Oktober 2019

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1. Oktober

Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
vergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,
unchristlich oder christlich,
ist doch die Welt, die schöne Welt,
so gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz -
stoß an und lass es klingen!
Wir wissen's doch, ein rechtes Herz
ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
und ehe sie verfließen,
wir wollen sie, mein wackrer Freund,
genießen, ja genießen!

Theodor Storm

2. Oktober

Die Gartenchrysantheme

Seit über 2000 Jahren ist sie bekannt und eine der ältesten Zierpflanzen der Welt, kam von Japan und China im 18. Jahrhundert zu uns.

Im "Reich der Mitte" brachten die chinesischen Gelehrten ihr besondere Achtung entgegen, denn sie gehörte zu den "vier Edlen" des Pflanzenreiches: Pflaume, Orchidee, Bambus und Chrysantheme.

In Japan ist sie die Symbolblume des Kaiserhauses und Nationalblume, ist zu einem Stück Kulturgeschichte geworden. Die Pflanze ziert das Wappen der Kaiserfamilie und die Japaner nennen sie "Kiku", das heißt Abendsonne.

In Asien liebt man nicht nur Form und Farbe der Blume, sondern schreibt ihr auch Heilkraft zu. Bei Erkältungen wird Chrysanthementee und -wein angewandt. Die Pflanze hilft bei spannungsbedingtem Schwindel, Kopfweh und hat eine beruhigende Wirkung. Auch bei uns ist sie nicht nur Zierpflanze, sondern Speisechrysantheme.

Am besten selbst aussäen und ernten und wenn sie etwa 10 bis 20 cm hoch sind kann man sie gedünstet oder zum Würzen und Dekorieren - wie Petersilie - verwenden. Aber wenn sie auch gut aussehen - nie Blätter von Pflanzen aus dem Blumenladen verwenden.

3. Oktober

Zum heutigen Tag der deutschen Einheit von einem anonymen afrikanischen Schreiber:

Lieber weißer Bruder,

Als ich geboren wurde, war ich schwarz.
Als ich aufgewachsen bin, war ich schwarz.
Wenn ich in die Sonne gehe, bin ich schwarz.
Wenn es mich friert, bleibe ich schwarz.
Wenn ich Angst habe, bin ich schwarz.
Wenn ich krank bin, bin ich schwarz.
Wenn ich sterben werde, werde ich schwarz sein.

Während du, weißer Mann ...

Als du geboren wurdest, warst du rosa.
Als du aufgewachsen bist, warst du weiß.
Wenn du in die Sonne gehst, bist du rot.
Wenn es dich friert, wirst du blau.
Wenn du Angst hast, bist du grün.
Wenn du krank bist, bist du gelb.
Wenn du sterben wirst, wirst du grau sein.

... und nach all dem, hast du den Mut, mich FARBIGER zu nennen!

4. Oktober

Ich habe gelernt, dass Du niemanden dazu bringen kannst, Dich zu mögen oder zu lieben.
Alles was Du tun kannst ist, jemand zu sein, den man mögen und lieben kann!

Ich habe gelernt, dass man immer jemanden mit lieben Worten verlassen sollte.
Es könnte das letzte Mal sein, dass man ihn sieht!

Ich habe gelernt, dass es Jahre braucht Vertrauen aufzubauen, aber nur Sekunden, um es zu zerstören!!

Ich habe gelernt, dass im Leben nicht zählt was Du hast, sondern wen Du hast!

Ich habe gelernt, dass Du impulsiv etwas machen kannst,
was Dir für den Rest Deines Lebens Kopfschmerzen bereitet!

Ich habe gelernt, dass es oft einfacher ist zu reagieren als zu denken!

Ich habe gelernt, dass Du noch lange weitermachen kannst, nachdem Du dachtest, es geht nicht mehr!

Ich habe gelernt, dass Du Dich nicht mit dem Besten, das andere geben können, vergleichen solltest, sondern mit dem Besten, das Du geben kannst!

Ich habe gelernt, dass wir immer verantwortlich sind für das was wir tun,
egal wie wir uns fühlen.

Ich habe gelernt, dass es Übung braucht, verzeihen zu erlernen!

Ich habe gelernt, dass es Menschen gibt, die aufrichtig lieben, aber nicht wissen, wie sie es zeigen sollen!

5. Oktober

Das waren noch Zeiten damals:

Der brave Kutscher

Als ich heute Morgen durch die Straßen ging, sah ich in einer Straße viele Menschen beisammen stehen. Die elektrischen Bahnen hielten in langer Reihe hintereinander. Droschken und andere Wagen konnten nicht von der Stelle. Was war geschehen?

Auf dem glatten Pflaster war ein Droschkenpferd gestürzt. Nun lag es auf den Straßenbahnschienen und konnte sich nicht erheben, und viele Leute hatten auf einmal Zeit, sich das Schauspiel anzusehen. Die Fahrer und Schaffner der Straßenbahn kamen hinzu und versuchten zu helfen. Aber der Kutscher wollte sich nicht helfen lassen. Das Pferd hatte im Falle die Deichsel der Droschke zerbrochen, und darüber mochte er nicht sehr erfreut sein. Er ergriff den Zaum und die Peitsche und schlug das Pferd. Das Tier versuchte zwar, sich aufzurichten, aber seine Hufe glitten jedes Mal aus, so dass es immer wieder zur Seite fiel.

Da kam ein anderer Kutscher hinzu, und als er sah, warum das Tier nicht aufstehen konnte, griff er, ohne seinen Kameraden zu fragen, selbst mit an, um dem Tiere aufzuhelfen. Er spannte es völlig aus, schob die Droschke weit zurück, so dass sie dem Pferde beim Aufstehen nicht im Wege stand, nahm dann eine Pferdedecke und legte sie unter die Vorderfüße des Tieres. Nun streichelte er ihm den Hals, hob ihm den Kopf in die Höhe und rief ihm ermunternde Wort zu. Das Tier versuchte es jetzt nochmals aufzustehen. Seine Hufe gewannen auf der Decke einen Halt, und mit einem Satze stand es auf den Füßen.
„Warum nicht gleich so?“, rief einer der Umstehenden lachend, und die Leute verliefen sich schnell.

Wieder einmal etwas aus meinem alten Lesebuch

6. Oktober

Das Pferd sagt zum Knecht

Bergauf treib mich nicht,
bergab reit mich nicht,
ebnen Wegs schon mich nicht,
im Stall vergiss mich nicht.

Volksgut

7. Oktober

An der Fähre

Vor vielen Jahren sollte einmal ein Fährmann eine Ziege, einen Wolf und einen Korb Kohl über den Rheinstrom fahren. Allein sein Schiffchen war so klein, dass er von den dreien auf einmal nur eins aufnehmen konnte.
Zuerst lud der Fährmann den Wolf ins Schiffchen; allein da machte sich die Ziege sogleich an den Kohl und der Schiffer musste wieder umkehren.
Nun nahm er den Kohl ins Schiffchen; aber o weh! Der böse Wolf packte alsbald die Ziege an und der Fährmann musste abermals zurückkehren.
Hierauf lud er die Ziege ins Schiffchen und führte sie über den Strom. Der Wolf machte große Augen und sah ihr nach, den Kohl aber ließ er unberührt.
Was jetzt zu tun war, wusste der gute Fährmann selber nicht und kratzte sich hinterm Ohr. „Hole ich den Wolf“, sagte er sich, so beißt er mir die Ziege; hole ich aber den Kohl, so ist er nicht sicher vor der Geiß. Wie soll ich’s nun machen?“

8. Oktober

Empfehlung

Achte auf deine Gedanken
denn sie werden deine Worte.
Achte auf deine Worte,
denn sie werden deine Handlungen.
Achte auf deine Handlungen,
denn sie werden deine Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten,
denn sie werden dein Charakter,
denn er wird dein Schicksal.

Jüdische Überlieferung

9. Oktober

Eine Geschichte aus einem uralten Buch, die mich bereits als Kind sehr berührte. Und wenn ich die Nachrichten so verfolge: Sie ist doch immer noch AKUTELL - leider!

Die Armensuppe

Auf der Gemeindewiese, draußen vor dem Städtlein, hielt dicht neben der Landstraße ein zweirädriger Töpferkarren mit übergespanntem Leinendach, an dessen Seiten große und kleine Töpfe aller Art aufgehängt waren, deren Farben in der Sonne glänzten. Der große Ziehhund war abgesträngt, lag im Schatten des Karrens und schien zu schlafen, während er doch ein wachsames Auge auf jeden Vorübergehenden hatte.
Ein Stück davon, unter einem Baum, saß die kranke Frau des Kärrners und neben ihr im Gras spielten die Kinder. Der Vater war mit einem großen Bündel Töpfe in den Ort gegangen, um sie zu verkaufen und die Frau wartete in Sorgen darauf, dass er zurückkommen und Geld mitbringen sollte. Seit einer Reihe von Tagen schon litten sie Not, die Einnahme war schlecht gewesen und hatte kaum zu Brot gereicht und zu einem Schluck Milch für die Kleinen; der Kranken aber wäre eine warme Suppe so nötig gewesen. Zenz, die siebenjährige Älteste, teilte der Mutter Sorgen und wartete mit ihr auf des Vaters Rückkehr. Aber Stunde auf Stunde verging und er kam nicht.

Da sagte das Kind: „Mutter, ich will einen Topf nehmen und zu den Leuten gehen, vielleicht, dass mir eins von ihnen a bissel Suppe gibt!“
Die Mutter nickte. „Geh nur, versuch’s!“

Nun lief die Kleine, so schnell sie konnte, bis an die ersten Häuser, aber an einer Tür nach der andern stand sie still und wagte sich nicht hinein. Das Betteln war so schwer; vielleicht schickte man sie mit bösen Worten fort.
Als sie so zögernd auf der menschenleeren Straße stand, kam ein kleines Mädchen daher, das gleichfalls einen großen leeren Topf trug. Neugierig schaute es im Vorbeigehen auf die Fremde, und diese folgte ihr unwillkürlich. Schon nach wenig Schritten lief das Blondköpfchen in eine enge Seitengasse hinab und verschwand hinter einem alten, hohen Hause. Die kleine Zenz hörte helle Kinderstimmen, und als sie an die offene Pforte eines niedrigen Mäuerleins trat, sah sie eine essende und schwatzende Gesellschaft vor sich. Auf einer Seitenbank längs der Hauswand saß ein Kind neben dem andern, und ein alter Klosterbruder mit freundlichem Gesicht, der in der Tür stand, füllte alle dargereichten Töpfe mit dampfender Suppe. Wie einladend das aussah!
Jetzt kam auch ihre kleine Bekannte schon zurück, die Ärmchen konnten den schweren Topf kaum tragen und im emporgehobenen Röckchen hielt es noch ein großes Stück Brot. Diesmal ging sie nicht vorüber, sondern blieb bei der Fremden steh'n. „Trau’ dich nur mit deinem Töpfle hinein, bekommst schon was!“, sagte sie. Und der freundliche Alte bemerkte kaum das schüchtern sich nähernde Kind, als er fragte, woher es käme und wer es sei. Da erzählte Zenz von aller Not, bekam auch einen Topf voll Suppe, der gute Klosterbruder versprach, nach der kranken Mutter zu sehen und fröhlich machte sie sich auf den Heimweg.

Hermann Kaulbach

10. Oktober

Eine Rechnung für Mama

Eines Abends, als die Mutter gerade das Abendessen kochte, kam der elfjährige Sohn in die Küche, mit einem Zettel in der Hand. Er  überreichte ihn mit einem seltsamen, amtlich anmutenden Gesichtsausdruck seiner Mutter, die sich daraufhin die Hände in der Schürze
abwischte, den Zettel entgegennahm, und zu lesen begann:

Für das Jäten des Blumenbeetes: 2 Euro
Für das Aufräumen meines Zimmers: 8 Euro
Weil ich Milch holen gegangen bin: 1 Euro
Weil ich drei Nachmittage auf meine kleine
Schwester aufgepasst habe: 12 Euro
Weil ich zwei Einser bekommen habe: 8 Euro
Weil ich jeden Tag den Müll raus bringe: 3 Euro
Insgesamt: 34 Euro.

Die Mutter blickte sanft ihren Sohn an. Es kamen ihr unzählige Erinnerungen ins Gedächtnis.

Dann nahm sie einen Stift, und begann auf einen anderen Zettel zu schreiben:

Für neun Monate lang unter meinem Herzen tragen: 0 Euro
Für alle durchwachten Nächte, die ich an deinem Krankenbett verbracht habe: 0 Euro
Für das viele Im-Arm-halten und Trösten: 0 Euro
Für das Auftrocknen deiner Tränen: 0 Euro
Für alles, was ich dir Tag für Tag beigebracht habe: 0 Euro
Für jedes Frühstück, Mittagessen, Brotzeit, Semmeln und alles, was ich dir zubereitet habe: 0 Euro
Für mein Leben, was ich dir jeden Tag gebe: 0 Euro
Insgesamt: 0 Euro

Als sie fertig war, gab die Mutter mit einem Lächeln den Zettel ihrem Sohn in die Hand.
Das Kind las es und zwei große Tränen liefen aus seinen Augen.

Dann drückte er den Zettel an sein Herz
und schrieb im Anschluss auf seine eigene Rechnung:

BEZAHLT ...

Bekam ich vor langer Zeit von einer Mail-Freundin geschickt

11. Oktober

Die Kunst der kleinen Schritte

von Antoine de Saint-Exupéry

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr,
sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

Mach mich sicher in der rechten Zeiteinteilung.
Schenk’ mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.

Schenk’ mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.

Erinn’re mich daran,
dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.

Schick’ mir im rechten Augenblick jemanden,
der den Mut hat,
die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Du weißt,
wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten
und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.

Verleihe mir die nötige Fantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte
mit oder ohne Worte an der richtigen Stelle abzugeben.

Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.

Gib mir nicht,
was ich mir wünsche,
sondern das,
was ich brauche.

Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!

12. Oktober

Dahlien

Sie werden nach Andreas Dahl (1751 bis 1789) benannt und heißen botanisch Dahlia. Diese Asterngewächse, die Knollen bilden, kamen im Todesjahrs ihres Namensgebers von Mexiko nach Europa, aber erst 1812 nach Deutschland. Dort glaubte man, dass man die fleischigen Wurzelstöcke essen könne.

Es gibt unzählige Sorten, angefangen von kleinen ungefähr 30 cm hohen, bis hin zu 2 Meter großen farbenprächtigen Stauden. Sie wachsen in jedem Gartenboden, blühen aber besonders gern in humosem.

Ab April/Mai pflanzt man die Wurzelstöcke 5 - 10 cm tief, muss sie aber - beim Austrieb - vor Schnecken schützen. Die hohen Sorten sollte man später mit einem Stab stützen. Die Pflanzen bleiben bis zum ersten Frost im Herbst in der Erde. Anschließend schneidet man sie eine Handbreit über dem Boden ab, nimmt die Knollen aus der Erde heraus, klopft sie ab und überwintert sie im kühlen Keller.

13. Oktober

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm,
es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
das da steht im Wald allein
mit dem purpurroten Mäntelein?

Das Männlein steht im Walde auf einem Bein
und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
das da steht im Wald allein
mit dem kleinen, schwarzen Käppelein?

Ein Kind spricht:
Das Männlein dort auf einem Bein mit seinem roten Mäntelein
und seinem schwarzen Käppelein kann nur die Hagebutte sein.

Hoffmann von Fallersleben
Engelbert Humperdinck übernahm das alte Lied für seine Märchenoper „Hänsel und Gretel“

14. Oktober

Früher war es anders

 
Das Korn stand hoch und mohnverziert,
mit blauen Kornblumen garniert.-
Heut` sind die Halme klein,
das Feld ist chemisch rein.
Früher war es anders.

Die Kuh zog Wagen und den Pflug.
Kartoffelernte - Vogelpflug -
Heut` fährt der Traktor raus
und gabelt Heu nach Haus.
Früher war es anders.

Die Kühe standen warm im Stall,
wir kannten ihre Namen all. -
Ein Stromzaun ist ihr Rahmen,
und keiner kennt die Namen.
Früher war es anders.

Man saß am Abend auf der Bank
und sagte für die Ernte Dank. -
Heut` sind die Bänke leer,
und keiner sieht sich mehr.
Früher war es anders.

 Verfasser unbekannt

15. Oktober

Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
 Kaum schrieb man sechs Gedichte,
 ist schon ein halbes Jahr herum
 und fühlt sich als Geschichte.

Die Kirschen werden reif und rot,
die süßen wie die sauern.
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub,
so sehr wir es bedauern.
 
Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
wird bestenfalls Erfahrung.
 
Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder
und - weil's zur Jahreszeit gehört,
aus Küssen kleine Kinder.
 
Die Vögel füttern ihre Brut
und singen nur noch selten.
So ist's bestellt in unsrer Welt,
der besten aller Welten.

Spät tritt der Abend in den Park,
mit Sternen auf der Weste,
Glühwürmchen ziehn mit Lampions
zu einem Gartenfeste.
 
Dort wird getrunken und gelacht.
In vorgerückter Stunde
tanzt dann der Abend mit der Nacht
die kurze Ehrenrunde.
 
Am letzten Tische streiten sich
ein Heide und ein Frommer,
ob's Wunder oder keine gibt.
- - - - -
Und nächstens wird es Sommer.

von Erich Kästner

16. Oktober

Interessantes über Zeitungen:

um 1450 - erfindet Johannes Gutenberg das Drucken mit metallischen Einzeltypen.

1529:  Die Vorzensur wird Pflicht.

1605: Der Straßburger Nachrichtenhändler Johann Carolus druckt die erste regelmäßig erscheinende Zeitung.

1618: Beginn des Dreißigjährigen Kriegs, die Menschen wollen Informationen.

1650: Die erste Tageszeitung der Welt erscheint in Leipzig.

Um 1700: Mit über 60 konkurrierenden Blättern ist das deutsche Sprachgebiet ein Musterland des europäischen Zeitungswesens.

1770: Erste gesetzliche Garantie der Pressefreiheit auf deutschem Boden (Schleswig, Holstein mit Altona, Oldenburg).

1789: Durch die Französische Revolution Auflagensteigerung.

1808: Der "Hamburgische unpartheyische Correspondent" ist mit über 50 000 Exemplaren die auflagenstärkste Zeitung Europas.

1819: Karlsbader Beschlüsse. Metternich setzt erstmals für alle deutschen Staaten eine einheitliche strenge Zensur durch.

1833: Die Erfindung des Telegrafen revolutioniert das Nachrichtenwesen.

1848: Verkündigung der Pressefreiheit und Abschaffung der Vorzensur in allen deutschen Staaten.

1849: Die ersten Nachrichtenagenturen werden von B. Wolff und P. J. Reuter gegründet.

1874: Der Reichstag beschließt das liberale Reichspressegesetz.

1904: Gründung der "B. Z. am Mittag", der ersten Boulevard-Zeitung.

1914: Ausbruch des 1. Weltkriegs. Wiedereinführung der Zensur für die Dauer des Krieges.

1918: Nach der Abdankung des Kaisers organisiert sich die Presse der politischen Extreme von Links und Rechts.

1919: Die Weimarer Republik bringt die größte Zeitungsvielfalt der deutschen Pressegeschichte.

1933: Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ist das deutsche Zeitungswesen der schärfsten Zensur ausgesetzt.

1945: In der "Stunde Null" wird durch Befehl Nr.191 die deutsche Presseproduktion untersagt. Es erscheinen zunächst nur Nachrichtenblätter der Alliierten.

1945: In allen Besatzungszonen vergeben die Alliierten Lizenzen zum Zeitungsdruck an politisch unbelastete Deutsche. Die Kontrolle der Lizenzpresse fällt 1949 mit der Aufhebung des Lizenzzwangs.

1949: Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Das Grundgesetz garantiert im Westen die umfassende Pressefreiheit und verbietet die Zensur.

1989: In einer friedlichen Revolution stürzt das Volk in der DDR das SED-Regime und erzwingt auch die Pressefreiheit.

17. Oktober

Es schauen die Blumen alle

 

Es schauen die Blumen alle
zur leuchtenden Sonne hinauf;
Es nehmen die Ströme alle
zum leuchtenden Meere den Lauf.


Es flattern die Lieder alle
zu meinem leuchtenden Lieb
Nehmt mit meine
Tränen und Seufzer,
ihr Lieder, wehmütig und trüb!
 

Heinrich Heine

18. Oktober

Die Melisse 

Sie ist eines der bekanntesten Heilkräuter und ist auch noch heute in vielen Kräutergärten zu sehen. Da sie nach Zitrone riecht, nennt man sie auch Zitronenmelisse. Ihr volkstümlicher Name ist Nervenkräutl, Frauenwohl, Herztrost und diese Bezeichnungen weisen auf die vielen Verwendungsmöglichkeiten hin.

60 bis 80 Zentimeter wird diese zu den Lippenblütlern gehörende Pflanze hoch und mag sonnige, windgeschützte Plätze. Ihre gesundheitlich wirksamen Bestandteile sind vor allem in den auf der Oberseite fein behaarten Blättern zu entdecken und deshalb sollte noch vor der Blütezeit geerntet werden, also von Juli bis August. Die Pflanze kam aus dem warmen Süden, wild findet man sie im östlichen Mittelmeergebiet.

Melisse wirkt beruhigend, entkrampfend, antibakteriell und virusstatisch und überall wo rhythmische Abläufe nicht in Ordnung sind, kommt sie zur Anwendung. Bei Magen-Darm-Leiden, Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Menstruationsbeschwerden, Unruhezuständen, Kopfschmerzen, Depressionen und Erkältung. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen fand man heraus, dass Melisse die Gehirnleistung verstärkt und deshalb wahrscheinlich die Behandlung Demenzkranker unterstützen kann.

Melissentee, äußerlich angewendet, kann Hautunreinheiten beseitigen, ein Dampfbad hilft gegen fettige Haut und Melisse wirkt auch bei Lippenherpes. Die ätherischen Öle werden zu Arzneien verarbeitet, aber auch in Likörfabriken, ebenso Parfümerien und Naturkosmetik.

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