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1. Februar

Der Februar

           

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Welt vergeht
bleibt ja doch nur eins: die Zeit.

Pünktlich holt sie aus der Truhe
falschen Bart und goldnen Kram.
Pünktlich sperrt sie in die Truhe
Sorgenkleid und falsche Scham.

In Brokat und seidnen Resten,
eine Maske vorm Gesicht,
kommt sie dann zu unsren Festen.
Wir erkennen sie nur nicht.

Bei Trompeten und Gitarren
drehn wir uns im Labyrinth
und sind aufgeputzte Narren
um zu scheinen, was wir sind.

Unsre Orden sind Attrappe.
Bunter Schnee ist aus Papier.
Unsre Nasen sind aus Pappe.
Und aus welchem Stoff sind wir?

Bleich, als sähe er Gespenster,
mustert uns Prinz Karneval.
Aschermittwoch starrt durchs Fenster.
Und die Zeit verlässt den Saal.

Pünktlich legt sie in die Truhe
das Vorüber und Vorbei.
Pünktlich holt sie aus der Truhe
Sorgenkleid und Einerlei.

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht,
bleibt uns doch nur eins: die Zeit.

Erich Kästner

2. Februar

Lichtmess

Bauernregeln:
"Ist's zu Lichtmess mild und rein / wirds ein langer Winter sein."

"Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, / ist der Frühling nicht mehr weit;
ist es aber klar und hell, / kommt der Lenz wohl nicht so schnell."

"Lichtmess trüb / ist dem Bauern lieb."
"Lichtmess-Sonnenschein / bringt großen Schnee herein."
"Lichtmess im Klee, / Palmsonntag im Schnee."
"Weiße Lichtmess - grüne Ostern."

Am 2. Februar ist Lichtmess ein Abschluss der weihnachtlichen Feste, früher auch "Mariä Reinigung" genannt, an einen jüdischen Brauch erinnernd. Nach den Vorschriften des Alten Testaments galt die Mutter  vierzig Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein und musste deshalb ein Reinigungsopfer darbringen. Sie durfte wählen unter einer oder zwei Tauben oder einem Schaf, bei gravierenden Fällen. Auch Maria ging deshalb in den Tempel. 

Der historische Ursprung liegt in einer heidnischen Sühneprozession, die alle fünf Jahre in Rom abgehalten und dadurch ins Christentum übernommen wurde, abgehalten mit Kerzenweihe und Lichterprozession. Deshalb wird das Fest auch "Mariä Lichtmess" genannt.

Im 5. Jahrhundert  ist das Fest in Jerusalem bezeugt und wurde im 7. Jahrhundert in Rom eingeführt. An Lichtmess weihte man den Jahresbedarf an Kerzen für die Kirchen, die Leute brachten ihre für den häuslichen Gebrauch zur Segnung. Diese gesegneten Kerzen sollten in der dunklen Jahreszeit das Gebetbuch beleuchten oder als schwarze Wetterkerzen Unwetter abwehren.

Heute wird das Fest nur noch selten mit einer Lichterprozession gefeiert, war bis 1912 ein offizieller Feiertag, nach welchem die Bauern mit der Arbeit nach der Winterpause begannen.  Als "Schlenkeltag" war Lichtmess ein wichtiger Termin für Dienstboten, denn an Lichtmess wurde oft der Dienstherr gewechselt.

3. Februar

Weißt du, dass die Bäume reden?
Ja, sie reden.
Sie sprechen miteinander,
und sie sprechen zu dir,
wenn du zuhörst.

Aber die weißen Menschen
hören nicht zu.
Sie haben es nie der Mühe wert gefunden,
uns Indianer anzuhören,
und ich fürchte,
sie werden auf die anderen Stimmen
in der Natur nicht hören.

Ich selbst habe viel von den Bäumen erfahren:
manchmal etwas über das Wetter,
manchmal über Tiere,
manchmal über den Großen Geist.

Tatanga Mani, Häuptling der Indianer

4. Februar

Die alte Eiche

In einem großen Walde lebte eine Fee, die war so schön, dass es etwas Schöneres nicht geben konnte. Ihr Haar glänzte goldig wie die Sonnenstrahlen, und ihre Augen waren blau wie der Himmel. Sie hatte ein Kleid, das war wie ein großer weißer Schleier und feiner als das feinste Spinnengewebe. Alle Tiere des Waldes hatten sie lieb und auch alle Bäume, die im Walde wuchsen, weil sie jedem Gutes tat, soviel sie nur konnte. Den Hirschen und Rehen streute sie Futter, und wenn es recht heiß war, dass alles verdursten wollte, ging sie an den Bach und schöpfte Wasser mit einem silbernen Krüglein. Das goss sie über die Wurzeln der vielen Tannenbäumchen, der hohen Fichten und der starken Eiche, die am Rande des Waldes stand. Da tranken die Bäume und wurden wieder frisch.

Einmal saß sie auch am Bach und sah den roten und gelben Blättlein nach; die auf den Wellen schaukelten, denn es war Herbst geworden. Da kam der gewaltige Riese Boreas im Sturmschritte durch den Wald, und wo er ging, knackte und krachte es in den Bäumen, dass die zarte Fee erschrak. Kaum hatte er sie gesehen, trat er auf sie zu. Und weil sie ihm wohl gefiel, sprach er: "Geh mit. mir!"
Sie aber fürchtete sich vor dem Ungeheuer und floh vor ihm; doch ihr langer seidener Schleier blieb in den Ästen hängen. Der Riese holte sie bald ein und wollte sie festhalten. Da verwandelte sie sich in ein Häslein und sprang eilends fort, bis sie an das Dickicht kam. Dort kroch sie unter ein Tannenbäumchen, dessen Äste tief auf die Erde hingen, und sprach zu ihm

"0 weh, 0 weh, ich bin die Fee, schnell decke mich, verstecke mich!"

Als der Riese herbeikam, merkte er, dass sich das Häslein unter den vielen Tannenbäumen verborgen hatte. Weil er es aber nicht sah, wurde er zornig und rief: "Huh, huh! Bei wem ich es finde, den reiß ich mit Stumpf und Stiel aus der Erde!" Da bekam das Tannenbäumchen Angst und sprach zum Häslein: "Geh fort von mir, ich mag nicht sterben!"
Das Häslein war traurig, weil das Tannenbäumchen so undankbar war, und huschte aus dem Gebüsch. Als es der Riese fangen wollte, verwandelte es sich in ein Vöglein, flog in den hohen Wald und setzte sich in den Wipfel einer hohen Fichte. Zu dieser sprach es:

"0 weh, 0 weh, ich bin die Fee, schnell decke mich, verstecke mich!"

Der Riese hatte das Vöglein, wohl in dem Walde verschwinden sehen. Weil er jedoch nicht wusste, auf welchem Baum es saß, schrie er die Bäume an: "Huh, huh! Bei wem ich es finde, den brech ich um, dass es nur so krachen und splittern wird!" Da wurde es auch der hohen Fichte angst, und sie sprach zum Vöglein: "Flieg fort von mir, ich mag nicht sterben!"
Dieses aber trauerte, weil die Fichte so lieblos war, und flog fort. Als es der Riese haschen wollte, verwandelte es sich in ein Eichkätzchen und lief hin zur starken Eiche, die am Wege stand, und bat sie:

"0 weh, 0 weh, ich bin die Fee, schnell decke mich, verstecke mich!"

Die Eiche sagte: "Flink, flink! Oben in meinem Stamme ist ein tiefes Loch, da kannst du dich verbergen."
Flugs kletterte das Eichhörnchen in die Höhe und huschte hinein in den dicken Baumstamm. Da stand auch schon der Riese vor dem Baume und brüllte: "Huh, huh! Gib mir das Eichkätzchen heraus, sonst hast du am längsten hier gestanden! Ich werfe dich um, so groß und stark du bist!" Die Eiche aber antwortete: "Versuch's nur, du Prahlhans, dann wirst du schon sehen, wie weit du kommst!"
Als der Riese das hörte, geriet er in Wut und rannte an den Stamm, dass es durch den ganzen Wald donnerte. Doch der Baum wankte nicht, sondern lachte nur, weil sich der grobe Patron eine derbe Beule an den Kopf gestoßen hatte. Das brachte den Riesen erst recht um allen Verstand. Wütend griff er mit seinen langen Armen in die Äste und zog und zerrte darauf los. Aber er brach nur die dürren Zweige herunter; mit den andern schlug die Eiche so unbarmherzig auf ihn ein, dass er bald ablassen musste und blutend und heulend von dannen lief.
Nun kam das Eichkätzchen hervor und verwandelte sich wieder in die schöne Waldfee. Sie segnete den Eichbaum und sprach: "Hab Dank, dass du mich behütet hast! Bei dir will ich wohnen immerdar, und niemand wird dir etwas zuleide tun, solange ich bei dir bin."
Bald wurde es Winter, und alle Bäume hatten ein weißes Pelzlein angezogen. Da kamen zwei Männer durch den Schnee gewatet. Der eine hatte eine blanke Axt auf der Schulter, denn er war ein Holzhauer; der andere hatte einen grünen Rock an und war ein Förster.
Als sie bei der Eiche angelangt waren, zeigte der Holzhauer auf den Baum und sagte: "Soll ich ihn umschlagen? Ei, würde der ein schönes Feuerholz geben den ganzen Winter hindurch!" Da erschrak die Eiche und dachte, es ging ihr ans Leben. Aber der Förster antwortete: "Wo denkt ihr hin! Der schöne Baum in den Ofen. Da wäre es doch jammerschade um ihn. Und wo sollen denn die kleinen Eichkätzchen hinkriechen, wenn es stürmt und wettert wie heute. Drüben im Dickicht schlagt das wilde Gesträuch um, und wenn ihr heimkehrt, so nehmt euch ein Tannenbäumchen für euern Buben mit, denn über acht Tage ist Weihnachten!"A1s der Holzbauer seine Arbeit getan hatte, suchte er nach einem gut gewachsenen Christbäumchen. Da gefiel ihm das am besten, unter dem das Häslein gesessen hatte, weil es so schöne, breite Äste hatte. Und er hackte es mit seiner Axt ab. Das Tannenbäumchen aber weinte und sprach für sich: "Das ist die Strafe, weil ich die Waldfee nicht behütet habe. Nun muss ich fort aus dem, grünen Wald und in der heißen Stube verdorren."

Im Frühling kam der Förster wieder mit einem Mann in den Wald. Der hatte einen Zollstock in der Hand und eine Säge am Arm, denn er war ein Schreiner. Als er die große Eiche sah, sprach er zum Förster: "Ei, das wäre ein festes Holz zu einem Sarge! Der würde in der Erde sobald nicht verfaulen." Wie die Eiche das hörte, ging es ihr durch und durch, und sie dachte: "Jetzt ist es um mich geschehen!" Der Förster antwortete jedoch: "Ihr seid wohl nicht recht klug, lieber Freund! Der schöne Baum in die Erde. Nehmt nur die hohe Fichte da drüben, aus der könnt ihr viele Särge schneiden!"
Da ging der Schreiner zur Fichte und sägte sie um. Als sie zur Erde fiel, ächzte sie und sprach: "0' weh, nun muss ich fort aus dem schönen, grünen Walde und in die kalte Erde! Das ist die Strafe, weil ich die Waldfee nicht behütet habe!" Die Eiche aber blieb stehen schon über hundert Jahre und steht noch heute dort.

Max Jochen - aus meinem allerersten Lesebuch von 1945

5. Februar

DOKTOR WALD

Wenn ich an Kopfweh leide und Neurosen,
mich unverstanden fühle oder alt
und mich die schönen Musen nicht liebkosen,
dann konsultiere ich den Doktor Wald.

Er ist mein Augenarzt und mein Psychiater,
mein Orthopäde und mein Internist;
er hilft mir sicher über jeden Kater,
ob er aus Kummer oder Cognac ist.

Er hält nicht viel von Pülverchen und Pille,
doch umso mehr von Luft und Sonnenschein;
und kaum umfängt mich seine sanfte Stille,
raunt er mir zu: Nun atmen Sie mal ein!

Ist seine Praxis auch sehr überlaufen:
In seiner Obhut läuft man sich gesund,
und Kreislaufschwache, die noch heute schnaufen,
sind morgen ohne klinischen Befund.

Er bringt uns immer wieder auf die Beine
und unsre Seelen steht's ins Gleichgewicht,
verhindert Fettansatz und Gallensteine.
Nur Hausbesuche macht er leider nicht!

Quelle: Hagenbuchs Jagdleben

6. Februar

Winterblüher

Ist der Winter auch lang und düster, kann man sich bereits jetzt und manchmal sogar schon früher an den ersten zaghaften Blüten erfreuen. Es gibt Pflanzen sowohl Gehölze, die mit Farben erfreuen, vor allem die orangegelben oder kräftig roten Blüten der Zaubernuss. Auch der Winterjasmin blüht häufig schon im November, ebenso die Kornelkirsche und der Perlschweif. 
Bei den Stauden erfreuen die Schneeheide, die Christrose und das Adonisröschen. Die früh blühenden Blumenzwiebeln - wie Winterlinge und Schneeglöckchen - schauen aus der Schneedecke hervor und sogar das Alpenveilchen und der Goldkrokus zeigen sich recht bald.

7. Februar

Ein Gedicht von Heinz Erhardt, das er angeblich mit 6 Jahren geschrieben haben soll.
 
Das Blümchen

Im Walde ist ein Plätzchen,
ein Plätzchen wunderschön.
Beim Plätzchen steht ein Bänkchen,
das möcht ich wiedersehn.

Beim Bänkchen wächst ein Blümchen,
ein Blümchen weiß und rot,
das möcht ich gerne pflücken;
denn morgen ist es tot.

Ich will’s ins Wasser legen,
bis dass es fast ertrinkt,
und es so lange hegen,
bis Mutti sagt: "Es stinkt!"
 
Heinz Erhardt

Wie die Schneeglöckchen zu ihren Namen kamen

Als der Frühling einmal richtig verschlafen hatte, herrschte Aufregung auf der Erde! Die Spatzen tschilpten laut und zankten sich um jeden Bissen. Die Rehe im Wald wurden immer unruhiger, weil sie im tiefen Schnee kein Futter mehr fanden. "Was sollen wir bloß machen?", jammerten die Hasen, die draußen auf dem Feld über den hartgefrorenen Boden hoppelten. Und selbst die Hamster und Maulwürfe, die den ganzen Winter über warm und sicher unter der Erde schlafen, wurden wach von dem Gefiepse der hungrigen Mäuse und schnupperten besorgt an ihren schmalen Vorräten.

"Wenn der Frühling noch lange schläft, werden wir alle verhungern müssen", klagten alle Tiere im Wald. Die ersten Vögel, die zu früh aus dem Süden heimgekehrt waren, hockten mit klammen Flügeln auf den Bäumen und starrten klaglos in den grauen Tag. Allein der schlaue Fuchs hatte eine gute Idee. "Ich werde den Frühling schon wecken", versprach er, setzte sich hin und fing an, furchtbar zu heulen, dass die Menschen erschrocken die Ohren spitzten.

Jedoch der Frühling wurde noch nicht wach.

Auf der Wiese aber hörten die kleinen weißen Blumen, die sich schon weit vorgewagt hatten, den Fuchs heulen. "Was hat er denn?", fragten sie, schüttelten den Schnee ab und reckten neugierig ihre kleinen Köpfe in die kalte Luft. Fragend bimmelten ein paar mit ihren zarten Glocken. Von der Fragerei und dem Gebimmel wurden immer mehr neugierig und streckten ihre Köpfchen aus dem Schnee. Überall kamen sie aus der Erde.
Ganz erstaunt lauschte da die Sonne, die hinter dicken Wolkenbetten am Himmel schlief. Sie rieb sich verschlafen die Augen und wagte einen Blick nach unten, schob einfach eine Wolke beiseite und lugte vorsichtig auf die Erde. Kaum aber hatte sich die Sonne sehen lassen, da jubelte man auf der Erde: "Die Sonne ist da, die Sonne ist da!"

Alles freute sich über die Blumenglöckchen, die seither Schneeglöckchen heißen. Die Sonne aber weckte rasch den Frühling. Der sprang mit einem Satz aus dem Bett und machte sich an die Arbeit. Der Schnee schmolz, und die eisigen Winde flohen nach Norden. Bald waren die Schneeglöckchen nicht mehr allein. überall wurde es grün und bunt. Die Tiere im Wald fanden wieder Futter, und die Vögel zwitscherten lustig. Seit dieser Zeit kommen jedes Jahr die Schneeglöckchen als erste aus der Erde, damit der Frühling nie mehr verschlafen kann.

überliefert

9. Februar

Schneeglöckchen

Der Schnee, der gestern noch in Flöckchen
vom Himmel fiel
Hängt nun geronnen heut als Glöckchen
am zarten Stiel.
Schneeglöckchen läutet, was bedeutet's
im stillen Hain?
O komm geschwind! Im Haine läutet's
den Frühling ein.
O kommt, ihr Blätter, Blüt' und Blume,
die ihr noch träumt,
All zu des Frühlings Heiligtume!
Kommt ungesäumt!

Friedrich Rückert

10. Februar

Will das Glück nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
sage Dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.

Jede Gabe sei begrüßt,
doch vor allen Dingen
das, worum Du Dich bemühst,
möge Dir gelingen.

Wilhelm Busch

11. Februar

Lachen als Medizin

Lachen ist das Beste, jeden Tag etwas für sein Glück und seine Zufriedenheit zu tun. Es lockert die Muskulatur, hilft gegen Verspannungen, ist ein Anti-Depressivum und Schmerzkiller, man vermutet, die Produktion der körpereigenen Opiate wird gesteigert.

Gut ist, sich ein lustiges Video anzusehen und mit Menschen zu  lachen. Wie gut und wichtig das ist, merken wir jeden Abend, den wir uns in der Selbsthilfegruppe treffen. Man sollte sich deshalb viel öfters versammeln, um ungezwungen lachen zu können.

12. Februar

Es wird still
wenn der Adler weint
weil man
ihm die Flügel bricht.
Seine Jäger prahlen
mit ihrem Mut.

Es wird still, wenn
die Erde weint,
weil man ihr die
Haut zerreißt.
Ein leiser Strom aus
Tränen fließt dann ins Meer.

Ein Wort bricht das Schweigen
macht aus Zweifel Vertrauen.
Ohne Angst wird die Faust zur Hand
und wischt die Träne fort.

Es wird laut
wenn die Seele weint,
weil man ihr die Liebe nimmt.
Werden wir uns wehren
mit ganzer Kraft?

(Verfasser unbekannt )

13. Februar

Man sollte viel öfters "Blumen sprechen" lassen - nicht nur am Valentinstag, denn Blumen bereiten Freude

Spricht man durch die Blume, sind das nur Andeutungen, die eine klare Aussage verhüllen. Früher war das oft der Fall und es gab sogar ein Lexikon der Blumensprache. Damals war es Liebenden, im Gegensatz zu heute, nicht möglich sich ungezwungen zu unterhalten oder sich die Liebe zu gestehen. Deshalb schenkte man Blumen, die diese Botschaft überbrachten. Die Blumensorte war von Bedeutung, aber auch die Art, wie die Blumen gebunden und zusammengestellt waren - ob sie voll erblüht oder knospig, hängend oder aufrecht stehend, mit Schleifen oder ohne gesteckt waren.

Uns sind heutzutage nur noch wenige Bedeutungen der Blumen bekannt. Eine einzelne, dunkelrote Rose - jeder weiß was das bedeutet. Aber ein Strauß mit welkenden Rosenblüten? Es ist die Bitte um ein Rendezvous um ein Uhr. Ein Gänseblümchen sagt: Hab mich lieb, Klee, vor allem der vierblättrige, wünscht Glück. Eine Sonneblume sagt: Ich bete dich an. Nelken ermahnen. Die Lichtnelke: Bekenne dich zu mir, die Bartnelke: Steh über den Dingen!

14. Februar

Zum Valentinstag

Wenn ich deine Augen seh',
so schwindet all mein Leid und Weh;
doch wenn ich küsse deinen Mund,
so werd ich ganz und gar gesund.

Heinrich Heine

15. Februar

Der Bleistift

Er ist das älteste Schreibgerät, das industriell gefertigt wird und kann selbst unter Wasser und im Weltall verwendet werden, vor allem, die Striche lassen sich ausadieren. Eigentlich ist der Name falsch, denn als Mitte des 16. Jahrhunderts das Grafit gefunden wurde, hielt man es zunächst für Bleierz, das man, weil ein brüchiges Mineral, erst in Holz eingefasst benutzen kann. Ein Nürnberger Schreiner kam in Deutschland 1660 als erster auf diese Idee und damit begann bis heute eine Erfolgsgeschichte.
Es entstand innerhalb weniger Jahrzehnte ein Zentrum der europäischen Bleistiftproduktion, als Lothar von Faber die industrielle Herstellung einführte. Das Unternehmen, das heute Faber-Castell heißt und dessen Ursprünge bis ins Jahr 1761 zurückreichen, begann die Ausfuhr in alle Welt. Es entstand der erste Markenbleistift, mit "A.W. Faber" gekennzeichnet. Normen für Länge, Stärke und Härtegrade wurden festgelegt, die von fast allen Fabrikanten übernommen wurden. Bei höherem Grafitanteil, ist die Mine weicher, eine Mischung des gemahlenen Minerals mit Ton wird bei etwa 1 100 Grad Celsius gebrannt.

1925 - der Dünnkernbuntstift wird erfunden, man kann mit ihm schreiben und in Farbe zeichnen, ohne dass die Mine ständig bricht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt der Kugelschreiber auf den Markt, dessen Prinzip aber schon Ende des 19. Jahrhunderts bekannt war. In den 60er Jahren gibt es die ersten Filzstifte, aber auch Neuerungen bei den Bleistiften, die in Dreikantform angeboten werden.

Ungefähr vor 5 000 Jahren entstand die erste Schrift, die sumerische Keilschrift und in Mesopotamien wurden Bildzeichen mit einem dreieckigen Holzgriffel in feuchte Tontafeln gedrückt. Die Ägypter meißelten seit etwa 2 000 vor Christus Hieroglyphen in Stein oder schrieben mit Rohrhalm auf Papyrus. Die Römer benutzten Zinn- und Bleigriffel auf Wachstafeln, Papyrus und Pergament. Bis zur Entdeckung des Bleistiftes, benutzte man Kreide, Kohle, Zinn, Silber und Blei. Tinte gibt es schon seit Jahrtausenden, anfangs in Verbindung mit Gänsefedern. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts dauerte es, bis sich die Schreibfeder aus Metall zu verbreitete. 1883 erfindet Lewis Edson Waterman den ersten funktionstüchtigen Federhalter, der im Februar 1884 zum Patent angemeldet wurde. In den 1930er Jahren kam die erste Glaspatronenfeder auf den Markt, 1954 wird die erste Plastikpatrone entwickelt.

16. Februar

Das Wunder der Perle

Man erzählt sich eine Geschichte einer Perle hier am Strand.
Sie entstand in jener Muschel durch ein grobes Körnchen Sand.
Es drang ein in ihre Mitte und die Muschel wehrte sich.
Doch sie musste damit leben und sie klagte: Warum ich?

Eine Perle wächst ins Leben, sie entsteht durch tiefen Schmerz.
Und die Muschel glaubt zu sterben, Wut und Trauer füllt ihr Herz.
Sie beginnt es zu ertragen, zu ummanteln dieses Korn.
Nach und nach verstummt ihr Klagen und ihr ohnmächtiger Zorn.

Viele Jahre sind vergangen. Tag für Tag am Meeresgrund
schließt und öffnet sich die Muschel, jetzt fühlt sie sich kerngesund.
Ihre Perle wird geboren. Glitzert nun im Sonnenlicht.
Alle Schmerzen sind vergessen, jenes Wunder jedoch nicht.

Jede Perle lehrt uns beten, hilft vertrauen und verstehn,
denn der Schöpfer aller Dinge hat auch deinen Schmerz gesehn.
Nun wächst Glaube, Hoffnung, Liebe, sogar Freude tief im Leid.
So entsteht auch deine Perle, sein Geschenk für alle Zeit.

Soren Kahl

17. Februar

Nie die Hoffnung aufgeben

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub auf dem Wege saß, schien fast körperlos. Sie erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?"

Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und leise, dass sie kaum zuhören war.

"Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte grüßen.

"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.

"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder hast du mich ein Stück des Weges begleitet."

"Ja, aber ...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"

"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtling einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"

"Ich ... bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

"Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt."

Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. "Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest." Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."

"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet." Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu." Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.

Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlte, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber ... aber - wer bist eigentlich du?"

"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. "Ich bin die Hoffnung."

18. Februar

Es scheint so

Es scheint so, dass auf dem Planeten,
den wir so gern mit Füßen treten
und ihn dadurch total verderben -
dass also hier nur Gute sterben!

Denn: las man je im Inserat,
dass ein Verblichner Böses tat,
dass er voll Neid war und verdorben,
und dass er nun mit Recht gestorben?

Es kann hier keinen Zweifel geben:
die Schlechten bleiben alle leben!

Heinz Erhardt

19. Februar

Wohlbefinden durch Massage

Erfahrene Hände streicheln, klopfen, dehnen, kneten - das tut gut. Verspannungen, Verkrampfungen und Stress lösen sich, die Durchblutung wird erhöht, das Gewebe entschlackt. Es können aber auch Geräte eingesetzt, beispielsweise mit Hilfe von Ultraschall behandelt werden. Bei der chinesischen Massage wird Druck auf sensible Punkte der Körperoberfläche ausgeübt. Erst danach beginnt die eigentliche Massage. Zusätzlich können bei der Akupunktur Nadeln angewendet werden.

20. Februar

Wenn du heute in voller Kraft und ohne Leid aufgewacht bist
bist du gesegneter als viele andere.

Wenn du niemals die Gefahren des Krieges,
die Einsamkeit des Gefängnisses und den Hunger gekannt hast
übertriffst du 500 Millionen Personen dieser Welt.

Wenn du zur Kirche gehen kannst, oder zum Tempel oder deinen Glauben folgen kannst ohne verfolgt zu werden
bist du gesegneter als 3 Millionen Menschen auf diesem Planeten.

Wenn deine Grundbedürfnisse gedeckt sind
bist du reicher als 75% der anderen

Wenn du etwas an Ersparnissen hast
bist du Teil der 10% Reichen in der gesamten Weltbevölkerung.

Wenn du deine Eltern gemeinsam alt werden gesehen hast
bist du ein ungewöhnlicher Fall.

Wenn du ein Lächeln auf deinem Gesicht trägst und für alles dankbar bist
bist du gesegnet, weil die Mehrheit der Menschen könnte es tun, tut es aber nicht.

Wenn du jemanden an der Hand halten kannst, ihn umarmen kannst oder ihm nur auf die Schulter klopfen kannst
Freu dich, denn du wirst dich niemals alleine fühlen.

21. Februar

Altirisches Segengebet

Der Herr sei vor dir, um dir den Weg zu zeigen

Der Herr sei neben dir,
um dich in seine Arme zu schließen,
um dich zu schützen gegen Gefahren
.

Der Herr sei hinter dir,
um dich zu bewahren vor der Heimtücke des Bösen.

Der Herr sei unter dir,
um dich aufzufangen, wenn du fällst
.

Der Herr sei mit dir,
um dich zu trösten, wenn du traurig bist .

Der Herr umgebe dich
wie eine schützende Mauer,
um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.

Der Herr sei über dir,
um dich zu segnen.

So segne dich der gütige Gott
heute und morgen und immer.

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