
Klipp, klapp! Geht’s nach Haus.
Genug ist’s für heute
mit Lernen, ihr Leute,
jetzt pfeift er sich eins,
so lustig wie keins.

Und fragt ihr: warum?
Ei, Fritz war nicht dumm!
Das Exempel, das schwerste,
löst’ er als der erste,
und – hurra – ein Satz,
saß am obersten Platz.

Nun weiß er sich viel
… ein Spiel;
… nen Gedanken
… geht noch das Schwanken:
„Was tu’ ich nur heut,
das am meisten mich freut?

Spiel’ ich Kreisel und Ball?
Lauf’ in Nachbars Stall?
Geh’ ich Ruten mir schneiden
am Bach von den Weiden?
Spring’ aufs Feld ich hinaus,
treib’ die Gänse nach Haus?“

Hermann Kaulbach

16. September

Gottes Kinder

Schaut auf diese Kinder herunter,
sie sind fröhlich und sehr munter.

Gott hat ihnen das Leben geschenkt,
dass sollt ihr nie vergessen, wenn ihr an sie denkt.

Ihr sollt sie in den kommenden Jahren,
vor Unheil, Angst und Not bewahren.

Die Grausamkeiten auf dieser Welt,
hat Gott nicht für diese Kinder bestellt.

Tragt euren Beitrag dazu bei,
lehrt sie Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei.

Nur die Liebe kann ihr Leben wenden,
Krieg, Hass und Terror auf dieser Welt beenden.

Ihr Eltern, darum haltet euch stets bereit,
betet für eure Kinder um Gottes Schutz und Segen zu jeder Zeit.

Detlef Wolfgang Scholz
Vechelde
August 2014

17. September

Bitten der Kinder

Die Häuser sollen nicht brennen,
Bomber sollte man nicht kennen.

Die Nacht soll für den Schlaf sein.
Leben soll keine Straf’ sein.

Die Mütter sollen nicht weinen,
keiner soll töten einen.

Alle sollen was bauen,
da kann man allen trauen.

Die Jungen sollen’s erreichen,
die Alten desgleichen.

Bertold Brecht

18. September

Steh auf!

Steh auf! Steh auf, mein liebes Kind!
Hast genug geschlafen.
Auf der Wiese tanzt der Wind
bei den weißen Schafen.

Steh auf! Steh auf, mein liebes Kind!
Flöte bläst der Schäfer,
und es tanzen mit dem Wind
Schmetterling und Käfer.

Steh auf! Steh auf, mein liebes Kind!
Komm heraus zum Tänzchen!
Wo die schönsten Blumen sind,
pflücke dir ein Kränzchen.

Reinhold Braun

19. September

Keine Zeit

Das schlimmste Übel weit und breit das ist der Satz „Hab keine Zeit“.
Die Zeit ist hektisch alles rennt, kaum einer seinen Nachbarn kennt.
Die Autos fahren schnell daher, ein Fußgänger, der zählt nicht mehr.

Zu Hause läuft der Flimmerkasten, man drückt nur lässig auf die Tasten,
und schon hat man - wie vorbestellt - den großen Duft der weiten Welt
Man lässt vom Bildschirm sich berieseln, die Ehen fangen an zu kriseln.

Man spricht kaum noch ein einzig Wort, ist in Gedanken ganz weit fort.

Und so kommt es, dass weit und breit, kein Mensch hat für den andern Zeit.
 
Besuche machen gibt es auch nicht mehr, ja selbst der Briefkasten bleibt leer.

Und fragt man mal per Telefon: "Na Du - wie geht's, ich warte schon?“
"Hab keine Zeit, Dich zu besuchen, mein Mann tat für Mallorca buchen!
Muss schnell noch einiges besorgen, na warte mal, vielleicht passt's morgen.
Oder, ich schick` Dir eine Karte!“ Worauf ich leider heut’ noch warte.

Alles hektisch weit und breit,  kein Mensch hat für den andern Zeit.

Doch einmal geht die Zeit zu Ende, dann tritt sie ein, die große Wende.
Es kommt der Tod: "Bist du  bereit?"
Er fragt nicht lange: "Hast Du Zeit?“

Er fragt auch nicht, ob arm, ob reich,
bei Ihm sind wir ja alle gleich.

Drum nimm Dir Zeit, so lang es geht, solang der Mensch im Leben steht.
Wenn er erst auf dem Friedhof ruht, man macht so leicht nichts wieder gut.
Ja selbst der schönste Blumenstrauß, holt keinen aus dem Grabe raus!

Drum, nimm Dir Zeit …

Bekam ich einmal - vor vielen Jahren - in einer Präsentation geschickt und man sollte mal darüber nachdenken und danach handeln.

20. September

DER ABSCHIED

Lass mein Aug den Abschied sagen,
den mein Mund nicht nehmen kann!
Schwer, wie schwer ist er zu tragen!
Und ich bin doch sonst ein Mann.

Traurig wird in dieser Stunde
selbst der Liebe süß'stes Pfand,
kalt der Kuss von deinem Munde,
matt der Druck von deiner Hand.

Sonst, ein leicht gestohlnes Mäulchen,
o wie hat es mich entzückt!
So erfreuet uns ein Veilchen,
das man früh im März gepflückt.

Doch ich pflücke nun kein Kränzchen,
keine Rose mehr für dich.
Frühling ist es, liebes Fränzchen,
aber leider Herbst für mich!

Johann Wolfgang von Goethe

21. September

Foto vom "Russischer Bär", wir haben ihn bei einer Radtour entdeckt.

Reizender Schmetterling,
flüchtiges, kleines Ding,
willst du nicht einmal ruhn,
mir es zu Liebe tun,
dass ich gemütlich kann
schauen dein Kleidchen an?
Reizender Schmetterling,
flüchtiges, kleines Ding,
Schmetterling, setz' dich!

Kleiner, was neckst du mich,
warte, jetzt fang ich dich!
Blühendes Röslein dort
lässt dich so lang nicht fort.
Wehe, da bist du schon
wieder mir schnell entflohn!
Reizender Schmetterling,
flüchtiges, kleines Ding,
Schmetterling, setz' dich!

Will nicht den ganzen Tag
laufen dir Flüchtling nach!
Da ich nun ruhe hier,
kommst du wohl selbst zu mir!
Sieh doch, da bist du ja,
spielst mir ums Haupt so nah!
Reizender Schmetterling,
flüchtiges, kleines Ding,
Schmetterling, setz' dich!
 
Franz Wilhelm Abt

22. September

Herbstanfang

Im Herbst

Der schöne Sommer ging von hinnen,
der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
so manches feine Festgewand.

Sie weben zu des Tages Feier
mit kunstgeübtem Hinterbein
ganz allerliebste Elfenschleier
als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben
dem Winde sie zum leichten Spiel,
die ziehen sanft dahin und schweben
ans unbewusst bestimmte Ziel.

Wilhelm Busch

23. September

Es ist leider schon länger her, dass wir zwei dieser gefiederten Freunde bei uns im Garten entdeckten. Sie verköstigten sich an den Sonnenblumen, die  seit einiger Zeit reife Kerne haben.

Stieglitz (Distelfink)
Im Flug leicht zu erkennen an leuchtendgelben Flügelabzeichen.
Ruf: „stieglitt“ (Name!). Dreisilbig, klingt er wie ein rasches „wie bitte?“
Frisst gern Distelsamen.

Die Sage vom Distelfinken

Als der liebe Gott die Vögelein machte, da gab er ihnen Beine zum Hüpfen und Flügel zum Fliegen und Schnäbel zum Fressen, aber auch zum Singen. Und als sie alle fertig waren und um ihn her standen, da nahm er allerlei Farben und malte ihnen bunte Federn. Da kam die Taube an die Reihe und erhielt einen blauen Hals und rötliche Flügel.
Der Kanarienvogel wurde so gelb wie eine Zitrone.
Die Bachstelze wurde grau und erhielt einen schwarzen Strich und einen weißen Fleck daneben.
So wurden alle Vögel prächtig gefärbt, wie es sich für jeden schickt.
Nur einer war übrig geblieben, weil er hinter den andern stand und sich nicht vordrängen wollte. Das war der Distelfink. Als er endlich herbeikam, da hatte der liebe Gott alle Farben verbraucht, es war nichts mehr übrig als die leeren Schälchen. Da weine das arme Vöglein, dass es nicht auch so ein buntes Federkleid haben sollte wie die andern.
Der liebe Gott aber redete ihm zu und sprach: „Sei ruhig! Es ist noch in jedem Schälchen ein klein wenig Farbe zurück geblieben. Das will ich mit dem Pinsel austupfen und auf deine Federn streichen.“
Und er tat es und malte den Distelfinken ein bisschen blau und ein bisschen schwarz und ein bisschen gelb. So wurde er der bunteste unter allen Vögeln und dankte dem lieben Gott, dass er ihn so schön gemacht hatte.

Wilhelm Curtmann

24. September

Wir freuen uns zur Zeit auch - fast jeden Abend - an solch einem Gesellen, manchmal sind es sogar zwei. Haferflocken und Katzentrockenfutter mag er gerne und er trinkt auch das in einem Blumenuntersetzer bereitgestellte Wasser. Ist lustig, ihn schmatzen zu hören.

Der Igel

 

Schnüffelnd kommt er aus dem Reisighügel,
unser kleiner Gartenigel.
Man muss schon lange im Dunkeln spähen,
bis wir den Heimlichtuer sehen.
Manchmal entdeckt man ihn solange man jätet,
wenn er sich auf dem Heimweg etwas verspätet.
Denn meistens das Kerlchen nur bei Nacht,
seinen langen Ausflug macht.
Schnecken und Würmer mag er gerne,
die sieht und riecht er auch ohne Mond und Sterne.
Flink ist er, man traut's ihm nicht zu,
erst ist er da und dann verschwunden im nu.
Ist die Lage mal aussichtslos,
er denkt die Gefahr ist groß,
rollt er sich in sekundenschnelle,
zu einer stacheligen Rolle.
Jetzt können wir auch lange warten,
so bleibt er liegen mitten im Garten.
Zum Glück muss man sagen, nicht auf der Straße,
dort hat er trotz Stacheln, keine Chance.
Mancher Autofahrer ohne Sinn und Verstand,
nimmt wenig Rücksicht, dies ist bekannt.
Meist sieht man den Igel, wenn er die Straße überquert,
man rettet ihn leicht, wenn man behutsamer fährt.
Besonders in der Dunkelheit,
weg vom Gas und bremsbereit,
ab und zu in den Rückspiegel sehen,
dann muss Mensch und Tieren, meist nichts geschehen.
Mit der Natur und nicht gegen sie,
sollten wir Herr sein und führen selbst Regie.
PS und Gashebel dienen uns nur,
gelassener fahren und nicht nach der Uhr.
Weist unser Verstand uns öfters Schranken,
wird sich der Igel bei uns bedanken.
Hört man ihn im Herbst bei Nacht nicht mehr schnaufen
dann liegt er bestimmt im Reisighaufen.
Dort macht er wie die Natur bestimmt - brav,
bis im Frühjahr den Winterschlaf.
Wenn wir den Garten naturnah gestalten,
bleibt uns der Igel noch lange erhalten.

Walter Rieck

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