Mai 2019

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1. Mai

1. Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.
Da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus !
Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.

2. Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt`!
Wer weiß wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht ?
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich maschiert,
es gibt so manchen Wein, den nimmer noch probiert.

3. Frisch auf drum, frisch auf drum im hellen Sonnenstrahl,
wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all;
mein Herz ist wie `ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

4. O Wandern, o Wandern, du freie Burschenlust!
Da weht Gottes Odem so frisch mir in die Brust;
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt;
Wie bist du so schön, o du weite, weite Welt !

Worte: Emanuel Geibel 1834; Weise: Justus W. Lyra 1842

2. Mai

Bärlauch

Der Geruch nach Knoblauch führt uns im Wald zum Bärlauch, der schattigen, feuchten Waldboden liebt und in großen Mengen wild gedeiht. In den letzten Jahren wurde er neu entdeckt und ist seither sehr beliebt.

Selbst im eigenen Garten wächst er dort, wo sonst nichts wachsen will, unter Bäumen, an Hecken, schattigen Mauern. Die Pflanze mag aber keine Sonne. Problemlos lassen sich die Bärlauchzwiebeln senkrecht in die Erde setzen, höchstens ein bis zwei Zentimeter tief. Die Pflanzung kann das ganze Jahr erfolgen. Aber in den ersten Jahren nach der Pflanzung sollte man nur sparsam ernten, damit die Pflanze sich weiter vermehren kann. Wird der Bärlauch sehr stark, sollte einer übermäßigen Verwilderung vorzubeugen, die Blütenbälle entfernen, bevor der Samen reif ist.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmahl zu Aronstab, Maiglöckchen und Herbstzeitlosen ist der starke und unverkennbare Knoblauchduft.

3. Mai

Das Wasser  

Vom Himmel fällt der Regen,
und macht die Erde nass,
die Steine auf den Wegen,
die Blumen und das Gras.
 
Die Sonne macht die Runde
in altgewohntem Lauf
und saugt mit ihrem Munde
das Wasser wieder auf.
 
Das Wasser steigt zum Himmel
und wallt dort hin und her,
da gibt es ein Gewimmel
von Wolken grau und schwer.

Die Wolken werden nasser
und brechen auseinander
und wieder fällt das Wasser
als Regen auf das Land.
 
Der Regen fällt ins Freie
und wieder saugt das Licht.
Die Wolke wächst aufs neue,
bis dass sie wieder bricht.
 
So geht des Wassers Weise:
es fällt, es steigt, es sinkt
in ewig gleichem Kreise
und alles alles trinkt.

James Krüss

4. Mai

Man muss sich nur zu helfen wissen

eine kleine Geschichte von H.E. Kromer

Ein Kalif drüben in Arabien hatte die Narrenlaune, sein Diener müsse ihm tagtäglich eine volle Tasse Kaffee aus der Küche auf das offene Hausdach bringen, wo er sie trank, es dürfte aber kein Tröpfchen in die Untertasse schwappen. Das hieß ruhige Nerven haben, und wohl Hunderte, die sich dieses Dienstes unterfingen, wurden am ersten Tag wieder weggejagt. Jetzt machte sich des Amtes ein junger Melonenhändler anheischig; dem verhieß der Kalif jeden Tag ein Goldstück für seine Fertigkeit, und der Sklave hatte bald ein erkleckliches Häufchen davon beiseite gelegt. Niemand ahnte, wie und woher, und als er nach einem halben Jahr wieder unter die Melonenhändler und Wasserträger ging, fragte man ihn begierig, wie er’s anstellte, dem närrischen Kalifen so lange zur Zufriedenheit zu dienen, wo andere am ersten Tag gleich weggejagt wurden. 
„Ich habe“, sagte der Schlaue, „jedes Mal ein tüchtiges Maß Kaffee treppauf ins Maul genommen und auf der letzten Stiege wieder in die Tasse gespuckt.“

Der listige Einfall des jungen Sklaven hatte aber seine guten Folgen. Denn als der Herrscher ihn auf seiner List betraf, jagte er ihn zwar mit Rutenhieben weg, gab aber auch der eigenen Torenlaune den Laufpass, so dass er fürderhin seinen Kaffee nicht wieder gleichsam aus eines niedrigen Dieners Maul trinken musste.

5. Mai

Menschen die träumen verändern diese Welt,
Träume sind stärker als alles was uns hält.

Menschen, die träumen lassen Wunder geschehen,
wenn sie zusammen die Wege der Fantasie begehen

Menschen die Träumen versetzen Berge in unserer Welt,
sind die Zukunft in unserem Leben,
sonst würde es nur noch halb so viel Lachen im Universum geben.

Menschen die Träumen verändern diese Welt,
Träume sind stärker als alles was uns hält,
sie fangen die Magie, und wir sollten uns alle für die Hoffnung,
die diese Menschen uns bringen, recht herzlich bedanken

Bekam es vor sehr langer Zeit per Mail geschickt ...
 

6. Mai

Johannes Ziegler

Er ist ein bedeutender Pionier der evangelischen Sozialarbeit, an den die nach ihm benannten diakonischen Zieglerschen Anstalten erinnern. Er prägte die im Jahr 1824 entstandene Evang. Brüdergemeinde Wilhelmsdorf. Als Direktor, Lehrer, Erzieher, Spendensammler und Bauherr wollte er glaubwürdige Antworten auf die Herausforderungen der damaligen Zeit.
1824 in Heubach geboren, voll unstillbarem Wissensdurst und Tatendrang, kam er 1862 als Lehrer nach Vorbachzimmern und zwei Jahre später hörte er vom Tod eines unbekannten Mädchens aus Wilhemsdorf. Die 20jährige habe auf dem Sterbebett „heim,heim,heim“ gerufen. Beeindruckt, wollte Ziegler in Wilhelmsdorf lernen, um sich ebenso aufs Sterben freuen zu können. 30 Schüler und 26 Taubstumme lebten dort und er lernte Mathilde, die Tochter des Leiters kennen, die er 1873 heiratete.
Im selben Jahr wurde Ziegler Lehrer, Aufseher, Direktor und Hausvater dieser Anstalten.
Er war - wie damals üblich - streng und strafte, zeigte aber auch viel Lob und Verständnis. Durch die kinderlose Ehe, war es für ihn eine Vaterrolle.
Hilfesuchende klopften an, er musste handeln und dadurch verzweigte sich die diakonische Arbeit unter ihm immer mehr.
Mit 36 Jahren wurde er Gemeindevorsteher von Wilhelmsdorf.
Es gelang ihm, beständig auszubauen: neue Anstaltshäuser, das Straßennetz, einen Park. Er gründete eine Kleinkinderschule. 1906, noch kurz vor seinem Tod, eröffnete er die erste Trinkerheilstätte in der Haslachmühle, als Vorläufer der heutigen Fachkrankenhäuser Ringgenhof und Höchsten.
Sein Tatendrang forderte einen hohen Preis, er starb nach langer Krankheit mit unerträglicher Atemnot, am 4. September 1907. 1916 erhielten sämtliche diakonischen Einrichtungen in Wilhelmsdorf seinen Namen: die Zieglerschen Anstalten.

7. Mai

Was die Seele braucht

Sie braucht einen Platz, auf dem sie steht -
Sie braucht einen Freund, der mit ihr geht.
Sie braucht ein Tun, das sie täglich erfreut -
Sie braucht die Stille, Besinnlichkeit.
Sie braucht Musik, die empor sie hebt -
Sie braucht Freude, solang sie hier lebt.
Sie braucht den Fortschritt, das Wachstum, den Geist -
Sie braucht ein Lied, das Vollkommenheit heißt.
Sie braucht der Liebe wärmendes Kleid -
Sie braucht den Frieden, die Heiterkeit.
Sie braucht eine Zeit, die dem Schöpfer sie weiht -
Zum Horchen und Ahnen der Ewigkeit.

Unbekannt

8. Mai

Rhabarber

Sein säuerlich-herber Geschmack, entsteht durch Apfel-, Zitronen- und Oxalsäure und durch eben diese Säure fühlen sich die Zähne pelzig und stumpf an, wenn  man Rhabarber zusammen mit Milchprodukten - Quark, Sahne oder einer Vanillesoße - isst.
Durch die Oxalsäure wird Rhabarber kritisch betrachtet, da diese zusammen mit Kalzium Kalziumoxalat bildet, das sich in den Nierenkanälen absetzen kann. Aus Kalziumoxalat bestehen die meisten Nierensteine. Der Oxalgehalt des Rhabarbers soll aber lt. Experten unbedenklich sein und dieses Gemüse enthält außerdem Anthrachinon, das dieser Steinbildung entgegenwirkt. Personen mit Gicht und Nierenkrankheiten sollten Rhabarber aber trotzdem nicht zu sich nehmen.

Dieses Gemüse kommt aus Chinas, wo es bereits 3000 v. Chr. als Heilpflanze galt. Von dort kam es über Russland nach Europa.
Das Wortteil "Rha" stand vermutlich im Griechischen für Wolga, "Barber" für barbaros, das griechische Wort für "Fremder". Eine weitere Namensdeutung kommt aus Rom. Die Römer nannten den Rhabarber "rheum barbarum", Wurzel der Barbaren.

9. Mai

Der Gärtner wackelt mit der Hüfte,
flattert Frühlings Band wieder durch die Lüfte.
Vergessen sind Rheuma, Pein und Gicht:
Wer jetzt nicht sät, der erntet nicht!

Hacke, Spaten, Kreil, - alles steht bereit;
Das Herz des Gärtners wird ganz weit.
Der Boden dampft, die Erde riecht,
auf den Knien er umher nun kriecht
und pflanzet und säet und zupft.
Dann springt er auf, und lacht und hupft
durch die Beete, über die Quartiere,
spricht mit Vögeln, Mäusen, sonstigem Getiere.

Er gräbt und rechelt und hackt,
doch findet er, von Tatendrang gepackt,
bei seiner Arbeit immer noch die Muße
zum Schauen, zum Freuen und zum Gruße
an die Natur und zu seinem Weibe hin:
„Wie schön, dass ich ein Gärtner bin.“

Ulrich Lacher, der „Dorfpoet“

10. Mai

Die eigentlichen Geschenke des Lebens
werden zumeist in der Stille überreicht;

Freundschaft und Liebe,
Geburt und Tod,
Freude und Schmerz,
Blumen und Sonnenaufgänge
und das Schweigen
als eine tiefe Dimension des Verstehens!

Diese Worte bekam ich selbst einmal geschickt

11. Mai

Das Schenken:

Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit – Antoine de Saint-Exupériy.

In der Bibel heißt es: Geben ist seliger als nehmen.

Schenken ist dreifache Mühe: Ausdenken, auswählen und die Mühe des Hingebens.

Für alle Völker ist das Schenken wichtig:

In China heißt es: Wenn der Schenkende kommt, öffnet sich ihm das Tor von selbst.
In England: Schenken und Geben macht viele Vettern.

Joachim Ringelnatz hat eine treffende Anleitung zum Schenken gegeben:

Schenke groß oder klein;
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei,
schenke dabei –
was in dir wohnt –
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk
du selber bist.

12. Mai

Meine Mutter

Kein Vogel sitzt in Flaum und Moos
in seinem Nest so warm
als ich auf meiner Mutter Schoß,
auf meiner Mutter Arm.

Und tut mir weh mein Kopf und Fuß,
vergeht mir aller Schmerz,
gibt mir die Mutter einen Kuss
und drückt mich an ihr Herz.

F. W. Güll

13. Mai

Der Löwenzahn

für manche ein lästiges Unkraut, das man schnell beseitigen muss, für andere ein gutes Kleintierfutter oder gesund und lecker für einen Frühlingssalat, kenn ich von früher.
Kinder lieben die "Pusteblume" und schauen den Samen gerne nach, wenn sie diese weggepustet haben.
Jedes Samenkorn hat eigene Flugorgane und kann vom Wind weit weg getragen werden. Kein Garten ist sicher und wenn man nicht die ganze Pfahlwurzel beseitigt, wächst die Pflanze erneut. Große Kraft steckt im Löwenzahn, oft reißt die Straßendecke und es wächst eine Löwenzahnpflanze.
Der Löwenzahn ist aber auch eine Heilpflanze, seine blutreinigende Wirkung ist bekannt. Verwendet werden können Blätter, Blüten und die Wurzeln. Am wirksamsten ist ein Tee oder eine Tinktur aus allen Pflanzenteilen.

14. Mai

So sei gegrüßt viel tausendmal,
holder, holder Frühling!
Willkommen hier in unserm Tal,
holder, holder Frühling!
Holder Frühling, überall
grüßen wir dich froh mit Sang und Schall,
mit Sang und Schall.

Du kommst, und froh ist alle Welt,
holder, holder Frühling!
Es freut sich Wiese, Wald und Feld,
holder, holder Frühling!
Jubel tönt dir überall,
dich begrüßet Lerch und Nachtigall,
und Nachtigall.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

15. Mai

Das Wiesenschaumkraut

Von April bis Juni blüht es mit weißen und rosafarbenen Blüten. Das zu den Kreuzblütlern gehörende Kraut wächst auf nährstoffreichen Feuchtwiesen, in Flachmooren und feuchten lichten Wäldern. Der Volksmund nennt die Pflanze auch Muttertagsblume. Da die Blüten sehr nektarreich sind, werden sie von zahlreichen Insekten, vor allem dem Aurora-Falter besucht. Man erkennt das Tagfalter-Männchen an seinen orangenen Flügelspitzen. Die Samen der Pflanze sind in einer Schote, bei Reife aufspringend. Berühren die unteren Blätter den feuchten Boden, bilden sie an den Ansatzstellen wurzelnde Brutknospen und die zu neuen Pflanzen heranwachsen.

Wiesenschaumkraut ist mit der Brunnenkresse verwandt und essbar. Die jungen, scharfen, würzigen, leicht bitteren Blätter schmecken als Salat. Klein gehackt würzt die Pflanze Frischkäse und Quark. Auch als Hausmittel findet die Pflanze Anwendung: Wiesenschaumkraut-Tee hilft gegen Rheuma. Außerdem wird ihm eine belebende Wirkung nachgesagt und es enthält Senfölglykoside, Bitterstoffe und Vitamin C. Gesammelt wird im April

16. Mai

Ein Land in dem jeder Tag berauschend schön ist,
ein Land in dem die Nächte einer Symphonie gleichen,
ein Land in dem meine Gefühle vor Glück und Seligkeit singen.

Und ich lebe in einem Rausch dieser bunten Melodien,
ich lebe in einer Welt voller Farben
und fühle ein Meer von Gefühlen

Die Augen schließen, den Traum genießen.
Mit den Adlern fliegen, auf Wolke sieben liegen.
Kummer, Verzweiflung, Tod und Trauer, sind alle nicht von Dauer,
denn, träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!
Drum gib nie auf und nimm alles in Kauf, um deinen Traum zu verwirklichen.

Bekam es vor langer Zeit per Mail geschickt ...

17. Mai

Die Entwicklung der Menschheit

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.

Da saßen sie nun, den Flöhen entfloh'n,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon,
und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

Sie hören weit. Sie sehen fern.
Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
Die Erde ist ein gebildeter Stern
mit sehr viel Wasserspülung.

Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
Sie jagen und züchten Mikroben.
Sie versehn die Natur mit allem Komfort.
Sie fliegen steil in den Himmel empor
und bleiben zwei Wochen oben.

Was ihre Verdauung übrig lässt,
das verarbeiten sie zu Watte.
Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
dass Cäsar Plattfüße hatte.

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.

Erich Kästner

18. Mai

Die fünf Handwerksburschen auf Reisen

Einmal zogen fünf Handwerksburschen aus einem Orte auf die Wanderschaft und hatten sich versprochen, dass sie sich nicht trennen wollten. Wie sie nun schon ein gut Stück Weges gegangen waren, fiel’s dem einen plötzlich ein, ob sie wohl noch alle fünf beisammen wären und er sagte es seinen Kameraden. Da standen sie alsbald still und der eine fing an zu zählen: „Ich bin ich, eins zwei, drei, vier!“ Ach Gott, wie erschraken sie da, als einer fehlte! Sie zählten nun einer nach dem andern und brachten nur immer vier heraus. „Ich bin ich, eins, zwei, drei vier.“

Da kam ein Fremder daher und fragte, was sie hätten. Sie sagten’s ihm und baten, er solle doch suchen helfen. Der Mann aber riet, sie sollten alle ihre Nasen einmal in den Sand stecken und dann die Löcher zählen. Das tagen sie und da kamen richtig fünf Nasen heraus und nun wussten sie gewiss, dass sie noch keinen Kameraden verloren hatten und setzten vergnügt ihre Reise fort.

Paul Zaunert

19. Mai

FREI SEIN

Ich möchte frei sein.
Frei wie ein Vogel.
Möchte davonfliegen,
wenn wieder alles zuviel wird.

Möchte in den Himmel fliegen,
um dort auf den Wolken zu tanzen.
Möchte die Sterne berühren
und dem Mond gute Nacht sagen.

Möchte zu Orten fliegen,
die den Menschen unbekannt sind.
Mich dort niederlassen
und den nächsten Tag begrüßen.

Möchte an diesem Ort glücklich sein,
bis es Zeit ist zurückzukehren.

Zurückzukehren,
um den Menschen Lebewohl zu sagen,
meinen letzten Flug gen Himmel starten,
um schließlich in der Sonne zu verglühen.

???

20. Mai

Ein Universitätsprofessor forderte seine Studenten mit folgender Frage heraus: “Gott schuf alles, was existiert?” Ein Student antwortete mutig: "Ja, Er schuf alles."

"Gott hat alles erschaffen?", fragte von neuem der Professor. "Ja, Herr Professor", antwortete der Jugendliche.

Der Professor fuhr fort: „Wenn Gott alles erschaffen hat, dann schuf er auch das Böse; denn das Böse existiert, und gemäß der Annahme, dass unsere Werke uns selbst widerspiegeln, ist Gott böse”.
Der Student blieb stumm nach dieser Antwort, und der Professor triumphierend, rühmte sich, einmal mehr bewiesen zu haben, dass der Glaube ein Mythos ist.

Ein anderer Student hob seine Hand und sagte: "Kann ich eine Frage stellen, Herr Professor?"

"Natürlich", antwortete der Professor. Der junge Mann erhob sich und fragte: "Professor, existiert die Kälte?"

"Was soll das für eine Frage sein? Natürlich existiert sie. Ist Ihnen etwa noch nie kalt gewesen?"

Der Student antwortete: „In der Tat, Herr Professor, die Kälte existiert nicht. Nach den Gesetzen der Physik ist das, was wir als kalt empfinden, in Wirklichkeit Fehlen von Wärme. Jeder Körper oder Gegenstand kann untersucht werden, wenn er Energie hat oder abgibt; Wärme ist, was besagtem Körper Energie verleiht. Der absolute Nullpunkt ist die totale Abwesenheit von Wärme. Alle Körper werden träge, reaktions-unfähig, aber die Kälte gibt es nicht. Wir haben diesen Ausdruck erfunden, um zu beschreiben, wie wir uns ohne Wärme fühlen.“

"Und, existiert die Dunkelheit?", fragte der Student weiter.

er Professor antwortete: "Natürlich."

Der Student sagte darauf: "Sie irren sich wieder, Herr Professor. Die Dunkelheit existiert eben sowenig. Sie ist in Wirklichkeit Mangel an Licht. Das Licht lässt sich untersuchen, die Dunkelheit nicht. Wir kennen das Prisma von Nichols, um weißes Licht in die verschiedenen Farben zu zerlegen, aus denen es zusammengesetzt ist, mit der je verschiedenen Wellenlänge. Ein einfacher Lichtstrahl bricht die Dunkelheit und erhellt die Oberfläche, auf der sein Schein endet. Wie kann man angeben, wie dunkel ein bestimmter Raum ist? Auf Grund der Lichtmenge, die in diesem Raum präsent ist. Nicht wahr? Dunkelheit ist ein Begriff, den der Mensch entwickelt hat, um zu beschreiben, was vor sich geht, wenn kein Licht vorhanden ist."

Schlussendlich fragte der Jugendliche den Professor: "Herr Lehrer, existiert das Böse?"

Der Professor antwortete: Natürlich existiert es, wie ich anfangs erwähnt habe; wir sehen Gewalt und Verbrechen auf der ganzen Welt. Diese Dinge sind böse. "Worauf der Student antwortete: "Das Böse existiert nicht, Herr Professor. Oder wenigstens nicht aus sich selbst. Das Böse ist schlicht die Abwesenheit Gottes; ist – genau wie die vorigen Beispiele – ein Begriff, den der Mensch erfunden hat, um diese Abwesenheit Gottes zu beschreiben.
Gott hat nicht das Böse geschaffen. Es verhält sich damit nicht wie mit dem Glauben oder der Liebe, die existieren wie die Wärme oder das Licht. Das Böse ist das Ergebnis dessen, dass der Mensch Gott nicht in seinem Herzen gegenwärtig hat. So wie er es kalt empfindet, wenn Wärme fehlt, oder dunkel, wenn kein Licht da ist.

Darauf nickte der Professor mit dem Kopf und schwieg.

DER JUNGE STUDENT NANNTE SICH ALBERT EINSTEIN

21. Mai

Einem Tagelöhner
Conrad Ferdinand Meyer

Lange Jahre sah ich dich
führen deinen Spaten,
und ein jeder Schaufelstich
ist dir wohlgeraten.

Nie hat dir des Lebens Flucht
bang gemacht, ich glaube –
sorgtest für die fremde Frucht,
für die fremde Taube.

Nie gelodert hat die Glut
dir in eigenem Herde,
doch du fußtest fest und gut
auf der Mutter Erde.

Nun hast du das Land erreicht,
das du fleißig grubest,
laste dir die Scholle leicht,
die du täglich hubest!

22. Mai

Im Bauch einer schwangeren Frau waren einmal drei Embryos ... Einer davon ist der kleine Gläubige, einer der kleine Zweifler und einer der kleine Skeptiker.
 
Der kleine Zweifler fragt: Glaubt ihr eigentlich an ein Leben nach der Geburt?
 
Der kleine Gläubige: Ja klar, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir dann stark genug sind für das, was uns erwartet.
 
Der kleine Skeptiker: Blödsinn, das gibt's doch nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen ein Leben nach der Geburt?
 
Der kleine Gläubige: Das weiß ich auch noch nicht so genau. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen.
 
Der kleine Skeptiker: So ein Quatsch! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das gar nicht, dass es ein Leben nach der Geburt gibt, weil die Nabelschnur schon jetzt viel zu kurz ist.
 
Der kleine Gläubige: Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.
 
Der kleine Skeptiker: Es ist noch nie einer zurückgekommen von nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben ist eine einzige Quälerei, und dunkel.
 
Der kleine Gläubige: Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen.
 
Der kleine Skeptiker: Mutter?! Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?
 
Der kleine Gläubige: Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein.
 
Der kleine Skeptiker: Quatsch! Von einer Mutter habe ich ja noch nie was gemerkt, also gibt es sie auch nicht.
 
Der kleine Gläubige: Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt. Ich glaube auf jeden Fall, dass unser eigentliches Leben erst dann beginnt.

23. Mai

Meine Träume 

Kennst Du meine Träume?
Den Traum der Freiheit
fliegen mit dem Wind,
lachen mit der Sonne
strahlen mit den Sternen.

Den Traum der Liebe - sanfte Berührung
Schmetterlinge fühlen, in Sehnsucht verzehren
pochende Herzen.

Ich schicke meine Träume mit dem Wind
in alle vier Himmelsrichtungen.

Irgendwo steht jemand
der meine Träume einfängt.

Willst Du dieser jemand sein ?
Meine Freude wäre grenzenlos…

???

24. Mai

Glücksgedicht

Um den Wert eines Jahres zu erfahren,
frage einen Studenten, der im Schlussexamen durchgefallen ist.

Um den Wert eines Monats zu erfahren,
frage eine Mutter, die ein Kind zu früh auf die Welt gebracht hat.

Um den Wert einer Woche zu erfahren,
frage den Herausgeber einer Wochenzeitschrift.

Um den Wert einer Stunde zu erfahren,
frage die Verlobten, die darauf warten, sich zu sehen.

Um den Wert einer Minute zu erfahren,
frage jemanden, der seinen Zug, seinen Bus oder sein Flugzeug verpasst hat.

Um den Wert einer Sekunde zu erfahren,
frage jemanden, der einen Unfall überlebt hat.

Um den Wert einer Millisekunde zu erfahren,
frage jemanden, der bei den Olympischen Spielen eine Silbermedaille gewonnen hat.

Die Zeit wartet auf niemanden.
Sammle jeden Moment, der Dir bleibt, denn er ist wertvoll.

Teile ihn mit einem besonderen Menschen und er wird noch wertvoller.

Der Ursprung dieses Gedichts ist unbekannt, aber es bringt jedem Glück, der es weitergibt.

Habe ich vor vielen Jahren von einer lieben Freundin erhalten

25. Mai

Sonne und Wind

 

Einst stritten sich die Sonne und der Wind, wer von ihnen beiden der Stärkere sei, und man ward einig, derjenige sollte dafür gelten, der einen Wanderer, den sie eben vor sich sahen, am ersten nötigen würde, seinen Mantel abzulegen.
Sogleich begann der Wind zu stürmen; Regen und Hagelschauer unterstützten ihn. Der arme Wanderer jammerte und zagte; aber immer fester wickelte er sich in seinen Mantel ein und setzte seinen Weg fort, so gut er konnte.

Jetzt kam die Reihe an die Sonne. Mit milder und sanfter Glut ließ sie ihre Strahlen herabfallen. Himmel und Erde wurden heiter; die Lüfte erwärmten sich. Der Wanderer vermochte den Mantel nicht länger auf seinen Schultern zu erdulden. Er warf ihn ab und erquickte sich im Schatten eines Baumes, während die Sonne sich ihres Sieges erfreute.

Johann Gottfried Herder

26. Mai

Vertraut

Wie liegt die Welt so frisch und tauig
vor mir im Morgensonnenschein.
Entzückt vom hohen Hügel schau ich
ins frühlingsgrüne Tal hinein.

Mit allen Kreaturen bin ich
in schöner Seelenharmonie.
Wir sind verwandt, ich fühl es innig
und eben darum lieb ich sie.

Und wird auch mal der Himmel grauer;
wer voll Vertraun die Welt besieht,
den freut es, wenn ein Regenschauer
mit Sturm und Blitz vorüberzieht.

Wilhelm Busch

27. Mai

Kettenblumen

Löwenzahn nannte der Vater die Blumen. Die Kinder aber sagten Kettenblumen zu ihnen und sie hatten sie sehr gern.
Sie gingen in den Baumgarten und pflückten ihre Schürzen voll und dann setzten sie sich alle unter die Nussstauden und machten eine Kette. Sie steckten die Stängel ineinander und machten einen Ring und dann noch einen und ganz viele Ringe – und zuletzt war dann eine silberne Kette daraus geworden.
Dann machten sie aus den Blüten ein Kränzchen. Die Blüten sind so groß wie ein Taler und so gelb wie die Sonne. Und da hatten sie nun eine silberne Kette und ein goldenes Kränzchen. Die silberne Kette wurde Ernst umgehängt. Er war der König und Elsa war die Königin, sie bekam das goldene Kränzchen, die goldene Krone, auf. Und dann machten sie einen Thron. Sie holten ihre kleinen Stühlchen und bekränzten sie ganz mit Blumen und Ernst und Elsa setzten sich hinein und sie hatten alle Freude, weil das so schön aussah.
Dann aber wollten Hans und Hilde auch einmal König und Königin sein und zuletzt Franz und Frieda.
So spielten sie mit den Blumen im Baumgarten. Die Kirschen waren schon verblüht, die Apfelbäume aber hatten noch schöne rosa Blüten.
Da rief Elsa: „Oh, ich habe eine Lampe gefunden – und unten an der Hecke stehen ganz viele Lampen!“ Da mussten sich Ernst und Elsa wieder auf den Thron setzen und sie hielten zwei Lampen davor und sagten: „Jetzt ist’s Abend, jetzt brennen die Lampen.“ Und dann bliesen sie die Lampen aus, dass die kleinen Federchen in der Luft umher flogen und sagten: „Jetzt ist’s Nacht.“ Und sie lachten dabei, weil doch in Wirklichkeit heller Tag war und die Sonne schien.

Erich Bockemühl

Als ich noch klein war, spielten wir immer draußen und konnten uns mit der Natur so herrlich beschäftigen, wie in der vorhergehenden Geschichte. Auch meine Kinder spielten in der Natur und ich brachte ihnen deren Schönheiten näher. Aber die Enkel? Heute gibt es Computer und viele andere Geräte, vor denen sie sitzen, dabei wäre es draußen viel gesünder und oft auch schöner. Man sollte ein Mittelmaß finden ... denn ganz kann man sich dem Fortschritt nicht verschließen und oft ist er segensreich - vor allem bei einem Notfall per Handy.

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