Januar 2020

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1. Januar

Zum Neuen Jahr

Ein neues Jahr nimmt seinen Lauf.
Die junge Sonne steigt herauf.
Bald schmilzt der Schnee, bald taut das Eis.
Bald schwillt die Knospe schon am Reis'.
Bald werden die Wiesen voll Blumen sein,
die Äcker voll Korn, die Hügel voll Wein.
Und Gott, der ewig mit uns war,
behüt' uns auch im neuen Jahr.
Und wenn wir auch nicht bis morgen schaun,
wir wollen hoffen und vertraun.

Volksmund

2. Januar

Die "Rauhnächte"

In manchen Gegenden Deutschland beginnt mit dem Winteranfang,  die Zeit der "Rauhnächte", auch "Zwölf Nächte" genannt. Je nach Gegend schwanken die Zeitangaben

zwischen dem 21.12. und dem Neujahrstag, und zwischen dem 25.12. und dem 6. Januar.

Es sind hier bei uns die dunkelsten Tage des Jahres, die unseren Vorfahren viel Angst gemacht haben, denn es ranken sich eine Menge Aberglauben, Geschichten, Sitten und Gebräuche um diese Zeit.

Nach altem Volksglauben trieben die bösen Geister jetzt ihr Unwesen, und man konnte sich nur durch bestimmte Verhaltensweisen vor ihnen schützen. In vielen Gegenden darf an den Tagen, die den Rauhnächten folgen, kein Mist gestreut oder gefahren werden, man darf keine Wäsche waschen und sie vor allem nicht draußen aufhängen

Noch viele weitere "Regeln" gibt es.
Man richtete sich vor allen Dingen auf dem Lande strikt danach. Die Arbeit ruhte zwischen den Feiertagen sowieso, es wurde nur das Nötigste getan, das war vor allem die Versorgung des Viehs. 

3. Januar

Schornsteinfeger

Herrjeh, wer kommt denn da hervor?
Der ist ja schwärzer als ein Mohr!
Trägt seinen Besen wohlgemut
und oben den Zylinderhut.

Das ist das Schornsteinfegerlein;
Der macht die Essen alle rein,
kehrt den Kamin in jedem Haus
und guckt zum Schornstein oben raus.

Dort oben so wunderschön.
Er kann die ganze Stadt besehn,
sieht jedes Haus und jeden Strauch,
und unsere Schule sieht er auch.

Ach, liebe Mutter, sei so gut
und kauf mir den Zylinderhut
und einen Besen, nicht zu klein,
ich möchte Schornsteinfeger sein!

Adolf Holst

4. Januar

Mal sehen wie sich das Wetter bei uns noch so entwickeln wird:

Januar

Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
der Himmel grau, die Erde weiß.
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
hei, wie er in die Backen kneift!

Doch meint er’s mit den Leuten gut,
erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker, schämet euch,
kommt nur heraus, tut es uns gleich!
Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
da hebt erst recht der Jubel an!

Robert Reinick

5. Januar

Kaltkeimer

Auch wenn es draußen zur Zeit nichts oder nicht viel zu tun gibt, denkt man doch schon ans Aussäen, denn jetzt wären die Kaltkeimer dran. Sie keimen nur, wenn sie eine bestimmte Zeit lang bei kalten und möglichst wechselnden Temperaturen im Feuchten gelegen haben.
Christrosen, Alpendisteln, Adonisröschen, Phlox, Duftveilchen, Küchenschelle und Waldmeister gehören mit verschiedenen anderen Gehölzarten dazu. Harte Schalen und ein Pflanzenhormon, das erst durch Kälte abgebaut wird, hindern die Samen daran, bereits vor dem Winter auszutreiben.
Kaltkeimer am besten in Saatgefäßen aussäen, gut angießen und dann nach draußen an einen schattigen, windgeschützten Platz, z.B. unter einen Strauch stellen. Die Schalen mit Gemüsevlies und Hühnerdraht abdecken, so gelangen Regen und Schmelzwasser zwar an die Samen - Vögel und Mäuse aber nicht. Nie austrocknen lassen, aber auch nicht völlig unter Wasser stellen. Nach einigen Wochen in Wind und Wetter die Schalen ins Haus oder Frühbeet holen. Dort, wie alle anderen Aussaaten auch, gleichmäßig warm und feucht halten.

Mann kann das auch im Kühlschrank praktizieren, aber nicht im Gefrierschrank, wegen der extremen Temperaturschwankungen.

6. Januar

Die heiligen drei König, so sind wir genannt;
Wir kommen von ferne, vom Morgenland.
Ihr Sterne gebt allen den Schein;
ein neues Jahr geht uns bald ein.

Die heiligen drei König mit ihrigem Stern;
Wir suchen das Kindlein, den Heiland, den Herrn.

Dem Kindlein, dem sind wir von Herzen hold;
Wir bringen ihm Weihrauch und Myrrhen und Gold.

Lebt wohl nun, ihr Leute, wir ziehen so fern,
die heiligen drei König mit ihrigem Stern.

Aus Bayern

7. Januar

Der weise alte Mann

Ein über 90jähriger Mann geht ins Altersheim, weil seine Frau vor kurzem gestorben ist und er seine Wohnung räumen muss. Nachdem er mehrere Stunden in der Lobby warten musste, lächelt er freundlich, als ihm gesagt wird, dass sein Zimmer fertig wäre. Langsam, auf seinen Stock gestützt, geht er zum Aufzug, während ihm sein kleiner Raum beschrieben wird.

“Das gefällt mir sehr gut", sagt er mit Begeisterung, obwohl er das Zimmer noch gar nicht gehen hat. "Das Aussehen ist nicht wichtig", meint er dann, "denn Glück ist etwas, das ich in meiner Erwartung sehe, dabei ist die Innenausstattung unwichtig. Es ist die Art, wie ich den Raum sehen WILL. Bereits im Kopf habe ich entschieden, dass ich das Zimmer mag. Solch eine Entscheidung wähle ich jeden Morgen, wenn ich aufwache. Denn immer kann ich entscheiden: Ich kann im Bett liegen bleiben, meine Probleme, die ich mit Teilen meines Körpers habe, aufzählen oder ich kann aufstehen und dafür danken, dass ich noch gesund genug dafür bin. So ist jeder Tag ein Geschenk und solange ich meine Augen öffnen kann, will ich sie auf diesen neuen Tag richten und all jene glücklichen Stunden, die ich erleben durfte. Es ist wie bei einem Bankkonto, man hebt im späteren Leben ab, was man im Verlauf deponiert hat. Deshalb sollte man alles Glück dort auf dem Konto Erinnerungen deponieren, um sich stets daran zu erinnern. Sein Herz von Hass befreien und die Gedanken von Traurigkeit, bescheiden leben, viel geben und wenig erwarten.

8. Januar

Das Leben

Das Leben ist verhüllt
und verborgen,
wie auch euer größeres
Selbst verborgen
und verhüllt ist.

Aber wenn das Leben spricht,
werden alle Winde Worte;
und wenn es von neuem spricht,
so wird das Lächeln auf euren Lippen
und die Tränen in euren Aug' zum Wort.

Wenn es singt,
hören es die Tauben
und sind ergriffen;
und wenn es sich
langsam nähert,
sehen es die Blinden
und sind entzückt
und folgen ihm
verwundert und erstaunt

Khalil Gibran

9. Januar

Die halbgefüllte Flasche

In Flensburg lebt noch heute eine Familie, deren Wappen eine halbgefüllte Flasche zeigt. Es sind die Urenkel eines Soldaten, dem Folgendes passierte:
Als die Schweden im schleswig-holsteinischen Lande waren und dort gegen die Bauern gerade eine Schlacht verloren hatten, bekam ein gemeiner Soldat einen Wachtposten auf dem Schlachtfeld. Es war damals eine sehr knappe Zeit, und nur mit Mühe hatte er für seinen brennenden Durst eine einzige Flasche Bier erhalten.
Gerade als er sie an den Mund setzen wollte, hörte er neben sich die Stimme eines verwundeten Schweden, der flehentlich um einen Labetrunk bat. Mitleidig ging der Soldat zu dem Sterbenden und beugte sich über ihn, um ihm die Flasche zu reichen.
Der Schwede aber war ein tückischer Mensch, er feuerte mit seiner Pistole auf den Wohltäter. Er wollte sich rächen und zugleich in den Besitz der ganzen Flasche setzen. Glücklicherweise ging der Schuss fehl. Ruhig griff der Soldat nach seiner Flasche, trank sie halb aus und reichte sie dann dem Sterbenden.
"Nun kriegst du sie nur halb, du Schlingel", sagte er.
Als der König davon erfuhr, ließ er den Soldaten zu sich kommen und schenkte ihm zur Belobigung ein Wappen, in dem eine halbgefüllte Flasche stand.

überliefert

10. Januar

Manchmal des Nachts,
wenn ich die Öfen schürte,
sah ich durchs Fenster,
nah und weltenfern,
so jäh, als ob mich eine
Hand berührte,
den nie vorher gesehenen
Stern.

Er sprang und zuckte grün
in kaltem Feuer -
so groß war nie ein Licht
und kein Planet.
Mein Blick war blind davon,
und ungeheuer erschrak
mein Herz und fand nicht
zum Gebet.

Hob dann die Lider ich,
war er verschwunden.
War es ein Zeichen?
War's ein Ruf des Herrn?
Ich frage nicht.
Doch hält mich tief
gebunden der nie vorher
gesehene Stern.

Carl Zuckmayer

11. Januar

Es ist traurig …

wenn man alle Rosen hasst - nur deswegen weil man sich an einem Dorn verletzt hat

wenn man alle Träume aufgibt, weil der eine sich nicht erfüllt hat

wenn man den Glauben verliert, nur weil ein Gebet nicht erhört wurde

wenn man die Anstrengungen, ein Ziel zu erreichen, aufgibt, nur weil man vielleicht einmal versagt hat

wenn man alle Freunde vergisst, nur weil man von einem betrogen wurde

wenn man nicht an die Liebe glaubt, nur weil jemand dir untreu war oder deine Liebe nicht erwidert hat

wenn man alle Chancen glücklich zu sein wegwirft, nur weil der eine Versuch misslungen ist.

12. Januar

Lebensweg

Ich bin durchs Leben auf dich zugegangen,
so fest und klar, wie übers grüne Land.
Die Taube flog, die lange eingefangen
und doch den Weg zum Himmel fand. –

Und denke ich an Sturm und Streit und Streben,
an meiner Jugend Wandern dort und hier,
so ist mir oft: Es war mein ganzes Leben
ein stiller, unbeirrter Weg zu dir.

Börries von Münchhausen

13. Januar

Unser Wasser

Der Mensch besteht größtenteils aus Wasser und durch Atmung, Schweiß und Urin gehen täglich über zwei Liter verloren. Wir brauchen Wasser und holen es uns durch die Nahrung zurück, den Rest des Bedarfs, der im Sommer mehr ist als in der kühlen Jahreszeit, sollten wir trinken. Die Getränkeindustrie bietet Wasser an, oft versetzt mit Zucker oder künstlichen Aromastoffen. Wasser aus den Leitungen kann man - gemäß Untersuchungen - bedenkenlos trinken und sich verfeinern.

Es gibt da schon Möglichkeiten, zum Beispiel mit einer Zitronenscheibe, einem Stück Grapefruit oder Limette, einer Scheibe Orange oder Sternfrucht. Auch Apfel- oder Birnenschnitze sind gut. Obst sieht in einem Glaskrug schön aus und schmeckt erfrischend.

Ein Stück Ingwer, eine Stange Zitronengras oder ein Zweig Minze, sind aromatisch. Entfernt man vom Zitronengras die äußerste Hülle, ritzt es der Länge nach mit einem Messer an, wird der Geschmack noch stärker. Je feiner man den Ingwer schneidet, umso schärfer schmeckt das damit gewürzte Wasser. Auch Korianderkraut und ein Zweig Basilikum sind gut und mit einigen Rosenblättern, ein paar Lavendelzweigen oder anderen essbaren Blüten erhält das Wasser eine duftige Note und sieht sehr hübsch aus.

14. Januar

Morgenwonne

Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.

Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
betiteln mich „Euer Gnaden“.

Aus meiner tiefsten Seele zieht
mit Nasenflügelbeben
ein ungeheurer Appetit
nach Frühstück und nach Leben.

Joachim Ringelnatz

15. Januar

Winternacht

Es war einmal eine Glocke,
die machte baum, baum ...
Und es war einmal eine Flocke,
die fiel dazu wie im Traum ...

Die fiel dazu wie im Traum ...
Die sank so leis hernieder
wie ein Stück Engleingefieder
aus dem silbernen Sternenraum.

Es war einmal eine Glocke,
die machte baum, baum ...
Und es war einmal eine Flocke,
so leis als wie im Traum ...

So leis als wie im Traum ...
Und als vieltausend gefallen leis,
da war die ganze Erde weiß
als wie vom Engleinflaum.

Da war die ganze Erde weiß
als wie vom Engleinflaum.

Christian Morgenstern

16. Januar

Die drei Gesellen

Drei Gesellen konnten auf einer Reise außer einem Brote durchaus keine Lebensmittel finden konnten. Sie waren sehr hungrig und sprachen daher so zueinander: „Wenn dieses Brot in drei Teile geteilt wird, wird ein solcher keinem von uns zur Sättigung ausreichen, wir wollen also einen vernünftigen Rat halten, wie wir über dieses Brot verfügen müssen.“
Einer sprach: „Wir wollen uns hier auf der Straße zum Schlafen niederlegen, ein jeder möge träumen, und wer den wunderbarsten Traum hat, der soll das ganze Brot haben.“
Die andern zwei antworteten: „Dein Rat ist gut“, und begannen zu schlafen. Der aber, der den Rat gegeben hatte, stand, während jene schliefen auf und verzehrte das Brot ganz und gar. Als er das getan hatte, weckte er seine Kameraden auf und sprach: „Steht schnell auf, es ist Zeit, dass ein jeder seinen Traum sage.“
Da sprach der erste: „Ihr Lieben, ich habe einen wunderbaren Traum gesehen, eine goldne Leiter, die vom Himmel auf die Erde herab ging; auf dieser stiegen die Englein hinauf und hinab und führten meine Seele aus meinem Leibe gen Himmel. Als ich dort ankam, sah ich den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, und so viel Fröhlichkeit war in meiner Seele, und nie hat ein Auge geseh'n noch ein Ohr gehört, was ich da vernommen habe. Und das ist mein Traum.“
Da sprach der zweite: „Ich sah, wie Teufel mit eisernen und feurigen Werkzeugen meine Seele aus dem Leibe rissen, mich misshandelten und sprachen: ‚Solange Gott im Himmel regiert, wirst du an diesem Orte bleiben.’“
Der dritte aber sagte: „Hört meinen Traum! Mir kam es vor, als wenn ein Engel zu mir käme und sagte: ‚Teuerster, willst du sehen, wo deine Kameraden sind?’ Ich antwortete: ‚Ei wohl, Herr. Wir haben unter uns ein Brot zu teilen; Ich fürchte sie sind mit dem Brot davongelaufen.’ Jener aber sprach: ‚Nein, dies ist nicht der Fall, das Brot liegt neben uns, folge mir.’ Da führte er mich zur Himmelspforte, und ich steckte meinen Kopf seinem Gebote nach unter das Tor und erblickte dich; es kam mir vor, als wenn du gen Himmel entführt würdest und auf einem goldnen Throne säßest und viele treffliche Weine und Speisen vor dir hättest. Und der Engel sprach zu mir: ‚Siehe, dein Gesell lebt im Überfluss unter lauter Freuden und Speisen und wird dort in Ewigkeit bleiben; denn wer einmal in das Himmelreich gekommen ist, der kann nie wieder herausgehen. Komm du nun mit mir, ich will dir zeigen, wo dein anderer Kamerad ist.’ Als ich ihm aber gefolgt war, da führte er mich an das Höllentor, und da erblickte ich dich, so wie du gesagt, in der schwersten Pein. Und da dir täglich Brot und Wein in großer Menge aufgetragen wurden, da frage ich: ‚O liebster Gesell, es gefällt mir nicht, dass du in solcher Pein liegst.’ Du aber antwortetest mir: ‚Solange Gott im Himmel regiert, werde ich hier verbleiben, denn ich habe es verdient, stehe also schnell auf und iss das ganze Brot, denn fürder wirst du weder mich noch unsern Gesellen sehn.’ Ich aber, als ich das geseh'n hatte, stand auf und verzehrte das Brot, wie du gesagt hattest.“

Aus einer alten Chronik

17. Januar

Brot

Es wächst viel Brot in der Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
spürst du, was Gutes der Winter tat.

Und deucht die Welt dir öd‘ und leer,
und sind die Tage dir rau und schwer;
Sei still und habe des Wandels acht -
es wächst viel Brot in der Winternacht.

Friedrich Wilhelm Weber

18. Januar

Zahnweh 

es war einmal - wie gut wir es doch heutzutage haben

„Das vergeht schon, das Zahnweh“, sagt der Bader „Da nimmst ein Maul voll kaltes Wasser. Am besten ist das Wasser, das nach einem Gewitter aus einem Trauffass geschöpft ist. Nimmst also von dem ein Maul voll. Dann nimmst einen Bund dürres Reisig und drei Arme voll Holz; einen Arm voll fichtenes, zwei Arme voll buchenes. Nimmst also drei Arme Holz. Dann schiebst die drei Arme voll in deinen Ofen. Dann legst nach und legst nach, bis die Herdplatte glüht. Bis sie also glüht. Dann tust die Hosen runter und legst sie auf die Bank. Auf die Bank also. Dann tust das Hemd runter und legst es auf die Bank zu der Hosen. Das Hemd also zu der Hosen. Und dann setzt dich auf die Herdplatten. Tust deine Joppe hochheben, dass sie nit verbrennt. Setzt dich also auf die Herdplatten, und jetzt wartst, bis das Wasser in deinem Maul anfängt zu sieden. Wartst also. Und wann das Wasser sied’t, dann vergeht’s Zahnweh.“

19. Januar

Zahnweh

Bescheiden fängt ein alter Zahn,
der lange schwieg, zu reden an.
Entschlossen, nicht auf ihn zu hören,
tun wir, als würd uns das nicht stören.

Der unverschämte Zahn jedoch
erklärt, er hab bestimmt ein Loch,
und schließlich meint er, ziemlich deutlich,
dass ihm nicht wohl sei, wurzelhäutlich.

Wir reden dreist ihm ins Gewissen:
„Wenn du nicht schweigst, wirst du gerissen!“
Doch wie? Der Lümmel lacht dazu:
„Das fürcht ich lang nicht so wie du!!“

Wir suchen mild ihn zu versöhnen:
„Ließ ich dich golden nicht bekrönen?
Schau, haben nicht wir beiden Alten
Zusammen jetzt so lang gehalten?

So manchen guten Biss geteilt?“
Es ist umsonst, er bohrt und feilt
Und sieht nicht ein, wie es verwerflich,
uns völlig zu zersägen, nervlich.

Wir werden stark! (In Wahrheit: schwach!)
Am nächsten Morgen kommt's zum Krach.
Der Zahn wehrt sich mit Löwenmut;
Doch übersteht er’s schließlich gut.

Uns aber bangt schon – Zahn um Zahn –
bald kommt vielleicht der nächste dran.

Eugen Roth

20. Januar

Bekam ich von einer Freundin geschickt, könnte doch eventuell wahr sein, oder???

Im Bauch einer schwangeren Frau waren einmal drei Embryos: der kleine Gläubige, der kleine Zweifler und der kleine Skeptiker.  

Der kleine Zweifler fragt: Glaubt ihr eigentlich an ein Leben nach der Geburt?  

Der kleine Gläubige: Ja klar, unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir dann stark genug sind für das, was uns erwartet.  

Der kleine Skeptiker: Blödsinn, das gibt's doch nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen ein Leben nach der Geburt? 

Der kleine Gläubige: Das weiß ich auch noch nicht so genau. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen. 

Der kleine Skeptiker: So ein Quatsch! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das gar nicht, dass es ein Leben nach der Geburt gibt, weil die Nabelschnur schon jetzt viel zu kurz ist.

Der kleine Gläubige: Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders. 

Der kleine Skeptiker: Es ist noch nie einer zurückgekommen von nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Leben ist eine einzige Quälerei - und dunkel.  

Der kleine Gläubige: Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen.  

Der kleine Skeptiker: Mutter?! Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?  

Der kleine Gläubige: Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein.  

Der kleine Skeptiker: Quatsch! Von einer Mutter habe ich ja noch nie was gemerkt, also gibt es sie auch nicht.  

Der kleine Gläubige: Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt. Ich glaube auf jeden Fall, dass unser eigentliches Leben erst dann beginnt.  

21. Januar

Dämmerung

Zögernd geht der lichte Tag
aus der Stube, aus dem Haus,
und der Glanz auf Krug und Schale,
an der Wand die Sonnenmale
löschen langsam aus.

Leiser klingt der Kinder Rufen,
Steig und Gassen werden leer,
Schrank und Tisch, Bett und Truhe
stehn in seltsam ferner Ruhe
und gehören mir nicht mehr.

Botenspruch der nahen Nacht
wandelt aller Dinge Maß:
Selbst der Liebsten Angesicht
ändert sich im Dämmerlicht
und wird fremd und blass.

Friedrich Czerny

22. Januar

Lebensphilosophie

Sei geduldig! Sei aufgeschlossen! Lächle häufig! Genieße die besonderen Momente!

Gewinne neue Freunde ... Entdecke die alten neu ...
Sag´ ihnen, dass du sie liebst ... Und wenn du sie liebst ... Spüre es ganz tief!

Ignoriere Sorgen! Vergiss Probleme! Vergib deinen Feinden! Halte Versprechen!

Wenn du mehr als eine Chance bekommst, versuch's nochmal - Schätze deine guten Ideen ...
Versuche keine Fehler zu machen und wenn du welche machst, lerne daraus ...

Sei verrückt! Erkenne Wunder, wenn sie passieren ...
Bemerke die Sonne am Himmel ... Höre dem Regen zu ...
Suche die Regenbogen und Sternschnuppen und nach der Schönheit die dich umgibt.

Lächle mit dem Herzen ... Trau´ anderen ... Gib anderen ... Sei liebenswürdig.

Hoffe – wünsche – wachse - arbeite hart - sei du selbst.
Sei verständnisvoll, wenn es nötig ist und hab Vertrauen ins Leben ...

Glaube ...

Tröste deine Freunde - Trau Dir selbst und genieße dein Leben!

23. Januar

Zögere nicht

Wenn Dein Verstand
etwas für unklug hält,
das Deine Seele
als richtig empfindet,
zögere nicht,
Deiner Seele zu folgen,
denn der Verstand leidet
unter naturbedingter Oberflächlichkeit,
während die Seele
gar nicht anders kann,
als in die Tiefe zu sehen.

Hans Kruppa

24. Januar

Ein guter Rat fürs Leben?

Lebe einfach wie du willst und nimm dich und die Welt nicht so ernst!
Das Leben ist kurz, und Kummer so lang, macht kürzer nur schöne Tage.
Und deine Träume, bewahr sie gut auf, genieß sie und lebe sie auch aus.

Höre auf dein Herz und liebe, vertraue, falle auf die Nase, aber stehe wieder auf.
Bewege dich ruhig im gegebenen Rahmen, doch einsperren lasse dich nicht von ihm, und sprenge ihn ruhig, sooft du kannst.

Denk selber nach und hab deine Meinung, pfeife auf das, was andere denken, sie sagen so vieles so schnell, doch:
wenn es drauf ankommt, dann ist es so, dann hast du nicht mal ein Stück Brot in der Hand!

Pflege deine Freundschaften, und stehe dazu, doch suche sie gut und sorgfältig aus.
Lebe und sorge dich, doch auch um dich, denn nichts ist so wichtig wie du.
Bleib auf deinen Füßen ganz fest stehen, doch mit einem Bein sei ruhig mal im Himmel der Träume!

Und greif nach den Sternen, sie sind da für dich und gestern war gestern, ist lange vorbei.
Heute ist wichtig, und das wirst du schaffen, was morgen kommt, das wird man dann sehen.

Schließ Kompromisse, wenn du sie brauchst, denn es gibt ja nicht nur schwarz oder weiß.
Nimm was geboten, die Welt gehört dir und mit ihr auch alle Farben darin.

Gib niemals auf, egal was auch ist und wenn Wunden heilen, lasse die Narben zu.
Lasse dich nicht von Problemen überrollen, es sind nur schlechte Situationen, die du lösen musst.

Sei einfach nur du und auf dich stolz, so lebe dein Leben und denke daran:
Die Welt, sie wäre ärmer, gäbe es dich nicht, und soviel kälter, wärst du nicht da!

Gib, was du kannst, doch von hundert Prozent, lasse immer dreißig bis fünfzig dir übrig.
Dein Stück vom Kuchen, nimm es dir ruhig, und nicht nur die Krümel, die sind nur dabei.

Sei auch egoistisch und denke an dich, das schützt und gibt Kraft für dich selber!
Denn "Pflichten" erfüllst du sicher genug, darum nimm dir auch deine Rechte.

Ich denke, so kann man leben, sorglos und frei und kann einmal ganz ehrlich sagen:
"Ich habe gelebt" und nicht :"Hätte ich doch ... "

Weiß leider nicht, von wem es ist - bekam es selbst mal vor Jahren geschickt

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