Juni 2019

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Johannistag 24 25 26 Siebenschläfer 27 28 Peter und Paul 29 30

1. Juni

Schöne Junitage

Mitternacht, die Gärten lauschen,
Flüsterwort und Liebeskuss,
bis der letzte Klang verklungen,
weil nun alles schlafen muss –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Sommergrüner Rosengarten,
sonnenweiße Stromesflut,
sonnenstiller Morgenfriede,
dort auf Baum und Beeten ruht –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Straßentreiben, fern, verworren,
reicher Mann und Bettelkind,
Myrtenkränze, Leichenzüge,
tausendfältig Leben rinnt –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Langsam graut der Abend nieder,
milde wird die harte Welt,
und das Herz macht seinen Frieden,
und zum Kinde wird der Held –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Detlev v. Liliencron

2. Juni

Die Umarmung

Es ist das Wesen einer Umarmung, den Körper des anderen zu spüren und dessen Nähe zu genießen, bei Unbehagen dabei aber lieber abbrechen. Man merkt, wenn sich der Partner zurückziehen will und sollte ihn freigeben.

Jede Umarmung ist ein Akt der Liebe, wenn beide fühlen: Der andere hält mich ja wirklich richtig in den Armen und sie wird zum Höhepunkt, wenn sich die Beteiligten richtig geborgen fühlen und sich vertrauen. Das führt zur inneren Ruhe und Entspannung.

3. Juni

Achte gut auf diesen Tag,
denn er ist das Leben -
Das Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf
liegt alle Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens,
die Größe der Tat,
die Herrlichkeit der Kraft.
Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
und das Morgen nur eine Vision.
Das Heute jedoch - recht gelebt
macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück
und jedes Morgen zu einer Vision voller Hoffnung.
Drum achte gut auf diesen Tag!

(Sanskrit)

4. Juni

Mittagessen mit dem lieben Gott

Ein kleiner Junge wollte unbedingt einmal den lieben Gott treffen. Er wusste, dass es ein weiter bis zu seiner Wohnung war. Darum packte er in seinen Koffer - außer seinen Kleidern - auch noch etwas zum Essen ein. Kartoffelchips für den Hunger, und einen 6-er Pack Cola, für den Durst ... So ausgerüstet, startete er seine Reise zu Gott ...

Als er gerade mal drei Straßen weit gegangen war, traf er eine alte Frau. Sie saß neben der Straße auf einer Bank ... und schaute einigen Tauben zu, die auf dem Boden herumpickten. Der kleine Junge setzte sich in ihre Nähe und öffnete seinen Koffer. Er wollte gerade einen Schluck Cola trinken, als ihm auffiel, dass die alte Frau hungrig aussah . . . Also bot er ihr ein paar von seinen Chips an. Sie nahm sein Angebot dankend an und lachte ihm freundlich zu. Ihr Lachen war so überaus schön, dass es der kleine Junge noch einmal sehen wollte, also bot er ihr auch von seinem Cola an . . .
Und wieder lächelte sie ihn freundlich an . .

Der kleine Junge war fasziniert . . . So saßen sie dann den ganzen Nachmittag, aßen, tranken und lachten sich an . . . und keiner von Beiden sagte auch nur ein Wort . . . .

Als es dunkel wurde, merkte der Junge wie müde er war und stand auf, um zu gehen. Doch schon nach ein par Schritten, drehte er wieder um, rannte zurück zu der alten Frau, und gab ihr einen Kuss ...
Dafür schenkte sie ihm ihr schönstes Lächeln ...
Als der Junge kurze Zeit später zu Hause war und die Tür öffnete, wunderte sich seine Mutter über das Leuchten in seinem Gesicht ... Sie fragte ihn: "Was hast du heute gemacht, das dich so glücklich aussehen lässt ...?"
Er antwortete: "Ich habe Mittag gegessen mit Gott", und noch bevor seine Mutter etwas erwidern konnte, fügte er hinzu: "... und weißt du was? Sie hatte das schönste Lächeln, das ich je gesehen habe."

In der Zwischenzeit ging auch die alte Frau in ihre Wohnung zurück. Ihr Sohn staunte über den Ausdruck von Frieden, der auf ihrem Gesicht lag und fragte: "Mutter, was hast du heute gemacht, das dich so glücklich aussehen lässt?"
Sie antwortete: "Ich aß Kartoffelchips im Park mit Gott", und noch bevor er fragen konnte, fügte sie hinzu: "... und weißt du was? Er ist sehr viel jünger, als ich dachte!"

5. Juni

Ich sah' sie am Wege, ihr Blick war leer, ihr Gang war schleppend und sehr schwer.
Ich fragte, ob ich ihr helfen kann. Mit weinenden Augen sah sie mich an.
Sie sagte: ''Das Leben hat keinen Sinn'', und nahm mich mit, irgendwohin.

Ich sah' zwei schwarze Kreuze am Wege steh'n, ich hatte sie dort schon oft geseh'n.

''Es fällt mir schwer es Dir zu sagen, dort liegt das Schönste im Leben begraben.
Der Glaube, die Liebe, liegen hier still, weil niemand sie mehr haben will.''
Ich erschrak und schaute stumm, sah sie an und dann um mich herum.

Ein kleines Mädchen des Weges kam, uns beide bei den Händen nahm.
Wir gingen ein Stück des Weges rauf, dort tat sie ihre Hände auf.
Ein weißes Kreuzchen drinnen lag, und wenn ich das Leben nicht mehr ertrag,
so schau ich es an, dann geht's wieder gut, sind fort dann die Tränen von rotem Blut.

Was es denn sei, fragten wir dann. ''Die Hoffnung ist's'', und lacht uns an.
''Sie wird Dir helfen, jederzeit. Ist immer und ewig dazu bereit.''
''Durch Hoffnung können Glaube und Liebe leben, sie kann Dir so viel auf Erden geben.''
''Ein Funke davon genügt dann oft, ich kann es ruhig sagen, denn ich habe gehofft.''

???

6. Juni

Man kennt das "am Boden liegen" eigentlich nur von Urlaubsfotos.

Aber es gibt auch eine andere Seite: die der Niederlage und Schmach. Liegt man am Boden oder ist gar am Boden zerstört, ist man am Ende, sogar mit seinen Hoffnungen und seiner Lebensplanung. Alles erscheint ausweglos und dunkel.

Gerade dann, wenn man schnell dabei ist alle Hoffnungen aufzugeben, setzt der Bibelvers an: Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.

Betet man in solch einer Situation, kennt man den Nullpunkt seines menschlichen Seins und weiß auch um tausend Ausweglosigkeiten und wie machtlos man ist, etwas entscheidend zu verändern. Man liegt am Boden - doch betend! Der Blick wendet sich dadurch weg von all dem, was einen belastet und niederdrückt, hin zur Hilfe, nämlich hin zu Gott. Ihm traut man zu, dass alles gut werden kann, auch ein neuer Anfang möglich ist. Im Gebet sucht man Halt, neue Hoffnung und Kraft. Aus Erfahrung heraus, weiß man, dass Gottes Barmherzigkeit neue Türen öffnen und Wege aufzeigen kann - in eine neue Zukunft. Man muss nur daran glauben!

7. Juni

LEBENSREGEL

Willst du dir ein hübsch Leben zimmern,
musst dich ums Vergangne nicht bekümmern.
Das Wenigste muss dich verdrießen;
Musst stets die Gegenwart genießen,
besonders keinen Menschen hassen
und die Zukunft Gott überlassen.

Johann Wolfgang von Goethe

8. Juni

König Friedrich I. von Württemberg war eines Tages mit seiner geliebten Stute Selma auf einem Ausritt. Unterwegs begegnete er einem Bäuerle der vor seinen Karren zwei Esel gespannt hatte.
Leutselig fragte der König: „Wo wollt ihr drei den hin?“
Schlagfertig antwortete das Bäuerle: „Am vierten vorbei.“

erzählt von einem Führer im Ludwigsburger Schloss

Und:

Nicht nur in Frankreich gibt es mehrgängige Menüs:

Aus was besteht ein fünfgängiges schwäbisches Menü?
- Ein Roschtbraten und vier Viertele!!! -

9. Juni

Pfingst-Bitte

Sehnend blicke ich nach oben,
dürstend wie ein dürres Land;
halte segnend aufgehoben,
Vater, deine treue Hand!
Kehre wieder, Geist der Pfingsten,
senk dich wieder Erdenwerts;
der du kommst zu den Geringsten,
komm auch in mein müdes Herz!

Komm zu mir, mein treuer Leiter!
Zagend, bangend steh ich hier.
Mit dir geh ich stille weiter,
folgend Jesu Kreuzpanier.
Komm zu mir, du scharfer Prüfer,
füll mein Herz mit deinem Licht!
Leuchte heller, strahle tiefer,
bis das letzte Dunkel bricht!

Komm zu mir mit deinen Freuden,
deinem Frieden, deinem Trost!
Schenke mir Geduld im Leiden,
draus ein ew'ger Segen sprosst!
Komm zu mir mit Kraft und Stärke,
zu besiegen Sünd' und Welt!
Fahre fort in deinem Werke,
schaffe, was dir wohlgefällt!

Komm zu mir und lass dein Feuer
mächtig brennen, nie vergeh'n;
dass ich stets als ein getreuer
Jünger Jesu mög' besteh'n.
Komm zu mir, ach komm und bleibe
ewiglich mein Morgenstern!
Komm mit Macht zu mir und treibe
alles eigne Wesen fern!

Friedrich Traub 

10. Juni

Die Pfingstrose - Päonie

Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen und wegen der schönen und großen Blüten beliebt.

Der Götterarzt Paion  heilte nach einer Sage mit dieser Pflanze die Wunde des Gottes Pluto, die ihm Herkules im Krieg um Pylos geschlagen haben soll.

Im siebten Gesang der Äneis erzählt Vergil: "Virbios, der von den Pferden seines Vaters Theseus getötet worden war, wurde von Diana mit einer Päonie wieder auferweckt."

Auch in der Volksheilkunde spielte die Pfingstrose seit Urzeiten eine Rolle. Ein Heilmittel wurde aus ihrer Wurzel gegen Gelbsucht, Nieren- und Blasenleiden hergestellt, wobei die Wurzel meist in Wein gesotten wurde. Eine sehr gefährliche Heilmethode, falsch angewandt mit bösen Folgen.
Aus der Frühjahrswurzel entsteht eine Essenz, die vor allem bei Gicht und Rheuma, aber auch bei Hämorrhoiden helfen soll. Weitere Hausmittelchen werden abgelehnt.
Manchmal wird auch heute noch - trotz Warnungen - aus den Blüten ein Teeaufguss bereitet, nach dessen Genuss Erwachsene Nierenkoliken oder heftige Reizungen des Darmkanals bekommen können. Heilkräftig ist nur die im Frühjahr oder Herbst frische Pfingstrosenwurzel, getrocknet nahezu geruch- und geschmacklos.
Ansonsten ist die ganze Pflanze giftig ist, auch Blüten und Samen.

Früher wurde die Pfingstrose der Familie der Hahnanfußgewächse zugeordnet, heutzutage sind sie eine eigene Familie.  Umpflanzen vertragen die Pflanzen nicht, wachsen langsam und erreichen erst nach drei/vier Jahren nach Pflanzung ihre volle Schönheit.

11. Juni

Die Berge, die Meere, den Geist und das Leben
hat Gott zum Geschenk uns gemacht;
doch uns auch den Frieden, den Frieden zu geben,
das hat er nicht fertiggebracht!

Wir tasten und irren, vergehen und werden,
wir kämpfen mal so und mal so ...
Vielleicht gibt's doch richtigen Frieden auf Erden?
Vielleicht grade jetzt? - - Aber wo? ...

Heinz Erhardt

12. Juni

Vor einigen Jahren bekam ich folgenden Artikel von einem Mailfreund:

Ein Mann geht im Central Park in New York spazieren. Plötzlich erblickt er ein Mädchen, das von einem Kampfhund angegriffen wird. Er läuft hin und beginnt einen wilden Kampf mit dem Hund. Endlich kann er den Hund töten, das Mädchen befreien und so ihr Leben retten.
Ein Polizist hat die Situation beobachtet. Er geht zu dem Mann hin, klopft ihm auf die Schultern und sagt: "Sie sind ein Held! Morgen wird in der Zeitung stehen: Mutiger New Yorker rettet Mädchen das Leben!".
Der Mann schüttelt den Kopf und antwortet: "Ich bin kein New Yorker!".
"Oh," erwidert der Polizist "dann steht morgen in der Zeitung: "Mutiger Amerikaner rettet Mädchen das Leben!". Wieder schüttelt der Mann den Kopf:" Ich bin kein Amerikaner!".
Verblüfft schaut der Polizist den Mann an und fragt: "Was sind Sie dann?!"
"Ich bin Pakistani."
Am nächsten Tag steht folgende Schlagzeile in der Zeitung: "Islamischer Extremist tötet amerikanischen Hund. Verbindungen zu Terrornetzwerk vermutet."

13. Juni

Die Kraft in der
geistigen Welt ist reines
Sein und vollkommene
Schönheit;
denn wo wäre das Schöne,
das des Seins beraubt wäre
und wo das Sein, das der
Schönheit beraubt wäre?

Denn wo das Schöne aufhört,
da hört auch das Sein auf!
Darum ist das Sein
begehrenswert, weil es
mit dem Schönen identisch
ist, und das Schöne so
liebenswert, weil es das
Sein ist.

Plato 

14. Juni

Löwenzahn

Ein lästiges Unkraut, das man schnell beseitigen muss, ein gutes Kleintierfutter oder ein gesunder und leckerer Frühlingssalat - je nachdem man das so sieht.
Als Kinder waren wir begeistert, wenn wir die Pusteblumen entdeckten und freuten uns, wenn wir die Samen davonpusten konnten, eine wirkungsvolle Überlebensstrategie des Löwenzahns, denn jedes Samenkorn hat eigene Flugorgane und kann vom Wind weit fortgetragen werden. Kein Garten ist sicher davor, auch dann nicht, wenn man keine Pflanzen blühen lässt und jedes Wurzelstück sorgfältig herausholt, was bei den tiefgehenden Pfahlwurzeln sehr schwierig ist.
Auf asphaltierten Feldwegen sieht man oft, welch große Kraft im Löwenzahn steckt, wenn die Straßendecke reißt und sich dort eine Löwenzahnpflanze entwickelt. 
Botanisch heißt der Löwenzahn Taraxacum officinalis und wird auch als Heilpflanze verwendet. Der Zusatz officinalis weist auf den hohen gesundheitlichen Wert hin. Löwenzahn hat eine Blut reinigende Wirkung. Blätter, Blüten und Wurzeln können verwendet werden. Tee oder Tinktur aus allen drei Pflanzenteilen sind am wirksamsten.

15. Juni

Löwenzahn, Löwenzahn,
zünde deine Lichtlein an!
Lichtlein hell und Lichtlein weiß,
Lichtlein auf der Wiese.
Pust ich alle Lichtlein aus,
dunkel wird’s im Wiesenhaus.
Tausend Fünklein fliegen fort,
blühn an einem andern Ort.
Löwenzahn, Löwenzahn,
nächstes Jahr, hebt’s wieder an!

Kurt Kölsch

16. Juni

Lavendel

Lavendel sieht bei Rosen hübsch aus. Die französische Provence hat große Anbaugebiete, wogegen viele dieser Felder nicht aus Echtem Lavendel, sondern aus Lavandin, bestehen. Lavendel wird aber auch in Spanien, Südeuropa, Russland und sogar in Großbritannien angepflanzt.

Schon immer sind die verschiedenen Lavendelarten wegen ihres frischen, würzigen Duftes beliebt. Ich trockne ihn nach dem Zurückschneiden, zerkleinere ihn dann und fülle das Material in Stoffbeutel. Versteckt im Zimmer, ein herrlicher Duft.

Bei den Griechen und Römern gehörte er ins tägliche Bad und auch Wein wurde damit gewürzt. Hildegard von Bingen empfahl ihn  gegen Kopfläuse. Paracelsus wendete den Lavendel unter anderem als Räucherwerk an. Im 16. und 17. Jahrhundert, war Lavendel ein wirkungsvoller Schutz gegen Pest und Cholera.

Lavendel wirkt beruhigend, entspannend und entkrampfend, wundheilend, leicht antidepressiv, schmerzlindernd, entzündungshemmend und desinfizierend. Auch innerlich als Tee, homöopathisches Einzel- oder Komplexmittel und als Bestandteil von Tropfen, Tinkturen oder Wein, wird Lavendel angeboten. Äußerlich – als Bad, Massageöl, Duftkissen oder Parfüm – ruft Wohlgeruch hervor und hat eine positive Wirkung auf Psyche und Organismus.

17. Juni

Gute Stunde

Erdbeeren glühn im Garten,
ihr Duft ist süß und voll,
mir ist, ich müsse warten,
dass durch den grünen Garten
bald meine Mutter kommen soll.

Mir ist, ich bin ein Knabe,
und alles war geträumt,
was ich vertan, versäumt,
verspielt, verloren habe.

Noch liegt im Gartenfrieden
die reiche Welt vor mir,
ist alles mir beschieden,
gehöret alles mir.

Benommen bleib ich stehen
und wage keinen Schritt,
dass nicht die Düfte verwehen
und meine guten Stunden mit.

Hermann Hesse

18. Juni

Die Geranie

Eigentlich ist der Name Geranie botanisch falsch, aber zu fest im deutschen Sprachgebrauch verankert und somit nicht mehr weg zu denken. Ich erinnere mich als Kind an Ferien bei meinem Onkel im Jagsttal, dass er mir erklärte, der richtige Name wäre Pelargonie. Aus der Familie der Geraniaceae ist diese Pflanze ein Storchschnabelgewächs. Und - der Storchschnabel trägt den botanischen Namen Geranium. Vermutlich entstand der "falsche" Name so.

Unterteilt wird diese Pflanzengattung, wegen ihrer Vielfalt und ganz unterschiedlicher Kulturbedingungen, nicht nach Arten. Die Zimmer- und Balkongeranien sind sowieso keine reinen Arten, sondern Hybriden, also Kreuzungen.
Bereits seit Anfang des 18. Jahrhunderts kamen die Pelargonium-Arten aus Südafrika zu uns nach Europa. Die Gärtner und Blumenliebhaber haben sich ab diesem Zeitpunkt dieser Gattung mit viel Liebe angenommen.

Gepflanzt an Sonnenstellen, gedeihen die hängenden genauso wie sie stehenden Geranien/Pelargonien hervorragend.

19. Juni

Säe einen Samen, und die Erde wird dir eine
Blume schenken.
Träum deinen Traum in den Himmel,
und er wird dir deine Liebe bringen.

Khalil Gibran

20. Juni

Fronleichnam

Geschichte/Ursprung:

1209: Die Augustinernonne Juliane von Lüttich hatte während des Betens den an einer Stelle verdunkelten Mond gesehen. Jesus habe ihr erklärt, dass der Mond die Kirche bedeutete und der Fleck das Fehlen dieses Festes.
1246: Bischof Robert von Lüttich führte daraufhin das Fest in seinem Bistum ein.
1264: Papst Urban IV. führte das Fronleichnam-Fest als "Fest des Leibes Christi" offiziell als Fest ein und legte den Termin auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten.
Im selben Jahr fanden die ersten Fronleichnams-Feiern u.a. in Rom und Münster statt und auch der Dominikaner-Orden förderte die Ausbreitung.
1274: Die Feier war das erste Mal in Köln.
1277:  Die erste Fronleichnams-Prozession fand in Köln statt.
1311: Papst Clemens V. bestätigte das Fronleichnams-Fest auf dem Konzil von Vienne.
1317: Papst Johannes XXII. ordnete die endgültige aktive Durchführung für die gesamte Kirche als verbindlich an.
Auf dem Trienter Konzil 1545-1563 wurde das Fest nochmals bestätigt. Es sollte gleichzeitig eine "Demonstration des katholischen Glaubens" sein, wegen des neu entstandenen Protestantismus.

21. Juni

Kommt die liebe Sommerzeit,
trägt der Wald ein grünes Kleid,
und der Kuckuck, Kuckuck, Kuckuck
der Kuckuck schreit.

Wenn du dann den Kuckuck fragst,
wie lang du noch legen magst,
ruft der Kuckuck, Kuckuck, Kuckuck,
der Kuckuck wohl hundert Mal.

Hast du einen Pfennig dann,
wirst du wohl ein reicher Mann,
weil der Kuckuck, Kuckuck, Kuckuck,
der Kuckuck das machen kann.

Hast du keinen Pfennig nicht,
bleibst du stets ein armer Wicht,
doch den Kuckuck, Kuckuck, Kuckuck
den Kuckuck, den kümmert’s nicht.

Aus einem alten Liederbuch

22. Juni

Folgende Geschichte erinnert mich an meine Kinderzeit. Solche Gewitter bei der Heuernte waren schaurig und gewaltig! Wie dankbar war man, wenn alles glimpflich abgegangen ist. Erst gestern haben uns ein Blitz und ein gewaltiger Donnerschlag, der das Haus erschütterte, erschreckt.

Das Gewitter in der Heuernte

Draußen fängt es an windig zu werden. Die Wolken fliegen am Himmel. Langsam erheben sich schwarze Wände. Die Vögel suchen die Gebüsche. Die Fische springen nach Mücken. Wirbelwinde reißen bald Heu bald Staub hoch in die Luft. Da eilt alles aus dem Haus und geht und hilft. Die Leute mühen sich, Heu so viel als möglich heimzubringen. Der Wind reißt das Heu von den Gabeln. Die Mähnen der Pferde fliegen im Wind.
„Halt dich gut!“, schreit es von unten herauf. Die mächtigen Rosse jagen im Trab. Die Knechte springen nach und werfen mitten im Lauf Gabeln voll Heu auf den Wagen.
Schon rauschen schwere Tropfen nieder. Der Wind stößt immer heftiger. Einer springt nach dem Wiesbaum. Im Hui ist er auf dem Wagen. Mit dicken Seilen wird er nieder geschnürt. Flink sind die Recherinnen nachgeeilt und kämmen den Wagen glatt.
Da jagt das Wetter heran. Es glitzert der schwere Regen. Es kracht aus den schweren Wolken, und Staub jagt dem Regen weit voran. Die Rosse greifen weit aus und fliegen der Scheuer zu. Mit den Gabeln auf der Schulter rennen die Knechte nach. Die Mägde mit den Schürzen über dem Kopf traben hintendrein. Mit Lachen und Scherzen schütteln sie sich unter dem sicheren Dach den Regen aus den Kleidern.
Da platz der Regen in Strömen herab. Es zuckt die Glut des Blitzes durch die dunkle Tenne. Hart kracht es über dem Hause. Ängstlich und andächtig steht das Gesinde unter dem schirmenden Dach. Es weiß, der Herr rollt nahe über seinen Häuptern weg.
Es dunkelt, Man ruft zum Essen. Schwarz ist es noch am Himmel. Aber der Regen rauscht sanfter, und der Donner rollt nur noch aus der Ferne.

Nach Jeremias Gotthelf

23. Juni

Sommer

Am Abend schweigt die Klage
des Kuckucks im Wald.
Tiefer neigt sich das Korn,
der rote Mohn.

Schwarzes Gewitter droht
über dem Hügel.
Das alte Lied der Grille
erstirbt im Feld.

Nimmer regt sich das Laub
der Kastanie.
Auf der Wendeltreppe
rauscht dein Kleid.

Stille leuchtet die Kerze
im dunklen Zimmer;
eine silberne Hand
löschte sie aus;

Windstille, sternlose Nacht.

Georg Trakl

24. Juni

Johannistag

Johannisfeuer

Weil einige Leute dem Prediger Johannes feindlich gesinnt waren, wollten sie ihn eines Abends in der Wüste fangen. Wer ihn zuerst finde, solle ein Feuer anzünden, um durch dieses die übrigen Verfolger herbeizurufen. Bald hatte einer den Strafprediger gefunden und entzündete ein Feuer. Plötzlich flammten in der ganzen Gegend Feuer auf, sodass wieder niemand wusste wohin. Auf diese Weise wurde der heilige Johannes gerettet. Das Volk brennt seither zum frommen Gedenken Johannisfeuer ab, die auch Sunnawendfeuer genannt werden.

In St. Polten glaubt man, der heilige Johannes habe während der Taufe im Jordan eine brennende Kerze getragen. Daran hätten ihn seine Verfolger erkannt. Als sie ihn aber ergreifen wollten, sahen sie plötzlich eine Menge Lichter und wurden dadurch fehlgeleitet. Zum Andenken daran werden die Johannisfeuer angezündet.

25. Juni

Dämmerung

Zögernd geht der lichte Tag
aus der Stube, aus dem Haus,
und der Glanz auf Krug und Schale,
an der Wand die Sonnenmale
löschen langsam aus.

Leiser klingt der Kinder Rufen,
Steig und Gassen werden leer,
Schrank und Tisch, Bett und Truhe
stehn in seltsam ferner Ruhe
und gehören mir nicht mehr.

Botenspruch der nahen Nacht
wandelt aller Dinge Maß:
Selbst der Liebsten Angesicht
ändert sich im Dämmerlicht
und wird fremd und blass.

Friedrich Czerny

26. Juni

An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal
still im Nebelglanz,
lösest endlich auch einmal
meine Seele ganz;

Breitest über mein Gefild
lindernd deinen Blick,
wie des Freundes Augen mild
über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
froh und trüber Zeit,
wandle zwischen Freud und Schmerz
in der Einsamkeit.

Fließe, fließe lieber Fluss!
Nimmer werd ich froh;
So verrauschte Scherz und Kuss,
und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,
was so köstlich ist!
Dass man doch zu seiner Qual
nimmer es vergisst!

Rausche Fluss das Tal entlang,
ohne Rast und Ruh,
rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu,

Wenn du in der Winternacht
wütend überschwillst,
oder um die Frühlingspracht
junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
ohne Hass verschließt,
einen Freund am Busen hält
und mit dem genießt,

Was, von Menschen nicht gewusst
oder nicht bedacht,
durch das Labyrinth der Brust
wandelt in der Nacht.

Johann Wolfgang von Goethe

27. Juni

Siebenschläfertag

Lostag: Wenn es an Siebenschläfern regnet, ist man sieben Wochen mit Regen gesegnet.

Für die Hobby-Meteorologen ist der 27. Juni der Tag, an dem sich das Wetter für die nächsten Wochen entscheidet. Der Volksmund weiß: Scheint an Siebenschläfer die Sonne, so ist mit sieben Wochen schönem Wetter zu rechnen.  
Nach der alten Bauernregel, müsste das stimmen, aber man darf nicht nur aufs Datum schauen, entscheidender ist, wie das Wetter in den ersten Julitagen sein wird.
Bildet sich Anfang Juli ein stabiles Sommerhoch, besteht zumindest in Süddeutschland die Chance bei 70 Prozent, dass es auch die kommenden Wochen schön ist.
Mitte Deutschlands ist die Wahrscheinlichkeit noch 60 Prozent. An der Küste dann nur noch 50 Prozent.

Schon vor dem jetzigen Kalender gab es den Siebenschläfertag. Weil 1582 zehn Tage ersatzlos gestrichen wurden, rutschte der Termin auf Ende Juni.

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