April 2017

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1. April

April

Und wenn du jetzt aufwachst morgens ...
ganz leis und fein
spielt um die Dächer
der Sonnenschein,
und du bist nicht mehr müde,
wie sonst, und verzagt:
was soll nun wieder
voll Mühsal und Plag
der ganze lange endlose Tag!?

Froh und munter
geht's ihm entgegen,
und alles ist so wunderbar
frisch und stark und hell und klar,
das ganze Leben so frei, so leicht,
dass du dich selber drüber wunderst:
von was für töricht dummen Dingen
du das Herz dir ließest zwingen
und kaum begreifst:
mit welch erbärmlichen Kleinigkeiten
die Menschen sich das Leben verleiden ...

Kleinigkeiten, ob denen es kaum
der Mühe wert, ein Wort zu verlieren,
geschweige denn tage- und wochenlang
zu quälen sich und zu schikanieren ...
und vollends jetzt, da's Frühling wird
und, wenn du aufwachst morgens,
ganz leis und fein
um die Dächer spielt
der Sonnenschein
und alles rings so wunderbar
frisch und stark und hell und klar ...
wozu sich da grämen und betrüben!
Nein, weg mit all den Schererei'n!
es lohnt sich da wahrlich nur: zu lieben!
es lohnt sich da wahrlich nur: froh zu sein!

Cäsar Flaischlen

2. April

Stöckelschuhe - bei diesem schönen Wetter werden sie gerne wieder herausgeholt und angezogen

"Hohe Absätze sind von einer Frau erfunden worden, die es leid war, nur auf die Stirn geküsst zu werden", glaubte der französische Schriftsteller Sascha Guitry.
Falsch, diese Aussage, denn der Absatz vermutlich im 13. Jahrhundert durch mongolische Reiter aufgekommen, war zunächst nur für den Mann, denn die gestufte Sohle verhinderte, dass sein Stiefel aus dem Steigbügel rutschte. Das Imponiergehabe, vor allem beim Absteigen vom Pferd, wurde durch Edelleute im Dreißigjähren Krieges noch perfektioniert.

Bereits im 15. Jahrhundert hielten sich die Venezianerinnen durch Tragen von Sockelschuhen das Hochwasser vom Leib, doch Absätze kamen für die Damenwelt wohl erst 1533 in Mode. Um bei ihrer Hochzeit mit dem Herzog von Orleans größer zu erscheinen, soll die 14-jährige Katharina de Medici in hohe florentinische Schuhe geschlüpft sein. Dieser Trick fand beim französischen Hof sofort Nachahmer.
Selbst der kleinwüchsige Sonnenkönig Ludwig XIV, trug geschwungenen Barockabsätze, mit purpurrotem Leder bezogen. Rote Absätze wurden so zum Privileg des Adels - bis zur französischen Revolution.

Rousseaus Devise "Zurück zur Natur" beeinflusste aber bald die Mode: Flache Slipper ergänzten lose fallende Empire-Kleider. Erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kehrte mit geknöpften Stiefeletten der Frauenabsatz zurück. Allmählich zunächst, dann bis zu einer Höhe, bei der Frauen auf den Spitzen trippeln mussten - erotisch aussehend.

Die Verehrung weiblicher Beine begann aber erst, als die Röcke nach dem Ersten Weltkrieg kürzer wurden.

3. April

Was Schönes...

Was Schönes weiß ich in unserm Garten.
Als ich dort ging, der Blumen zu warten,
hab ich's entdeckt, im Grünen versteckt,
wo die Rosen blühn an der sonnigen Wand.

Fast war ich erschrocken, als ich es fand:
Im zarten Geäst ein niedliches Nest,
geflochten gar zierlich aus Halmen und Moos;
vier Eierchen lagen in seinem Schoß.

Doch die Vögelein, wie Mäuschen so klein,
die piepsten so ängstlich, als wollten sie bitten:
"O geh!" Da bin ich weiter geschritten
und stand nun von fern. Das sahen sie gern,
und eines flog auf den Zweig und sang,
dass jauchzend es klang: "Hab Dank, hab Dank!"

Heinrich Seidel

4. April

Der Acker

Den ganzen Winter über hat der Acker geschlafen. Im Frühling kommt der Bauer und zieht mit dem Pflug lange Furchen durch die Erde.
Kaum hat der Sämann die Körnlein ausgestreut, da ruft der Acker: „Wolken regnet! Sonne scheine!“ Nun werden die Körner lebendig und kriegen Würzelchen und Blättchen. Immer haben sie wie die Menschenkinder Hunger und Durst und der Boden gibt ihnen Speise und Trank, soviel er kann. Und die zarten Pflänzchen recken sich höher und höher zur Sonne hinauf. Da wird der Acker grün wie eine Wiese.
„Mehr, mehr!“, bitten die Wurzeln und der gute Boden versorgt sie alle. Da schießen die Halme auf. Sie bekommen Ähren, darin die neuen Körner wachsen. Tausend, tausend Halme hat der Acker, tausend, tausend Körner reifen in den Ähren.
Das ist die Zeit, wo sich der Acker mit bunten Blumen schmückt, mit blauen Kornblumen, weißen Ackerwinden, lila Kornraden und rotem Mohn. Da bleiben die Leute vor dem Kornfeld stehen und sagen: „Wie schön, wie schön!“

Hans Hildebrand

5. April

Der Kuckuck und der Esel,
die hatten einen Streit,
wer wohl am besten sänge,
wer wohl am besten sänge,
zur schönen Maienzeit,
zur schönen Maienzeit.

Der Kuckuck sprach: „Das kann ich!“
Und hub gleich an zu schrein.
„Ich aber kann es besser!“
fiel gleich der Esel ein.
Fiel gleich der Esel ein.

Das klang so schön und lieblich,
so schön von fern und nah.
Sie sangen alle beide …
Kuckuck, Kuckuck! Ia!
Kuckuck, Kuckuck! Ia

Text Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Melodie: Karl Friedrich Zelter

6. April

Der Kuckuck

Mit rund 35 Zentimetern Körperlänge ist er etwa so groß wie der Turmfalke. Beim Fliegen sieht man die falkenähnliche Gestalt. Das Männchen ist schiefergrau, mit weißer Unterseite und dunklen Querbändern. Das Weibchen ist leicht rostfarben getönt. Gerne  auf einem Busch oder Zaunpfahl sitzend hört man den markanten Ruf des Männchens, sein Revier markierend. Der Kuckuck ist vornehmlich Insektenfresser, besonders gern mag er Schmetterlingsraupen, auch Heuschrecken, Käfer und Libellen.
Sein sogenannter Brutparasitismus ist einzigartig, denn das Weibchen verteilt gezielt sekundenschnell jeweils ein Ei auf die Nester anderer Vögel. Nach dieser Ablage, ist die Brut des Wirtsvogels verloren, denn nach dem Schlüpfen schiebt der erst wenige Stunden alte Jungkuckuck nacheinander sämtliche Eier und die bereits geschlüpften Stiefgeschwister aus dem Nest und lässt er sich von den Gasteltern „bewirten“.

7. April

Vom Bäuerlein mit der Flasche

Es war einmal ein armes Bäuerlein, das lebte mit seiner lieben Frau in einer alten und zerfallenen Hütte. Außer einer mageren Kuh besaßen sie nichts. Aber sie verloren nicht die Lust am Leben. Sie waren froh, wenn sie abends einen trockenen Kanten Brot mit Milch verzehren konnten.
Doch die Not wurde immer größer; sie wussten nicht mehr, wie sie die Kuh ernähren sollten. Auch fehlte es ihnen an Kleidung. Wie konnten sie nur zu Geld kommen? In ihrer Verzweiflung beschlossen sie, die Kuh zu verkaufen. Sie hatte zwar kaum Fleisch auf den Knochen, aber ein paar Mark erhofften sie sich doch als Erlös.
Am nächsten Morgen trieb der Bauer die Kuh in das nächste Dorf, wo gerade Markttag war. Unterwegs traf er ein kleines Männchen in einem grasgrünen Röcklein, das ihm schon von weitem zurief: "He, Bauer! Ist diese Kuh zu verkaufen?"
"Wenn du gut bietest, kannst du sie haben", sagte der Bauer.
Da antwortete das Männlein: "Geld habe ich keines. Aber ich gebe dir für deine arme und magere Kuh etwas Besseres. Ein Fläschchen nämlich, das viele gute Tugenden hat."
Da das Männchen so treuherzig aussah und der Bauer auch keine große Lust hatte, noch lange zu laufen, so schlug er ein. Das Männchen zog mit der mageren Kuh ab, und der Bauer kehrte mit einer kleinen hübschen Flasche zu seiner Frau zurück.

Als er daheim erzählte, welch seltsames Geschäft er gemacht hatte, nannte ihn die Frau einen Dummkopf und fing bitterlich an zu weinen. Da sagte das Bäuerlein verzweifelt: "Ach, wenn ich doch nur ein wenig Geld und ordentlich was zu essen hätte, dann wäre alles Jammern vorbei."
Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, da klimperten auf dem Tisch eine Anzahl Taler, und vor den beiden Bauersleuten stand je ein Teller mit herrlichem Essen, so gut, wie sie es bisher nie gekannt hatten.
"Na, Frau", sagte das Bäuerlein darauf, "glaubst du nun an die Tugenden des Fläschleins? Bin ich immer noch ein Dummkopf?"
Da schüttelte die Frau den Kopf, zählte die Geldstücke zusammen und setzte sich dann mit strahlenden Augen an den Tisch, um zu schmausen. So wurde das arme Bäuerlein reich. Es wünschte sich vom Fläschlein niemals mehr, als es zum Leben oder zur Arbeit auf seinem Hof brauchte. Mit seinem Fleiß kam es vorwärts und konnte sich bald einen größeren Hof kaufen. Darauf lebte es glücklich und zufrieden bis ...

Oft las ich meinen Kindern Gute-Nacht-Geschichten aus einem alten, vergilbten Buch vor, in dem auch diese steht.

8. April

J e d e n   Abend

Jeden Abend sollst du deinen Tag
prüfen, ob er GOTT gefallen mag,
ob er freudig war in Tat und Treue,
ob er mutlos lag in Angst und Reue;
Sollst die Namen deiner Lieben nennen,
Hass und Unrecht still vor dir bekennen,
sollst dich alles Schlechten innig schämen,
keinen Schatten mit ins Bette nehmen,
alle Sorgen von der Seele tun,
dass sie fern und kindlich möge ruhn.

Dann getrost in dem geklärten Innern
sollst du deines Liebsten dich erinnern,
seiner Mutter, deiner Kinderzeit;
Sieh, dann bist du rein und bist bereit,
aus dem kühlen Schlafborn tief zu trinken,
wo die goldnen Träume tröstend winken,
und den neuen Tag mit klaren Sinnen
als ein Held und Sieger zu beginnen.

Hermann Hesse

9. April

Der Palmsonntag

Schon in der indogermanischen Kulturentwicklung gab es ein großes Frühlingsfest, an dem Bäume und Zweige geweiht wurden. So werden auch heute noch dicke Büsche gebunden, mit Bändern verziert, geweiht, und danach als Schutz vor Gewittern und bösen Hausgeistern über der Eingangstür aufgehängt, den Mistelzweig der Weihnachtszeit ablösend.
Der Palmsonntag ist der letzte Sonntag vor Ostern und der Name bezieht sich auf den Brauch, an diesem Sonntag eine Prozession bis in die Nähe der Auferstehungskirche zu machen. Es werden Palmzweige und - auf einer Bahre - ein Kreuz oder ein Evangelienbuch getragen. Seit dem 8. Jahrhundert gibt es diesen Brauch.
Die Palme, das Zeichen des Sieges, wurde früher als heilig verehrt. Vom Christentum wurden die Palmzweige als Symbol des Lebens übernommen. In Mitteleuropa ersetzte man die Zweige durch Äste von Saalweiden, Buchsbaum, Wacholder oder Haselzweigen. Die geweihten Zweige sollen vor Bösem schützen, ebenso die ersten Frühlingsblumen, gepflückt am Palmsonntag.

Mit diesem Tag beginnt die Karwoche, die traditionelle Trauerwoche vor Ostern, letzte Woche der Fasten- oder Passionszeit.

Die Karwoche umfasst die Tage Montag bis Mittwoch und die  Kartage Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag, beginnend am Palmsonntag, mit dem Gedächtnis des Einzug Jesus in Jerusalem und erreicht über den Gründonnerstagabend, an dem die Einsetzunge der Eucharastie des Abendmahls gefeiert wird, ihren Höhepunkt im Gedächtnis des Kreuzestodes Jesu am Karfreitag. Sie mündet am Ende des Karsamstages in die Feier der Osternacht.

10. April

Osterrummel

Her mit Papier!
und einem Stift,
wär's auch der kleinste Stummel!
ich will berichten
über wilden Osterrummel.

Er tobt in Läden:
Aufgetischt sind Hunderte von Eiern.
Die bunten Schokoladendinger
brauchen wir zum Feiern!

Er tobt in Küchen:
Wo vor lauter Essen, Essen, Essen,
wir ganz und gar
das Osterfest vergessen.

Er tobt auf Straßen:
Wo die endlos lange Blechlawine rollt,
und mancher Bundesbürger
sich von dannen trollt.

(unbekannter Verfasser)

11. April

Die Koppe

Eine markante und urige Fischart ist die Koppe. In weiten Teilen Deutschlands wie in Österreich gehört dieser Fisch zu den bedrohten Tierarten und wurde deshalb 2006 zum Fisch des Jahres gewählt. Saubere, rasch fließende Bäche und kleinere Flüsse mit steinigem Grund, aber auch sommerkühle, sauerstoffreiche Seen werden bevorzugt.
Die Koppe ist ein Grundfisch, der sich tagsüber zwischen Steinen und Wasserpflanzen versteckt und in der Dämmerung Jagd nach Insektenlarven, Bachflohkrebsen und Fischbrut macht. Da sie ein schlechter Schwimmer ist und zudem keine Schwimmblase besitzt, bewegt sie sich mit gespreizten Brustflossen ruckartig über den Boden.
Man muss schon genau hinsehen, um sie zwischen Wurzeln und Steinen versteckt zu entdecken. Die Koppe hat unter unseren heimischen Süßwasserfischen ein unverwechselbares Aussehen. Mit ihrem großen Kopf, dem breiten Maul wirkt sie, trotz geringer Größe von 10 bis 15 Zentimetern, recht imposant. Wegen des dicken Kopfes heißt sie im Volksmund „Bullenkopf“. Der keulenförmige Körpers ist bräunlich bis dunkelgrau, mit unregelmäßiger Marmorierung, Tarnung auf steinigem Untergrund.
Laichzeit ist von Februar bis Mai. Das Weibchen legt dabei 100 bis 200 Eier unter Steinen oder in einer Art Laichgrube ab. Das Männchen bewacht das Gelege und sorgt durch Fächeln mit den Brustflossen für Frischwasserzufuhr, bis die Larven geschlüpft sind.
Koppen gehören zu den Kurzdistanzwanderfischen. Bei ihren Aufwärtswanderungen sind Barrieren im Bach ein großes Problem dar, weil sie als bodengebundene Fischart ohne Schwimmblase selbst Verbauungen und Schwellen nicht überwinden können.

12. April

Der bedauernswerte Fisch

Sehr langweilig schien mir der Teich,
jedoch an Fischen so reich!
Duftig und weich hier das Gras,
das Wasser war mir „zu nass“!
Da kam ein Fisch dem Ufer nah,
glotzte mich an, als er mich sah.

Ach, der Kerl tat mir leid,
er war ganz nackt, ohne Kleid!
Komm heraus, dummer Fisch,
das Wasser ist zu frisch!
Du solltest hier nicht spielen,
du könntest dich verkühlen!

So springe doch heraus,
ich nehm dich mit nach Haus,
du wirst es nicht bedauern,
kannst schön beim Ofen kauern!
Der Fisch blieb ruhig und still,
er verstand kaum, was ich will.

Doch seine Augen wachten,
er schien mich auszumachen!
Ich fühlte peinlich seinen Hohn,
doch schon flitzte er davon!
Uns Menschen scheint vieles schlecht,
die Natur macht alles recht!

13. April

Gründonnerstag

An diesem Tag gab es bei meinen Eltern früher immer etwas „Grünes“ zu essen. Diesen Brauch habe ich beibehalten und biete an diesem Tag meistens Spinat mit Spiegeleiern und Salzkartoffeln an. Auch erinnere ich mich noch, dass Vati gerne junge Brennnesseln sammelte und die als "Spinat" gegessen wurden. Davon war ich keineswegs begeistert, denn der Geschmack war sehr kräftig und das Gericht "durchschlagend".

Der Spinat

Dieses Blattgemüse ist einjährig zum Kochen und für Rohkost und stammt aus Persien und Turkestan. Araber oder Kreuzritter brachten den Spinat nach Europa, wo er seit dem Spätmittelalter bekannt ist.

Und so wie es aussieht, wird es ein etwas verregnetes Osterfest und man sollte sich überlegen, was man mit den Kindern so machen kann.

Osterspiele gibt es viele, aber nicht alle kann man im Raum machen. Hier ein Beispiel:

Das dickere Ei gewinnt

Beim Eiertitschen braucht man zwei hartgekochte Eier und zwei Spieler.
Jeder nimmt ein Ei in die Hand. Auf „Los!“ klatscht man die Eier mit der Spitze gegeneinander. Gewonnen hat der, dessen Ei heil bleibt.
Das liegt an der Dicke der Schale, die aus Kalk besteht. Bei einem Hühnerei ist die Schale zwischen 0,2 und 0,4 Millimeter dick. Das Ei mit der dickeren Schale bleibt meist heil.

14. April

Karfreitag

Ist der Tag der Erinnerung an den Tod Christi, der höchste Feiertag der evangelischen Christen. Die Katholiken begehen den Karfreitag in stiller Trauer. Für sie besteht ein Fastengebot.

O Haupt voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn!
O Haupt zum Spott gebunden
mit einer Dornenkron!
O Haupt, sonst schön gezieret
mit höchster Ehr und Zier,
itzt aber hoch schimpfieret –
Gegrüßet seist du mir!

Wann ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir.
Wann ich den Tod soll leiden,
so tritt du dann hierfür.
Wann mir am allerbängsten
wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
kraft deiner Angst und Pein.

Erscheine mir zum Schilde,
zum Trost in meinem Tod,
und laß mich sehn dein Bilde
in deiner Kreuzesnot!
Da will ich nach dir blicken,
da will ich glaubensvoll
fest an mein Herz dich drücken,
wer so stirbt, der stirbt wohl.

Paul Gerhardt

15. April

Karsamstag

Es war der Tag, an dem ich immer die Eier färbte. Als die Kinder noch klein waren, wurde das abends gemacht oder der Nachwuchs war bei Oma und Opa. Später machten wir es gemeinsam und die Kinder waren mit Feuereifer dabei, wahre Kunstwerke entstehen zu lassen. Schön sahen die transparenten Abziehbildchen aus, die man ganz einfach auf die Eier kleben konnte. Tupfen, Streifen und kleine "Gemälde" wurden aufgemalt oder die Eier mit Resten von Spitze oder Zackenlitze beklebt. Auch sammelten wir besonders schöne und filigrane Blättchen, die wir nass auf die Eier klebten, diese dann mit Stücken von Seidenstrümpfen umwickelten, zubanden und anschließend kamen die Eier ins Farbbad. Die Blättchen hielten die Farbe fern und sahen auf weißen Eiern besonders hübsch aus.

Denn sie wissen nicht was sie tun

von

Detlef Wolfgang Scholz
Apelnstedt, Ostern 2008

Die Menschen haben Christus gequält und gekreuzigt,
denn sie wissen nicht was sie tun.

Die Menschen führten und führen sinnlose Kriege,
denn sie wissen nicht was sie tun.

Die Menschen spielen sich als Gott auf,
denn sie wissen nicht was sie tun.

Die Menschen haben keine Achtung vor dem Leben der Anderen,
denn sie wissen nicht was sie tun.

Die Menschen fügen anderen Menschen Qualen und Leid zu,
denn sie wissen nicht was sie tun.

Die Menschen spielen ihre Macht gegen andere aus,
denn sie wissen nicht was sie tun.

Die Menschen hassen, die anders sind, sie können nicht lieben,
denn sie wissen nicht was sie tun.

Die Menschen zerfrisst der Egoismus und die Achtlosigkeit,
denn sie wissen nicht was sie tun.

1914 bis 1918, 1939 bis 1945, 1961 bis 1990, 2000 bis 2008,
die Menschen haben nichts dazugelernt.

Denn sie wissen nicht was sie tun!

16. April

Ostersonntag

Der erste Ostertag

Fünf Hasen, die saßen
beisammen dicht,
es machte ein jeder
ein traurig Gesicht.
Sie jammern und weinen:
Die Sonn' will nicht scheinen!
Bei so vielem Regen,
wie kann man da legen
den Kindern das Ei?
o weih, o weih!

Da sagte der König:
So schweigt doch ein wenig!
Lasst Weinen und Sorgen,
wir legen sie morgen!

Heinrich Hoffmann

17. April

Ostermontag

Osterbräuche

Sie sind fast alle heidnischen Ursprungs, denn schon die Germanen feierten zu Ehren Ostaras, der Göttin der Morgenröte, die Wiederkehr des Frühlings und den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. Erst seit dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 feiern wir Ostern als Auferstehungsfest am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Bereits damals war das Ei ein Symbol für das Leben und der Hase ein Sinnbild der Fruchtbarkeit.

Bis zum 17. Jahrhundert brachten jedoch auch Osterhahn, Storch, Kuckuck oder sogar Palmesel die Ostereier. Erst später verdrängte Meister Lampe alle - auch das Lamm. Doch als Kuchen gehört es heute immer noch an Ostern auf den Frühstückstisch.

Auch die Osterfeuer und Osterräder, wie sie in Deutschlands noch heute in manchen Gegenden abgebrannt werden, sind heidnischen Ursprungs. Mit diesen Feuern wollte man die bösen Wintergeister endgültig vertreiben, damit der Frühling kommen kann. Den Kindern erzählte man, am Feuer sollten sich die Osterhasen wärmen und als Kind hätte man schwören können, sie auch gesehen zu haben.
Osterräder werden vor allem in den Bergen abgebrannt.

18. April

Bärlauch

aus der Familie der Lauchgewächse, auch als Wilden Knoblauch oder Waldknoblauch bezeichnet, kann man nun überall entdecken, denn er ist bei uns heimisch, vor allem an feuchten Standorten in Laub- und Mischwäldern. Der typische Geruch verrät seinen Standort.

Er stammt aus Mitteleuropa und sein wilder Verwandter wird 30 bis 40 cm hoch.
Die längliche Zwiebel beginnt Ende März bis Anfang April auszutreiben und von Ende April bis Anfang Mai sieht man die weißen, sternförmigen Blüten, als hübsche Scheindolde. Im Juni endet bereits das kurze Wachstum und die Blätter beginnen zu welken.

Man darf Bärlauch nur für den Eigenbedarf pflücken und damit der Artenschutz gesichert ist, sollte man jeweils nur ein Bärlauchblatt pro Pflanze ernten, so hat die Pflanze genügend Nährstoffe fürs nächste Jahr, um erneut austreiben zu können. Die Pflanzen sollte man auch nicht ausgraben.

Im Garten ist er gut zu kultivieren, sät sich immer wieder von selbst aus und braucht keine  besondere Pflege. Der Schwachzehrer liebt nährstoffreiche, frische Standorte unter Laubgehölzen, Hecken oder Laub abwerfenden Sträuchern, gedeiht aber auch auf Sandböden und in Schalen.

19. April

Bärlauch in der Küche und als Hausmittel

Früher war Bärlauch überwiegend als Heilmittel bekannt, wurde dann aber auch für die Küche entdeckt.
Restaurants bieten Bärlauchgerichte an und selbst in der Nahrungsmittelindustrie gibt es so allerlei.  Gut ist, dass nach dem Verzehr von Bärlauch kein unangenehmer Mund- oder Körpergeruch festzustellen ist und sogar ein empfindlicher Magen das Kraut verträgt, was beim Knoblauch nicht immer so ist.

Beim Sammeln von Bärlauch muss man darauf achten, dass man keine Blätter der giftigen Maiglöckchen oder der Herbstzeitlose erwischt, die dem Bärlauch ähneln. Gut waschen wegen der Eier des „Kleinen Fuchsbandwurmses“. Verwendet werden alle Pflanzenteile des Bärlauchs, zum Würzen von Suppen, Soßen, Salaten und als Beilage zu Quark. Auch Bärlauchbutter kann man selbst herstellen und Kräuteressige.

Bärlauch nur frisch verwenden, höchstens einen Tag im Kühlschrank aufbewahren. Die Stiele mit feuchtem Küchenpapier umwickeln und die Blätter in einen Plastikbeutel stecken. Pesto ist ungefähr vier Wochen haltbar. Garen nur kurz, da Bärlauch durch das Erhitzen sein Aroma stark verliert. Besser ist es, klein gehackte Blätter roh auf die gekochten Speisen zu streuen.

Bärlauch besitzt ein breites therapeutisches Spektrum, enthält Lauchöl, Flavonoide, Biokatalysatoren, Fructoasen und reichlich Vitamin C. Deshalb wird er in der Volksmedizin bei Magen- und Darmstörungen verwendet, aber auch gegen Arteriosklerose und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, außerdem wirkt er antibakteriell und antimykotisch und hilft schwermetallische Umweltgifte zu neutralisieren. Die regelmäßige Einnahme von Bärlauch-Frischblatt-Granulat steigert die Blutzirkulation und fördert die Durchblutung. Es klingen dadurch Symptome wie Bluthochdruck, Schwindelanfälle und störende Ohrgeräusche bei Tinnitus-Patienten spürbar ab.

Schmerzen verursachende Stoffwechselprodukte, wie etwa bei rheumatischen Erkrankungen, werden schneller abtransportiert, das Immunsystem gestärkt und Hautentzündungen entgegen gewirkt. Ebenso wird ein gesundes Wachstum von Haaren und Nägeln gefördert.

20. April

Blumen sehet ruhig sprießen,
reizend euer Haupt umzieren;
Früchte wollen nicht verführen,
kostend mag man sie genießen.

Bieten bräunliche Gesichter
Kirschen, Pfirschen, Königspflaumen,
kauft! Denn gegen Zung und Gaumen
hält sich Auge schlecht als Richter.

Kommt, von allerreifsten Früchten
mit Geschmack und Lust zu speisen!
Über Rosen lässt sich dichten,
in die Äpfel muss man beißen.

Sei’s erlaubt, uns anzupaaren
Eurem reichen Jugendflor,
und wir putzen reifer Waren
Fülle nachbarlich empor.

Unter lustigen Gewinden,
in geschmückter Lauben Bucht,
alles ist zugleich zu finden:
Knospe, Blätter, Blume, Frucht.

Johann Wolfgang von Goethe

21. April

Der Sauerampfer ,

blüht wieder auf den Wiesen, stellten wir bei einem Ausflug fest und ... wie schön er sich in einem Wiesenstrauß macht ...

Ich erinnere mich noch zu genau, dass wir die Blätter früher in meiner Jugend sammelten. In meiner Kinderzeit gab es nicht viel und irgendwie musste man doch satt werden. Und nun wurde der Sauerampfer vor ein paar Jahren als Delikatesse wiederentdeckt. Aber das Kraut ist keineswegs "neu". Schon in der Antike, im alten Griechenland und auch in Rom, sowie später im Mittelalter hier in unserer Gegend, war es hochgeschätzt als Heil- und Küchenkraut.
Wild wächst der Sauerampfer, auf Weiden und feuchten Wiesen, wird mittlerweile aber auch sehr gern im Garten kultiviert. Gerade jetzt im Frühjahr ist Sauerampfer einer der begehrtesten Vitamin-C-Lieferanten. Man kann ihn ähnlich wie Spinat zubereiten oder ihn mit Spinat mischen, sodass dieser etwas würziger schmeckt. Sogar als Salat oder cremige Suppe ist er köstlich. Als Heilmittel wird Sauerampfer bei Verdauungsbeschwerden genommen, und er kann, wie gesagt, auch Vitaminmangel beheben. Da er einen hohen Anteil organische Eisenverbindungen enthält, wird er auch gern bei Blutarmut eingenommen.
Die Aussaat sollte im Frühjahr auf feuchtem Boden in Reihen erfolgen, später wird auf 20 cm vereinzelt. Die jungen, zarten Blätter der Pflanze werden gepflückt. Wenn man regelmäßig und häufig zupft, bilden sich rasch neue Blätter, sodass eine lange Erntezeit folgt. Wenn sich Blüten bilden, sollte man diese entfernen, damit die ganze Kraft der Pflanze in die Blattbildung geht. Eine Spätsaat im August ist  möglich, die Ernte beginnt dann im nächsten Jahr. Sauerampfer ist eine ausdauernde Staude, die jahrelang an ihrem Platz wächst.

22. April

Wie herrlich leuchtet
mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!

Es dringen Blüten
aus jedem Zweig
und tausend Stimmen
aus dem Gesträuch.

So liebt die Lerche
Gesang und Luft
und Morgenblumen
den Himmelsduft.

Johann Wolfgang von Goethe

23. April

Bleitblättrige Stendelwurz ist die Orchidee des Jahres 2006

Die Ansprüche dieser der Pflanze, die Orchidee des Jahres 2006 war, ist nicht groß, denn sie verträgt mehr Nährstoffe im Boden und kommt mit weniger Licht aus, als die meisten heimischen Erdorchideen. Hauptsächlich lebt sie in Laub- und Mischwäldern aller Art, vor allem Buchen- und Hainbuchenwäldern, an lichten Waldwegen und selbst in Nadelholzbeständen gelegentlich. Am anderen Rand des Spektrums gibt es zudem Wuchsorten auf Trockenrasen, in Parks und Friedhöfen.

Die Breitblättrige Stendelwurz, auch Breitblättrige Sumpfwurz oder Breitblättriger Sitter genannt, wird etwa 80 Zentimeter groß, kann auf reichen Standorten mehr als einen Meter Höhe erreichen und als Kümmerform gerade mal einen knappen halben Meter. Namensgebend sind die kräftigen, breitblättrigen und dunkelgrünen Blätter, wobei die mittleren am größten werden.

Wegen der enormen Unterschiede der Erscheinungsform und der Standorte führen Botaniker immer wieder Diskussionen, ob es sich denn wirklich um die gleiche Art handelt. Ab und zu werden Unterarten, Varietäten oder ganz neue Arten benannt. Erschwerend kommt hinzu, dass allgemein zwischen den heimischen Orchideen-Arten nur geringe genetische Fortpflanzungsbarrieren existieren, es entstehen Bastarde, so genannte Hybriden. Wie auch von anderen Waldorchideen oder der Türkenbundlilie bekannt, werden Stendelwurz-Pflanzen gerne von Rehen verbissen, so dass nur ein kleiner Teil zur Blüte kommt, die - regional verschieden - von Anfang Juli bis Ende August reicht.
Die Blütenstände bestehen aus ungefähr 15 bis 80 Einzelblüten, die die typische Form der meisten heimischen Orchideen haben, mit drei äußeren und drei inneren Blütenblättern, wobei das innere Blütenblatt zu einer großen Lippe umgebildet ist. Außen sind die Blütenblätter grünlich, innen mehr oder minder stark rötlich oder purpurn.
Nach Ausreifen des kapselartigen Fruchtstandes, wird der staubfeine Samen vom Wind bis zu zehn Kilometer weit verbreitet. Da die Samen keine Nährstoffvorräte beinhalten, sind sie zur erfolgreichen Keimung auf bestimmte Pilze angewiesen, mit denen sie eine Symbiose eingehen. Diese Pilze versorgen die Samen mit Wasser und Nährsalzen. Bis die Orchideen blühfähig sind, vergehen mehrere Jahre.

24. April

Der Traum

Es war ein niedlich Zeiselein,
das träumte nachts im Mondenschein,
es säh’ am Himmel Stern bei Stern,
davon wär’ jeder ein Hirsekern.
Und als es geflogen himmelauf,
da pickte das Zeislein die Sterne auf.
Piep –
Wie war das im Träume so lieb!

Und als die Sonne beschien den Baum,
erwacht’ das Zeislein von seinem Traum.
Es wetzte das Schnäbelchen her und hin
und sprach verwundert in seinem Sinn:
Nun hab’ ich gepickt die ganze Nacht
und bin doch so hungrig aufgewacht!
Ping –
das ist mir ein närrisch Ding!

Viktor Blüthgen

25. April

Piep, piep!

Die Kinder kamen von der Schule heim. „Mutter, Mutter, uns hungert!“ In der Stube sagt die Mutter: „Scht! Horcht einmal!“
„Piep, piep!“, tönt es. „Wo ist das?“
„Ach auf dem Ofen!“
„Wer tut das?“
Die Mutter holt einen Korb herab und nimmt das warme wollene Tuch weg. Die Kinder schreien: „Oh, oh! Hühnlein, drei, fünf, acht Hühnlein! Wie putzig und nett! Diese Füßchen, die Schnäbelein! Und gelben Flaum tragen sie!“
Die Kinder sitzen im Kreis um den Korb und können sich nicht satt sehen an den herzigen Vögelchen.
Die Mutter bringt ein Brettchen. Darauf ist eine Wasserschale und ein feingehacktes Ei. Die Küchlein werden aus dem Korbe gehoben und aufs Brett gesetzt. Seht, o seht, wie sie picken, wie sie trinken! Wie sie laufen können und sind erst etliche Stunden alt.
Die Mutter hat den Korb auf die warme Ofenplatte gestellt. Sie setzt ihn wieder vor die Kinder und sagt: „Schaut doch das Ei an, es ist als letztes übriggeblieben!“
„Das Ei rührt sich“, rufen die Kleinen, „das Ei bricht! Es pickt was unter der Schale!“
Noch ein Hühnchen schlüpft heraus, stellt sich auf die Füße, hebt die nackten Flügelstümpfchen und schreit auch schon ganz keck: „Piep, piep!“ Jetzt läuft es ans Wasser und hat noch die Eierschalen auf dem Rücken und auf dem Köpflein!

Alois Frietinger

Als Kind habe ich das persönlich erlebt und noch vielmehr, vor allem mit einem Huhn unserer "Gocko", die als einzige überlebte und ein Familienteil wurde.

26. April

Frühling

Wenn der Frühling auf die Berge steigt
und am Baum das erste Grün sich zeigt,
wenn vorbei im Tal nun mit einem Mal
alle Winterszeit und Sorgenqual
schallt es von den Höhen weit und breit
o wie wunderschön ist doch die Frühlingszeit!

Friedrich von Bodenstedt

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